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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf

Frau

Edda Castelló

 

Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Kirchenallee 22

D - 20099 Hamburg

 

Düsseldorf, den 18. September 2009

 

Drittes offenes Schreiben an

Frau Edda Castelló

Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

 

Gut beraten - Ampelcheck Geldanlage

Kennzeichnungsbroschüre der Verbraucherzentrale Hamburg

Hier: Ihr Antwortschreiben auf die DRSB - Anfragen

 

PDF
Antwortschreiben von Frau Edda Castelló
auf die DRSB - Anfragen

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Sehr geehrte Frau Castelló,

 

vielen Dank für Ihre schriftliche Antwort vom 07. September 2009, die am 10. September 2009 beim DRSB e.V. eingegangen ist.

Bekanntlich setzt sich der DRSB e.V. uneingeschränkt für alle aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher ein und hat in den zurückliegenden Jahren, selbst von den erbittertsten Gegnern, nur positiven Zuspruch für seine qualitiv gute  Arbeit erhalten.

Rentenschutz bedeutet auch für uns „Verbraucherschutz“, aber auch das kompromisslose Eintreten für sichere Langzeitarbeitsplätze und sinnvolle, nutzmehrende wirtschaftliche Rahmenbedingungen für alle Menschen in unserer Heimat.

Wer täglich regelmäßig unsere Veröffentlichungen liest, der weiß, dass der DRSB e.V. seine Aufgaben sehr ernst nimmt und diese ideologiefrei ohne jegliche politische oder wirtschaftliche Interessen vertritt.

Bis zum 10. September 2009 waren wir davon ausgegangen, dass Sie und Ihre Kollegen in den deutschen Verbraucherzentralen, genau so wie wir, mit Herzblut das Ziel verfolgen, die Bürger in unserer Heimat vor Vermögensschäden zu bewahren.

Nachdem Ihre Verbraucherzentrale gegen die einstweilige Verfügung das Landgerichts Berlin Widerspruch einlegte und sich dabei insbesondere in der Hauptsache auf die Behauptung stützte, dass die Aussagen im

„Ampelcheck Geldanlage“

lediglich Meinungsäußerungen im politischen und geistigen

„Meinungskampf“

seien, müssen wir uns von Ihnen und den deutschen Verbraucherzentralen bedauerlicherweise vorläufig distanzieren.

Der Deutsche Rentenschutzbund e.V. tritt ohne wenn und aber für freie politische Meinungsäußerungen von Verbraucherzentralen ein.

Es erscheint uns jedoch völlig inakzeptabel, politische Meinungskämpfe oder gar ideologische Grabenkriege im Scheingewand von Pseudo - Produktvergleichen zu führen, die auch noch den Anspruch erheben, objektiver, neutraler oder sogar  sachgerechter Verbraucherschutz zu sein.

Denn gemäß Ihren Darstellungen vor dem Landgericht Berlin erheben Sie keinen, mit einem Warentest vergleichbaren Anspruch auf Neutralität und Objektivität.

Wörtlich heißt es im schriftlichen Widerspruch weiter:

„Sie [ die Debeka Versicherungsgruppe ]

hat keinen allgemeinen Anspruch auf eine faire Bewertung“.

Für solche nassforschen Aussagen

werden Sie nicht mit deutschen Steuergeldern bezahlt.

Im Kern bestätigten die Berliner Richter die Auffassung der Debeka, dass Ihre Broschüre die Menschen in unserer Heimat mit fehlerhaften Aussagen in die Irre führt. Es ist deshalb für viele Bürger unverständlich, dass das Gericht die einstweilige Verfügung aus rein formalen Gründen wieder aufheben musste.

Mit Ihrer Argumentation vor dem Landgericht Berlin haben Sie die Maske des Seriösen fallen lassen und die verborgenen Absichten ans Tageslicht geholt.

 

Wie der DRSB e.V. bereits vor Wochen ungeblendet und unbeirrt berichtete, geht es Ihnen und womöglich auch Ihrem Kollegen Nauhauser aus Stuttgart gar nicht um eine objektive und neutrale Information der gutgläubigen Menschen in unserer Heimat, sondern Sie führen ideologische Feldzüge gegen die Versicherungswirtschaft mit der Absicht der völligen Vernichtung dieses „noch“ stabilen Wirtschaftszweiges.

Durchleuchtet man fachgerecht Ihre schriftlichen Aussagen zur Stornoquote bei Lebens- und Rentenversicherungen, so erhärtet sich dieser Eindruck mit jeder von Ihnen geschriebenen Zeile.

