DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
- Teil 2 -
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Andreas Kallen
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Steuerberater Hans - Josef Leiting
Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 01. August 2007
Die Aufspaltung Deutschlands in die Bundesrepublik Deutschland sowie die ehemalige Deutsche Demokratische Republik waren eine direkte Folge des zweiten Weltkrieges und des sich anschließenden
„Kalten Krieges“
zwischen dem damaligen Sowjetimperium und der Hegemonialmacht USA.
Beide Seiten nahmen für sich in Anspruch, dass bessere System zu vertreten und in Folge dessen versuchte jeder den Rest der Welt davon zu überzeugen.
Die so genannte UdSSR befreite die Menschheit vom
„Kapitalismus“
und die USA beschützte die Menschheit vor dem aus ihrer Sicht bösen
„Kommunismus“.
Dieser Kampf der Systeme wurde und wird hauptsächlich mit der Hilfe der Geheimdienste geführt.
Im so genannten „Kalten Krieg“ brachten es die beiden sehr widersprüchlichen Politiksysteme mit sich, dass man auf beiden Seiten unterschiedliche Agententypen einsetzte und anwerben musste.
Man brauchte zum Beispiel Agenten die Informationen über kapitalistische oder kommunistische Aktivitäten beschafften.
Andere Agententypen wurden und werden als so genannte
„Einflussagenten“
angeworben und gezielt eingesetzt.
Die Hauptaufgabe dieser „Einflussagenten“ besteht darin, direkt als Politiker und / oder Regierungsbeamter politische Entscheidungen zu beeinflussen.
Indirekt agierende „Einflussagenten“ sind als Journalisten und / oder Wirtschaftsmanager tätig und versuchen zum Beispiel durch Propagandaartikel in Zeitungen oder gesteuerte Aktionen in Wirtschaftsunternehmen das eigene Land und dessen Bürger zum Beispiel durch Verunsicherungen, Verschleierungen oder Verarmungsstrategien zu schwächen.
Während des zweiten Weltkriegs sollten die Geheimagenten des amerikanischen
OSS
Office of Strategic Services
nicht nur in Deutschland Spione anwerben, sondern auch paramilitärische Operationen hinter den feindlichen Linien durchführen.
Die unterstützenden Aufgaben des „OSS“ und deren Nachfolgeorganisation „CIA“ umfasste somit alle verdeckten Operationen auch in der Bundesrepublik Deutschland.
Amerikas CIA - Agenten müssen nicht nur passiv Informationen beschaffen, sondern gezielt aktiv Informationsflüsse steuern und / oder unterbinden und dabei sogar Gegner der USA vernichten.
Der so genannte „Nato - Doppelbeschluss“ läutete das Ende der damaligen UdSSR ein. Als die Berliner Mauer im Herbst 1989 fiel und am 18. März 1990 die „DDR“ von der Mehrheit der eigenen Bevölkerung abgewählt wurde, war man beim CIA natürlich darauf vorbereitet.
Leider fehlte ein verlässliches US - Spionagenetz in der „DDR“, so dass gesicherte Informationen nicht vorhanden waren und erst neu beschafft werden mussten.
Jahrzehnte lang hatten die aufmerksamen Mitarbeiter des
MfS
- Ministerium für Staatssicherheit der DDR -
in einer Beispielhaft guten Zusammenarbeit mit dem ehemaligen sowjetischen „KGB“ eine aufklärende Spionagearbeit erfolgreich verhindern können.
So verfügte die
HA II
Hauptabteilung II des MfS
über „Spitzenquellen“ beim damaligen „Klassenfeind“ in Westdeutschland.
Nur ein Einzelbeispiel soll allen DRSB - Lesern verdeutlichen, wie effektiv die Mitarbeiter aus Ostdeutschland gearbeitet haben.
Der ehemalige stellvertretende westdeutsche MAD - Chef ( MAD = Militärischer Abschirmdienst der Bundeswehr )
Oberst Joachim Krase
( 1919 bis 1987 )
arbeitete circa 15 Jahre für die HA II des MfS.
