DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky · Andreas Kallen · Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 02. August 2008
Leserbriefe von DRSB - Lesern
Die Leserbriefe wurden nach Themengebiete aufgeteilt und nach einem Zufallsgenerator ausgewählt.
Der DRSB e.V. versichert allen Lesern, dass der Wunsch nach Anonymität respektiert und gewahrt bleibt.
An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Leserzuschriften vom DRSB e.V. nicht auf Wahrheit oder juristische Wahrhaftigkeit geprüft wurden und insofern ausschließlich die Meinungen der jeweiligen Autoren darstellen.
1. Leserbrief / anonymisiert
Herrn
Udo Piasetzky
Vorstandsvorsitzender
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
XXXXXXXX, den 19. Juli 2008
Sommerschlussverkauf am Bankenmarkt
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
herzlichen Dank für Ihre aufklärenden Artikel zur US - Finanzkrise. Bedingt dadurch ist es vielen Menschen möglich, ihr Geld zu behalten. Wie frühzeitig vom DRSB prognostiziert, kommen die Einschläge der US - Finanzkrise täglich näher und zeigen direkte Auswirkungen auf uns.
So bekommt trotz starker Bemühungen die ebenfalls durch die Kreditkrise enorm in Mitleidenschaft gezogene britische Grossbank HBOS das nötige Geld für ihre Kapitalerhöhung nicht zusammen. Selbst die eigenen Anteilseigner haben nur 8,29% der neu aufgelegten Aktien gezeichnet.
Die beauftragten Investmentbanken Dresdner Kleinwort und Morgan Stanley versuchen nun, die übrigen Papiere zum vorgesehenen Preis bei kleineren Investoren zu platzieren. Wieder einmal suchen die Investmentbanken Gutgläubige, die ihnen ihr Geld zum verbrennen anbieten, denn die HBOS hatte ihren Aktionären für fünf Aktien lediglich zwei Neue zum Preis von 275 Pence pro Stück angeboten. Kein Wunder also, hatten sie sich doch die Bank - Junkies beim Ausgabepreis „leicht“ verkalkuliert.
Die Akzeptanz bei der Kapitalerhöhung war auch deshalb so gering, weil die Aktie lange an der Börse deutlich billiger gehandelt wurde als zu dem Ausgabepreis von 275 Pence. Erst am Freitag stieg der Kurs auf 282 Pence, was den Verkauf der HBOS - Aktien aus der Kapitalerhöhung vielleicht erleichtern könnte.
Die geringe Akzeptanz wird dazu führen, dass die begleitenden Investmentbanken Morgan Stanley und Dresdner Kleinwort zunächst auf Aktien im Wert von fast 3,9 Milliarden Pfund sitzen bleiben.
Der Sommerschlussverkauf bei Bankentiteln hat somit nicht nur für Barclays begonnen.
Auch hier wurden die Bank - Papiere zuletzt weit unter Wert gehandelt, sodass der Kaufanreiz für die Anleger gering blieb.
Das offenkundige Desaster bei den Kapitalerhöhungen bedeutet kein gutes Omen für die noch anstehenden dringend notwendigen Kapitalerhöhungen im westeuropäischen Bankensektor und bei den instabilen Hypothekenfinanzierern.
Die Kleinanleger sind durch Schaden offensichtlich wach geworden und versuchen, ihr verbliebenes Geld zusammen zu halten.
Es wird aus diesem Grund nicht mehr allzu lange dauern, bis die professionellen „Geldverbrenner“ den Gutgläubigen mit dubiosen Bondssystemen jährliche Traumrenditen von mehr als 25% versprechen und in Deutschland die „Strukkies“ erneut zum Geldeinsammeln gepeitscht werden.
Mit freundlichen Grüssen
DIE VERFASSERIN
2. Leserbrief / anonymisiert
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Herrn Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender
Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
XXXXXXX, den 25. Juli 2008
Wer rettet GM / General Motors?
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
in den roten Zahlen hängt General Motors schon seit mehreren Jahren, sodass auch für die nächsten Quartalsberichte mit „signifikanten“ Verlusten zu rechnen sein wird.
Der Fahrzeug - Absatz in den wichtigen US - Märkten sinkt immer mehr und eine Besserung ist nicht in Sicht. Die jahrelang verfehlte Modellpolitik hat gerade jetzt für die
Sprit fressenden Geländewagen, Pick - ups und Vans das Aus bedeutet.
Wie in dem DRSB - Artikel „Offshore“ zutreffend beschrieben, wurde jahrelang der Konzern - Absatz mit Finanztricks, Rabatten und Krediten künstlich hochgehalten und zehrte letztendlich die Margen vollkommen aus.
Wie will bei den ausgewiesenen Milliardenverlusten der wankende Riese GM jemals wieder in die schwarze Bilanzzone kommen?
Bereits seit Monaten gelten die Bonds von GM - wie auch die des Konkurrenten Ford - laut Definition der Ratingagenturen schon lange als stark ausfallgefährdet und damit als Ramsch. Vor drei Jahren wurden die Anleihen von GM und auch Ford in die damals noch oberste Kategorie des Ramsch- oder Junk – Bereich herabgestuft.
Seitdem gab es weitere zahlreiche weitere Down - grades. Bei Moody's hat GM seit gut zwei Jahren ein Rating von nur noch „Caa1“, das ist die fünftschlechteste Note die ein Weltkonzern sich einhandeln kann.
Trotzdem geht der schwer gebeutelten Autokonzerns General Motors auf Suche nach Anlagewilligen. Für zum Beispiel eine in knapp fünf Jahren fällige Euro - Anleihe der Detroiter soll es eine jährliche Rendite von über 20% geben.
Das heißt doch im Klartext, dass die Anleger, die den Bond jetzt überhastet kaufen, ihr Geld verdoppeln können, wenn die Anleihe in fünf Jahren zurückgezahlt werden muss. Selbst risikofreudige Anleger sollten sich von solchen Überlegungen aber nicht blenden lassen. Denn ob sie ihr Geld tatsächlich in fünf Jahren wiederbekommen, steht - wie immer bei GM - in den Sternen des amerikanischen Autohimmels.
Nach der Meinung der Börsenspezialisten zeigt das Maßnahmepaket aber lediglich, wie verzweifelt der GM - Konzern in Wirklichkeit ist.
Der im Zuge der US - Finanzkrise erwartete Konjunktureinbruch trifft Woche für Woche die amerikanischen Autokonzerne besonders hart. Außerdem sind die Chancen, dass die US - Regierung oder die Mächtigen in Washington, GM im Zweifelsfall vor einem Konkurs retten würden, erheblich gesunken.
Zunehmend verliert GM politisch an Bedeutung. Zum anderen haben die US - Politiker derzeit mehr als genug Finanz - Desaster - Baustellen. Höchstwahrscheinlich hat die Stützung der im staatlichen Auftrag gegründeten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac oberste Priorität. Steuergelder für GM oder sogar Ford dürften da kaum noch zur Verfügung stehen.
Bonds von GM und - wie auch von Ford - sind deshalb nur etwas für Zocker, die auf kurzfristige Kurserholungen spekulieren. Für Bürger die langfristig orientierte Anlegeziele haben und ihr sauer verdientes Geld behalten möchten, sind diese
US - Bonds sicherlich nicht besonders zu empfehlen.
Bitte verfolgen Sie die Entwicklung weiter und berichten Sie in Ihrem unnachahmlichen DRSB - Stil darüber.
Mit freundlichen Grüssen
DIE VERFASSER
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