Vermutlich fehlt Ihnen der Zugriff auf einen qualifizierten Versicherungsmathematiker, denn ein solcher Fachmann hätte Ihnen mit Leichtigkeit genau definieren können, was tatsächlich unter dem Begriff der sogenannten

„Stornoquote“

zu verstehen ist.

Jeder gut ausgebildete deutsche Versicherungskaufmann weiß, dass die Stornoquote rein mathematisch die vorzeitigen Abgänge an laufenden Beiträgen im Verhältnis zum mittleren Jahresbestand in Prozentwerten beschreibt.

Unter den Begriff vorzeitigem Abgang fallen insbesondere getätigte Rückkäufe sowie Beitragsfreistellungen, aber natürlich auch die von Ihnen heftig propagierten Anbieterwechsel im Riesterrenten - System.

 

Dass diese vom Gesetzgeber ermöglichten Anbieterwechsel in die Stornoquote der deutschen Versicherer einfließen, ist vielen Journalisten nicht zugänglich und wurde von Ihnen womöglich gänzlich übersehen.

Darüber hinaus führt jede notwendige Beitragsreduzierung zu einer Erhöhung der ausgewiesenen Stornoquote.

Das bedeutet, dass auch Änderungen im Beschäftigungsverhältnis der versicherten Bürger, wie die prekäre Leiharbeit, Teilzeitbeschäftigung oder Elternzeit automatisch in jede Stornoquote eines Versicherers einfließen.

Ein besonders wunder Punkt in Ihrer einseitigen Stornoquoten - Betrachtung ist das völlige Ausblenden der nachweisbaren volksschädlichen Aktionen von Strukturvertrieben.

 

Quasi jeder seriöse Versicherungsvermittler kann Ihnen Beispiele aufzeigen, in denen Außendienstmitarbeiter von Strukturvertrieben gutgläubige Kunden auffordern, ihre nutzmehrenden Lebens- oder Rentenversicherungen vorzeitig zu kündigen, damit durch einen erneuten Abschluss bei einem Strukturvertrieb das Umsatzsoll erfüllt werden kann.

 

Der DRSB e.V. hat in diversen Artikeln darüber berichtet und zusätzlich darauf hingewiesen, dass durch die hohen Provisionszahlungen an die Strukturvertriebe, verbunden mit den extrem hohen Einstiegszahlungen, die gesamten Mitglieder der Versichertengemeinde nachhaltig geschädigt werden.

Alleine noch in diesem Jahr haben möglicherweise gutgläubige oder ahnungslose Versicherungsvorstände so genannte „Motivationszahlungen“ in mehrstelliger Millionenhöhe an Strukturvertriebe oder deren Abspaltungen gezahlt.

 

Die berechneten 14 Milliarden Euro Schäden liegen jedenfalls nicht vollumfänglich an den seriösen Vermittlern, den staatlich verordneten Produkten oder den Produktgebern, sondern sind nicht unerheblich von dubiosen Vertriebsarten ausgelöst worden.

Welche Mitschuld an den Stornos die Verbraucherzentralen tragen, versuchen wir noch zu ermitteln.

Über solche fragwürdigen Vorgänge findet man auf den Internetseiten der deutschen Verbraucherzentralen kein einziges Wort.

Die angebotene Überprüfung Ihrer Zahlenwerke durch den DRSB e.V. verweigern Sie sowie auch Ihre Stuttgarter Kollegen bis heute.

 

Warum eigentlich? Was haben Sie zu befürchten?

 

So lange Sie sich also einem echten Verbraucherschutz vorsätzlich verschließen, ist die Aussagekraft Ihrer Zahlenwerke in Anbetracht der von Ihnen angeführten Beispiele nicht nur infrage zu stellen sondern schlichtweg untauglich.

Bedauerlicherweise haben Sie übersehen, uns die Höhe Ihrer Haftungsmöglichkeiten mitzuteilen.

 

Bitte beantworten Sie auch die gestellten Fragen in unseren DRSB - Schreiben vom 08. August und von 05. September 2009.

Wie von Ihnen gestattet, werden wir mit diesem dritten offenen DRSB - Schreiben Ihre schriftliche Antwort auf der DRSB - Internetseite veröffentlichen.

 

Mit freundlichen und besten Grüßen aus Düsseldorf

Ihr

Ihr

Udo Piasetzky

Hans - Josef Leiting

Vorstandsvorsitzender des

DRSB e.V.

Steuerberater und Vorsitzender der

Rentenkommission des DRSB e.V.

 

Stand: 18.09.09

DRSB e.V.
Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
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eMail: drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Website: http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de
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