Joachim Krase informierte die ostdeutschen „Kollegen“ regelmäßig über Vorgänge in der Bundeswehr und der NATO.
Die Hauptabteilung II des MfS erfuhr somit alle geheimdienstlichen Aktivitäten und geplanten Maßnahmen des westdeutschen MAD und der NATO.
Krase übergab sogar Personaldaten von hauptamtlichen und inoffiziellen
MAD - Mitarbeitern.
Damit kann man die Spionagetätigkeit des westdeutschen Offiziers in der Qualität mit der
Aufklärungsarbeit der englischen Kollegen
George Blake und Kim Philby
vergleichen, die jahrelang den englischen Geheimdienstapparat durch Spionagetätikeit für den ehemaligen KGB unterliefen und somit den englischen MI6 zu einer Art „Lachnummer“ stempelten.
Mit dem Fall der Berliner Mauer war den meisten ehemaligen Mitarbeitern des MfS schlagartig klar, dass es für sie keine Zukunft mehr geben würde.
Einige wenige gaben sich der Illusion hin, dass sie vom „Klassenfeind“ benötigt oder gebraucht werden könnten.
Die gegebenen Versprechungen der amerikanischen „Kollegen“ erwiesen sich jedoch als heiße Luft.
So kam, es wie es kommen musste:
Eine koordinierte und konsequente Spionage - Abwehrarbeit
in Ostdeutschland konnte nicht mehr stattfinden.
Vollkommen gefahrlos konnten die Spionagehelden der CIA ihre Tätigkeiten in der DDR aufnehmen.
Ehemalige CIA - Mitarbeiter machen keinen Hehl daraus, dass ausschließlich die deutsche Wiedervereinigung auf der Tagesordnung stand.
Für die Neubestimmung und die Neujustierung der politischen Gesamtkonzeption Deutschlands mussten zuerst die verantwortlichen DDR - Bürger sowie die staatstragende Ideologie und Philosophie des „bösen“ Sozialismus vernichtend diskreditiert werden.
Die CDU zum Beispiel bestritt ihren ersten Wahlkampf auf ostdeutschem Boden mit dem wahnsinnig intelligenten Slogan
„Freiheit statt Sozialismus“.
Folgt man dieser Parole unkritisch, dann bedeutet Sozialismus automatisch „Unfreiheit“.
Das war aber nicht das Hauptproblem der USA.
Nachdem man seit dem Beginn der Bundesrepublik gezielt alle gesellschaftlichen Bereiche unterwandert hatte, konnte man im Weißen Haus relativ sicher sein, dass man die Situation in der „BRD“ im festen Griff hatte.
Dies traf auf die ehemalige DDR allerdings nicht zu.
Für die Aufstellung eines so genannten
„Perspektivkaders“
benötigte man qualifizierte DDR - Bürger, damit man beizeiten künftige Schlüsselpositionen im Staatsapparat, den Medien sowie in der Wirtschaft gezielt besetzen konnte.
Deshalb sahen sich CIA - Spezialisten mit der Hilfe von Psychologen in der DDR um.
Mehr als 100 DDR - Bürger wurden von amerikanischen Spezialkräften genaustens unter die „Lupe“ genommen.
Mit der tatkräftigen Unterstützung von einigen hilfreichen westdeutschen Journalisten erstellte man
„Psychogramme“
und versuchte bestimmte Personen zu durchleuchten und „einzuordnen“.
Vergleichbare Selektionsverfahren wurden auch in Russland, Ungarn, Polen und Rumänien mit mehr oder weniger Erfolg eingesetzt.
Zu den selektierten Bürgern in der ehemaligen DDR gehören zum Beispiel:
Bärbel Bohley,
Ibrahim Böhme,
Rainer Eppelmann,
Markus Meckel,
Lothar de Maizière,
Ulrike Poppe,
Sebastian Pflugbeil,
Friedrich Schorlemmer,
Manfred Stolpe,
Reinhold Schult,
Wolfgang Schnur,
Wolfgang Ullmann,
Konrad Weiß.
