DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky · Andreas Kallen · Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 08. Oktober 2008
Leserbriefe von DRSB - Lesern
Die Leserbriefe wurden nach Themengebiete aufgeteilt und nach einem Zufallsgenerator ausgewählt.
Der DRSB e.V. versichert allen Lesern, dass der Wunsch nach Anonymität respektiert und gewahrt bleibt.
An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Leserzuschriften vom DRSB e.V. nicht auf Wahrheit oder juristische Wahrhaftigkeit geprüft wurden und insofern ausschließlich die Meinungen der jeweiligen Autoren darstellen.
1. Leserbrief / anonymisiert
Herrn
Udo Johann Piasetzky
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
XXXXXXXX, den 22. September 2008
Der Mythos Wall Street
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
herzlichen Dank für Ihre erfrischend aufweckenden Artikel. Weltweit schrieb kein Journalist so frühzeitig und fundiert wie Sie, dass diese Luftblasenproduzenten dem Ende nahe sind. Das Aus für die Wall Street, wie Sie es seit Jahren prognostiziert haben ist nun da und wird den notwendigen radikalen Wandel in Amerikas Finanzwelt mit sich bringen.
Seit der Großen Depression in den 1930-er Jahren waren in den Staaten die normalen Geschäft- und Investmentbanken getrennt. Der Unterschied zwischen den normalen Geschäftsbanksystemen ist einfach erklärbar:
Ordentliche Geschäftsbanken nehmen Spareinlagen entgegen und vergeben Kredite, Investmentbanken dagegen versuchten, das ihrer Kunden Geld vergeblich sicher anzulegen.
Auf ausdrücklichen Wunsch der Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs wurde dieses Auslaufmodell wieder rückgängig gemacht. Warum geben Goldman Sachs und Morgan Stanley so plötzlich ihren so heiß geliebten Sonderstatus auf?
Auch dieser Vorgang ist einfach erklärbar:
1.
Beide Banken sind am Ende der Leistungsfähigkeit und benötigen dringend frisches Geld, denn beiden Banken sind die Gewinne weggebrochen und werden weiter abschmelzen.
2.
Mit ständig fließenden Spareinlagen können echte Geschäftsbanken ihre Finanzdecke mit Kundengeldern auffüllen und sind nicht mehr so stark von den Entwicklungen am Kapitalmarkt abhängig.
Schon wollen uns die so genannten Experten das Notmodell als genialen Schachzug
verkaufen. Viele Kleinanleger erinnern sich aber noch gut daran, dass die gleichen Experten vor Jahren das Investmentbanking in den Himmel lobten. Das schafft einen Eindruck von größter Unseriosität und Unsicherheit. In Ihren Artikeln schreiben Sie zu Recht, dass die Banken und auch die Versicherungen wieder lernen sollten, mit ihren eigenen Geschäftszweck stabil Geld zu verdienen.
Die von der US - Regierung und dem Kongress vollmundig angekündigten Alibi -Rettungspakete werden nicht den stetigen Niedergang der amerikanischen Wirtschaft aufhalten können. Mit nur 700 Milliarden US - Dollar kann man nicht alle wertlos gewordene Kredite aufkaufen. Wie viel US - Dollar soll die US - Notenbank noch drucken? Das finanzielle Zauberpaket ist lediglich der vorläufige Höhepunkt der wütenden Krise. Beenden wird diese vermeintliche Rettungsaktion das Desaster nicht.
Mit freundlichen Grüssen
DER VERFASSER
2. Leserbrief / anonymisiert
Herrn
Udo Piasetzky
Vorstandsvorsitzender
Deutschen Rentenschutzbund e.V.
Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
XXXXXXX, den 24. September 2008
Investmentbanken
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
jahrzehntelang haben Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und andere Finanzdienstler und Fondsmodelle unser sauer verdientes Geld über Strukturvertriebe eingesammelt, damit es danach in Amerika verbrannt werden konnte. Außer Ihnen brachte niemand den Mut auf, diesen verantwortungslosen Geldverbrennern die Stirn zu bieten.
Die US - Finanzkrise sorgt jetzt für einen historischen Wandel an der Wall Street, denn die beiden letzten US - Investmentbanken werden wieder zu „gewöhnlichen“ Geschäftsbanken. Die Botschaft an alle Deutschen könnte kaum deutlicher ausfallen:
Keine Sonderrechte und keine Sonderrisiken mehr - Ende mit dem Cashburning, denn diese erhöhte Risikoaffinität der US - Banker ist nach Meinung von seriösen Experten der Hauptgrund für den Ausbruch der US - Kreditkrise gewesen.
Die ganz Schlauen in Politik und Wirtschaft fordern jetzt mehr und bessere Kontrollen.
Dass solche Kontrollsysteme aber ein Engagement deutscher Banken im Derivatemarkt für US - Hypothekenkredite nicht verhindern konnte, zeigen das Chaos bei der IKB und der KfW. Wenn 37 hoch bezahlte Aufpasser nicht ausreichen, werden auch 74 kein anderes Ergebnis einfahren. Auch das traurige Beispiel der größten US - Sparkasse Washington Mutual zeigt, dass das Institut im Zuge der Kreditkrise ebenfalls in erhebliche Zahlungsnot geriet, obwohl die Kontrollen für amerikanische Verhältnisse relativ gut waren.
Nun werden die US - Investmentbanken auf das Massenkundengeschäft losgelassen und werden innerhalb von wenigen Jahren auch dort ebenfalls kalte Schneisen hinterlassen. Ausschließlich an der Brust der Fed zu hängen, wird das Überleben von Goldman Sachs oder Morgan Stanley nicht sichern.
Die Umwandlung des Status der verbliebenen US - Investmentbanken ist die größte Umwälzung in den US - Bankensektoren seit der Weltwirtschaftskrise 1929. Hoffentlich endet dadurch gleichzeitig das unkontrollierte Geldeinsammeln der Strukturvertriebe in Deutschland, die seit rund 40 Jahren nach dem oberfaulen IOS - Modell den Bürgern das Geld aus der ziehen.
Für mich sind Sie nicht nur der Robin Hood der Rentner, sondern der erfolgreichste Beschützer aller Zeiten der Deutschen, wenn es um ihre Zukunft geht.
Mit freundlichen Grüssen
DER VERFASSER
DRSB
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