Tops oder Flops
Wahlprognosen - Dilemma zur NRW Landtagswahl?
07. Mai 2010
Zu jeder Wahl werden landauf und landab die Reden der Protagonisten der Parteien ausgewertet und journalistisch, je nach Lager, bewertet.
Hinzu kommen reihenweise Meinungsumfragen, die dann im Wochenrythmus den Menschen in kleiner Dossierung verabreicht werden.
Die Protagonisten der Parteien versuchen, die Wähler mit Argumenten zu ködern und mit den blumigsten Versprechen für sich zu gewinnen.
So war es auch wieder in Nordrhein - Westfalen zu der diesjährigen Landtagswahl. Man
tingelte fleißig mit Bussen und Autokorsos durch das Land.
Wie immer wurden auf Marktplätzen möglichst ergreifende Reden gehalten, blumige Versprechen gegeben und Geschenke verteilt.
Wann und wodurch wird ein
Wahlprogramm oder ein Kandidat zum Hit?
Welche Versprechen werden auch nach der Wahl eingehalten?
Das DRSB - Experiment zur Bundestagswahl 2009 hat klar gezeigt, dass man es vorher nie wissen kann.
Eins aber wurde immer klarer:
Die Wahlprogramme spielten kaum eine Rolle.
Die Protagonisten der Parteien haben es also nicht leicht. Mal stehen sie in den Meinungsumfragen oben und mal fallen sie, ohne erkennbaren Grund, wieder ab,
obwohl sie sich jeweils vor sehr ähnlichem Publikum mit denselben Argumenten ihre politischen Standpunkte verdeutlichen wollten.
Alles nur Zufall? Alles nur Glück?
Alles nur Medien - Manipulation?
Der DRSB e.V. hat bereits im vorigen Jahr mehrfach bewiesen, dass gleichgültig welche Partei oder Koalition an der Regierung war, die Steuern und Abgaben für Unternehmen ständig sanken und die Verbrauchssteuern [ Umsatz- oder Mehrwertsteuer ] ständig angehoben wurden.
Das bedeutet im Klartext, dass die Mehrheit der Steuerlasten immer mehr auf die Schultern aller Menschen in unserer Heimat verschoben wird, bei gleichzeitiger Entlastung insbesondere der Megakonzerne, Banken und Versicherungen.
Aus sachlichen Analyse der 20 zurückliegenden Wahlen [ Bund und Länder ] geht aber hervor, dass die Politiker aus CDU / CSU, FDP, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und die neue Linksformation damit für sich geworben haben, mehr Steuergerechtigkeit für alle Menschen zu schaffen.
Die sachliche Analyse
deutscher Steuergesetze belegt aber genau das Gegenteil.
Haben uns die Politiker aus allen Parteien jahrelang belogen?
Ja, es sieht ganz danach aus!
Aber wer würde einen Politiker wählen,
der die Menschen in unserer Heimat in die Armut stürzen will?
Niemand? Alle!
Bereits 1998 kamen SPD und Bündnis 90 / Die Grünen durch das Wählervotum an die Regierungsmacht.
Obwohl sich ganz bestimmt kein Wähler von der vorgenannten Regierung die
Armuts - Agenda 2010, Hartz IV, Riester - Rente
oder die
nachgelagerte Rentenbesteuerung
gewünscht hat.
Auch die Wähler von CDU / CSU und FDP haben sich zur Bundestagswahl 2009 eher die Abschaffung der
Armuts - Agenda 2010
vorgestellt und hoffen bis heute vergeblich auf Steuererleichterungen oder gar sichere Arbeitsplätze.
Ein demokratisches System erfordert politisch mündige Bürger, die auf Basis von Wissen rationale Urteile fällen können.
Bedauerlicherweise ist so etwas
in unserer Heimat noch eine reine Wunsch - Vorstellung.
Mehrere wissenschaftliche Studien belegen, dass die meisten Menschen anhand ihres Bauchgefühls entscheiden, welcher der politischen Kontrahenten den kompetenteren Eindruck auf sie machte.