Die CIA - Spezialisten erkannten sehr schnell, dass sich für eine Neustrukturierung nach amerikanischem Muster, keine Bürger aus der Industrie, Handel oder gar der Arbeiterschaft bereit standen.
CIA - Spezialisten bemängelten, dass hauptsächlich
„Intellektuelle“ oder „Pfaffen“
zur Verfügung standen, die den Anforderungen an Führungsaufgaben in der Poltik, den Medien oder in der Wirtschaft nicht gewachsen zu sein schienen.
Die Spezialisten der CIA befürchteten, dass sich diese Konstellation extrem nachteilig auf die gesamte Entwicklung der neuen und alten Bundesländer auswirken könnte.
Sie haben mit ihren Analysen und Befürchtungen Recht behalten.
Anhand von 3 Beispielen sei aufgezeigt, wie intensiv das Selektionsverfahren betrieben wurde.
Bärbel Bohley
- Völlig ungeeignet für Massenwirkung -
Reinhard Schult
- Aussageschwach und primitiver Ereiferer -
Konrad Weiß
- Simpler Antikommunist mit starker Profilierungssucht -
Die stichprobenartige Geheimdienstbewertung zeigt wie vermutlich amerikanische Interessen sicherstellt werden sollten.
Da seit Juni 1990 Geheimdienstmitarbeiter aus
Amerika, England und Frankreich
personenbezogene Daten und Unterlagen aus den Archiven des MfS durchleuchten konnten, kann man davon ausgehen, dass sie sich ein relativ gutes Bild über ein denkbares
„Perspektivkader“
machen konnten.
So ließ sich zum Beispiel die Bürgerbewegung in der DDR leicht steuern und für eigene Zwecke manipulieren.
Eigentlich überraschte es niemanden, als auf einer Pressekonferenz am 16. Mai 1990 der ehemalige Innenminister der DDR
Peter Michael Diestel
miteilte, dass mehr als 4 Millionen ostdeutsche Bürger, sowie rund 2 Millionen westdeutsche Bürger von der DDR - Staatssicherheit erfasst und regelmäßig bespitzelt wurden.
Glaubt man den äußerst kritischen Stimmen von Bürgern aus Ostdeutschland, so fand nach der „Wende“ eine ideologisch begründete Verdrängung statt, indem man gezielt abgehalfterte und funktionslose westdeutsche Politiker, Wirtschaftsmanager und Wissenschaftler mit Aufgaben in den neuen Bundesländern betraute.
Im Zusammenwirken mit dem ostdeutschen
„Perspektivkader“
wurde das in Westdeutschland bereits bewährte moraluntergrabende amerikanische Unterwanderungssystem installiert und ans Laufen gebracht.
Mit dem Beginn der deutschen Einheit am 03. Oktober 1990 endete zwar das Phänomen einer deutsch - deutschen Spionage, der „Kalte Krieg“ wurde aber auf anderen Feldern
fortgesetzt.
Man leistet keinen sinnvollen fördernden Beitrag zur Einheit,
wenn man stets den Eindruck erweckt,
die alten Bundesländer würden alles richtig und die neuen Bundesländer immer alles falsch machen.
Der Untergang der UdSSR zeigt ganz deutlich,
dass auf Dauer
nichts überflüssiger ist, als eine Idee deren Zeit abgelaufen ist.
Das wissen sogar die durchaus intelligenten Strategen der Denkschmiede des
US - Geheimdienstes
International Intelligence Council.
Die gezielte Unterwanderung aller gesellschaftlichen Bereiche in Deutschland, war nach dem zweiten Weltkrieg wahrscheinlich die effektivste Verteidigungsstrategie der USA.
Jedoch auch die größte und stärkste Brücke der Welt braucht regelmäßige Pflege. Manchmal müssen sogar alte Teile ergänzt oder vollkommen Neue eingesetzt werden.
Diese Erfahrung bestätigt die
Golden Gate Bridge
Jahr für Jahr aufs Neue.
DRSB,
nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.
Für deutsche Bürger reicht nicht das Erzählte -
für deutsche Bürger zählt nur das Erreichte.