Sie sind hier: » Archiv » Leitartikel 2009 » März 2009 » Leitartikel der Woche KW 13 » Erstes offenes Schreiben an Herrn Dr. Ralf Brauksiepe Mitglied der CDU / CSU Fraktion im Deutschen Bundestag 
 

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf

 

Herrn

Dr. Ralf Brauksiepe

CDU / CSU - Fraktion

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

D - 11011 Berlin

Düsseldorf, den 24. März 2009

 

Erstes offenes Schreiben an

Herrn Dr. Ralf Brauksiepe

Mitglied der CDU / CSU Fraktion im Deutschen Bundestag

 

 

E - Mail Nachricht vom 17. März 2009

Hier: Privat oder Staat - Welche Rente ist noch sicher?

 

Sehr geehrter Herr Dr. Brauksiepe,

 

mit der im Betreff genannten Nachricht kündigten Sie dem DRSB e.V. Ihren Fernsehauftritt für den gleichen Abend an.

Viel besser als in dieser Mitteilung kann man Unwissenheit eigentlich nicht mehr dokumentieren.

Zitat Anfang:

Die Deutsche Rentenversicherung beruhigt: auf die gesetzliche Rente ist immer noch Verlass.

Doch für viele wird sie allein nicht mehr reichen. Einige haben deshalb ihr gesamtes Erspartes den Banken anvertraut, und durch die Finanzkrise alles verloren. Über dieses Risiko wurden sie oft vorab nicht informiert.

Nun können sie nur noch mit leeren Händen auf ein arbeitsreiches Leben zurückblicken, anstatt den Lebensabend zu genießen.

 

Die Sorgen der Privatanleger um ihre Zukunft wachsen, denn auch Lebensversicherungen und viele Betriebsrenten beruhen auf Aktien und Fonds.

Die Bundesregierung wünscht ausdrücklich eine private zusätzliche Altersvorsorge und fördert die sog. Riester - Rente.

Arbeitnehmer mit geringen Einkommen könnten aber kaum vor ihr profitieren, so die Kritiker.

Deshalb werden Forderungen lauter, dass alle Erwerbstätigen gemeinsam in eine Rentenkasse zahlen.

Die Überlegung: damit wäre - ähnlich wie in der Schweiz - zumindest eine sichere Grundrente gewährleistet.

Wie sicher ist private Altersvorsorge?

Ist die Riester Rente nur was für Besserverdiener?

Sollte jeder in die Rentenkasse einzahlen?

Zitat Ende

Was aber wollen Sie mit Ihren Aussagen tatsächlich bezwecken?

Seit Jahren fördert gerade Ihre Partei die invaliden Riester - und Rürup - Modelle.

Nicht die deutschen Bürger oder die Banken, sondern die verantwortlichen Manager in den Versicherungsgesellschaften haben das Altersvorsorgevermögen verbrannt, da die Bürger ihr sauer verdientes Geld diesen Unternehmen gutgläubig anvertrauten.

Denn gerade auch von Ihnen sowie von Versicherungskonzernen wird doch noch immer gebetsmühlenartig auf die Bürger eingewirkt, eine zusätzliche private Altersvorsorge abzuschließen.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht überschwänglich verkündet wird, dass bereits mehr als 12 Millionen Riesterverträge abgeschlossen wurden.

Diese unvollendeten Baustellen der Politik ermöglichten und förderten erst das

US - Finanzdesaster und deckten die Schwachstellen schonungslos auf.

Vermutlich aufgrund der fehlenden Kompetenzen werden von Ihnen immer wieder neue Baustellen eröffnet, um den Fokus der Öffentlichkeit auf unwichtige „Nebenkriegsschauplätze“ abzulenken.

Die tatsächlichen Probleme, die auch von Ihnen tatkräftig mitgeschaffen und mitgetragen werden, scheinen Ihnen in der eigentlichen Auswirkung für die Bürger völlig unbekannt zu sein.

Analysiert man Ihre Aussagen, Verschriftungen und Arbeitspapiere zum Thema Rente, dann wird das umfängliche Versagen Ihrer Partei immer deutlicher erkennbar.

 

Denn mit der Einführung der Armuts - Agenda 2010 wurden deutsche Bürger, nicht nur mit unsozialen Veränderungen in der Arbeitslosenversicherung, sondern auch mit tief greifenden Neuregelungen in der gesetzlichen und privaten Rentenversicherung konfrontiert.

Überspitzt formuliert könnte man auch sagen, dass ein Teil der deutschen Sozialsysteme nicht nur durch die rot / grüne Chaospolitik beerdigt wurde.

 

Die untauglichen Altersvorsorgemodelle nach den invaliden Strickmustern

„Riester und Rürup“

werden auch noch sinnverdrehend als „Hartz - IV - Sicher“ angepriesen.

Deutsche Bürger unterliegen damit als „Hartz - IV - Empfänger“ einer besonders verwerflichen Art der Zwangsenteignung im Falle ihrer Arbeitslosigkeit, einmal abgesehen von den Berufsfallen.

 

Den deutschen Bürgern müsste endlich glaubwürdig, fachkompetent und überzeugend vermittelt werden, dass die CDU / CSU über ein einfaches, nutzmehrendes und verständliches Rentensystem in Zukunft verfügen könnte, wenn sie nur ernsthaft wollte.

Denn mit geringem Aufwand lassen sich die bestehenden Renten - Modelle nachjustieren, so dass die Leistungskraft proportional zunehmen könnte.

Jede demokratische Partei, die diesen Schlüssel besitzt, wird sich in die Lage versetzt sehen, das gigantische Wählerpotential der aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher zu erschließen.

Die Bereitschaft, eine demokratische Partei zu unterstützen, hat der DRSB e.V. mehrfach bekundet und wird auch, wenn nötig, Atlantik - Brücken - Netzwerker, wenn es den Bürgern dienlich sein sollte, unterstützen.

Bedauerlicherweise sind bei Ihnen diese elementaren Grundlagen nicht erkennbar, so dass davon auszugehen ist, dass Sie weiter zum Schaden der aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher agieren wollen. 

Die Schäden, die dadurch verursacht werden, fallen somit direkt auf Sie und Ihre Partei zurück und werden immer weiter Wählerstimmen kosten.

Das traurige Ergebnis langjähriger verfehlter Rentenpolitik bedeutet deshalb schon heute für viele deutsche Bürger:

Berufsfallen, Vermögensvernichtung und invalide Patchwork - Altersvorsorge.

Die deutschen Bürger wären sehr daran interessiert, von Ihnen zu erfahren, welche tatsächlichen Absichten Sie umtreiben.

Ihre angemessene schriftliche Stellungnahme erwarten wir bis zum 31. März 2009 und bitten schon jetzt um Genehmigung zur Veröffentlichung derselben auf unserer Website.

 

Mit freundlichen Grüßen

Udo Piasetzky

Andreas Kallen

Vorstandsvorsitzender des

DRSB e.V.

Rechtsanwalt und Vorsitzender der

Rechtskommission des DRSB e.V.

 

DRSB e.V.
Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
(Verwaltungssitz)
eMail: drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Website: http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Impressum

Wer wir sind
Links

Spenden für ein nutzmehrendes
deutsches Rentensystem