Sie sind also dem Wechselbad ihrer Gefühle ausgeliefert, die, betrachtet man lediglich die nachteiligen Steuergesetze in unserer Heimat, die Gefühlwelten der Menschen recht ordentlich getäuscht haben müssen.
Es war schon wenig schmeichelhaft für die Wähler von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen erkennen zu müssen, dass die von ihnen gewählten Politiker in unserer Heimat die
Flächen- und Altersarmut
lostraten und forcierten.
Wie enttäuschend muss es heute für die Wähler der CDU / CSU und der FDP sein, wenn sie nach nunmehr acht Monaten realisieren dürfen, dass „ihre“ gewählten Protagonisten das
Armuts - Dilemma
noch wesentlich mehr befeuern?
Das schwarz / gelbe Experiment scheint im Kern grundlegende Fehler zu haben und zeigt den Menschen in unserer Heimat, dass sich in der Politik weder Wahrheit noch Erfolg vorhersagen lasen.
Durch die Meinungsumfragen wurden die Zuhörer systematisch beeinflusst und supervisieren sich gegenseitig in ihrem Urteil.
Das gilt wahrscheinlich für alle Parteien sowie ihre Protagonisten. Je mehr sozialer Kontakt, desto größer sind später die Unterschiede zwischen
Tops oder Flops,
wie das DRSB - Experiment gezeigt hat, desto weniger verlässliche Prognosen sind also möglich.
Dabei beschäftigen die Parteien in NRW ebenso wie in Berlin ein Heer hoch bezahlter Fachleute, um ihre Macht - Investitionen zu lenken.
Doch all diese Anstrengungen könnten völlig vergebens sein, zeigt eine Studie der Universität Princeton.
Die Psychologen
Charles Ballew und Alexander Todorov
haben in verschiedenen Fachjournalen ihre Ergebnisse veröffentlicht, die besagen, dass es vor allem das Aussehen ist, das über politische
Tops oder Flops
entscheidet.
Nur eine Zehntelsekunde reicht offensicht aus, um sich für einen beliebigen
Kandidaten
zu entscheiden.
Die Versuchsteilnehmer hielten demnach den jeweiligen Gewinner der Wahl in den meisten Fällen für kompetenter als die schärfsten Mitbewerber.
Besonders erstaunlich war jedoch, je weniger die Versuchsteilnehmer über ihre Entscheidung nachdachten, desto eher wählten sie die späteren Gewinner aus.
Die spontane Wertung der Versuchsteilnehmer war so signifikant, dass die Wissenschaftler den Ausgang von 68% aller Gouverneurswahlen und von 72% der Senatswahlen in den USA - im Jahr 2006 - korrekt voraussagen konnten.
Die Psychologen
Charles Ballew und Alexander Todorov
waren nach der Beendigung ihrer Studien erschüttert vom Bild eines mündigen Wählers.
Für die Wahlkampfmanager der deutschen Parteien könnte daher die Versuchung bestehen, den passenden Kandidaten für die jeweilige Situation des Bundeslandes auszuwählen, als ein nutzmehrendes Wahlprogramm zu gestalten.
Die Untersuchungen von
Charles Ballew und Alexander Todorov
wurden sogar noch von fünf- bis dreizehnjährigen Kindern in den wissenschaftlichen Schatten gestellt.
Denn die Studien der Psychologen
John Antonakis und Olaf Dalgas
von der Universität Lausanne belegen ohne jeden Zweifel, dass Schweizer Kinder schon im Alter von fünf Jahren vorhersagen konnten, welche Protagnisten der Parteien am wahrscheinlichsten die französischen Parlamentswahlen gewinnen würden.
Die 681 Kinder wählten 2009 aus den Bildern der 114 Kandidaten aus der Wahl in 2002 jeweils die Gewinner oder Verlierer der einzelnen Wahlkreise aus.
In sieben von zehn Fällen lagen die Schweizer Kinder mit ihrer Entscheidung richtig, wer in der politischen Wahl tatsächlich gesiegt hatte.
Offenbar beurteilen Kinder Politiker nach den gleichen Kriterien wie Erwachsene, wenn auch unter der anderer Fragestellung:
Wer wird unser Käpt'n?
Bereits im Jahr 2007 hatten die Psychologen
John Antonakis und Olaf Dalgas
Genau dieselben Fotos 684 Schweizer Studenten vorgelegt.
Das Ergebnis war verblüffend:
In 70% der Fälle entschieden sie sich die Schweizer Studenten für den Kandidaten, der die Wahl tatsächlich gewonnen hatte.
Übrigens:
Die gleichen 681 Kinder sagten völlig klar den Sieg von Barack Obama voraus und das mit großer Genauigkeit über Hillary Clinton sowie auch über John McCain.
Die Studien der Schweizer und Amerikaner passt in eine ganze Reihe anderer Studien, die ebenfalls gezeigt haben, dass schnelle Urteile über politische Kandidaten, die allein aufgrund von Fotos getroffen werden, deren Wahlerfolg recht gut vorhersagen können.
Entscheidend dabei scheint weniger die Attraktivität der Politiker zu sein, als vielmehr eine gewisse Ausstrahlung von Kompetenz.
Die Frage, welche Gesichtsmerkmale oder Aussagen genau unterschiedliche Personen kompetent wirken lasse, konnten alle beteiligten Wissenschaftler noch nicht abschließend klären.
Doch ein Ergebnis steht schon heute unerschütterlich fest, dass sich die äußeren Merkmale, nach denen Menschen, gleich welchen Alters, auf die Kompetenz anderer schließen, mit zunehmendem Alter kaum verändern.
Wenn also Menschen mit einer Vielzahl von Daten konfrontiert werden, tendiert das menschliche Gehirn dazu, den Entscheidungsprozess zu vereinfachen, indem es einen Rückgriff auf schnelle und simple Strategien vollzieht.
Wunschdenken steuert die Entscheidungen, denn die Menschen in unserer Heimat hoffen natürlich auf Besserungen.
Häufiger passiert jedoch genau das Gegenteil:
Oft denkt man sich, das muss doch
endlich funktionieren - und es geht trotzdem wieder in die Hose.
Das zeigt, dass die Vereinfachungsstrategien die Hoffnungen und Vorstellung des Wählers nicht erfüllen.
Die Beurteilung der Kompetenz eines Politikers aufgrund seiner Gesichtsmerkmale sind somit keine aussagekräftigen Wahl - Kriterien und sollten durch gezielte Hinterfragung abgesichert werden.
Die irrationale Entscheidung nach dem Äußeren der Bewerber bei politischen Wahlen könnte dadurch einen rationalen Kern erhalten.
Doch was am Ende eines jeden Tages nach jeder Wahl
Tops oder Flops
werden, entscheidet die wirkliche Nutzmehrung, die ein Politiker für die Menschen in unserer Heimat erbringen kann.
Welche Regierungskoalition wird also der Hit in NRW?
Das DRSB - Experiment zeigt deutlich eine Abwendung von der CDU, Bündnis 90 / Die Grünen sowie im Besonderen von der FDP.
Doch ob ein dauerhafter Wohlstand für die Menschen in unserer Heimat von der SPD und der neuen Linksformation wiederhergestellt werden könnte, bleibt zu bezweifeln.
Den politischen
Superstar - Effekt
haben weder die SPDlerin Hannelore Kraft noch der CDUler Jürgen Rüttgers.
Spätestens am kommenden Sonntag um 18:01 Uhr werden die Menschen in NRW sehen,
welcher vermeintliche Star plötzlich in die Bedeutungslosigkeit abstürzen durfte.
Tops und Flops,
meistens beschreiben die Wahlforscher lediglich die zukünftige Einkommensverteilung zwischen
arm und reich.
In der wirklichen Welt ist der soziale Abstieg nämlich das eigentliche Thema für aktuelle und zukünftige Rentenbezieher.
Korrekte oder verlässliche Wahlprognosen
liefern deshalb die Wahlforscher schon lange nicht mehr.
================================================
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Wir kämpfen seit 22 Jahren mit der Stimme der Demokratie für einen modernen Sozialstaat, sichere, langfristige Arbeitsplätze, sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme, sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme und für korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der Europäischen Union.