DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 27. Januar 2010
Profitgier
Chronologie vom Salami - Crash
Es häufen sich die Bilder in allen Medien, die aufgebrachte und verzweifelte Mitarbeiter von Unternehmen zeigen, die ihre selbst gemalten Protestschilder und Schmähplakate vor den Werkstoren hochhalten.
Hinter diesen Protestschildern und Schmähplakaten versteckt sich die nackte Angst der Betroffenen, ihre sicher geglaubten Arbeitsplätze zu verlieren.
Solche sich häufenden Szenarien verkünden nichts Gutes.
Wir sind in unserer Heimat im letzten Jahr nur knapp an einer katastrophalen Pleite vorbeigeschrammt und es stehen noch immer tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel.
Nach Durchleuchtung der Ursachen steht unangefochten an erster Stelle die betrübliche Erkenntnis:
„Vernichtet durch die Profitgier von Managern“.
Die in der Gegenwelt lebenden Politiker realisieren zwar langsam das gesamte Ausmaß der sozialen Verwüstungen, doch gegenlenken wollen oder können sie nicht.
Denn solange finanzielle Interessen von mächtigen Anlegerkonzernen im Spiel sind, haben die Politik und die Wahrheit schlechte Karten.
Die
Profitgier
ist quasi die älteste Religion und hat in der Regel die allerbesten Protagonisten
[ Priester ] und die allerschönsten Tempel und Kultstätten.
Die Wirtschafts- und Finanzwelt waren eigentlich nie so richtig gut, aber sie könnten wesentlich besser werden, wenn unsere Politiker es wirklich wollten.
Zum Hauptproblem für alle Parlamentarier entwickelt sich dabei, dass der Glaube an die Loyalität Schaden nimmt und dadurch sofort moralische Werte zu Bruch gehen.
Rein philosophisch betrachtet, ist es keine große Sache das Leben zu verlieren, aber zusehen zu müssen, wie sich der Sinn des Lebens auflöst, wird zum anhaltenden
Martyrium für die Menschen
in unserer Heimat.
Hunderttausende enttäuschter Seelen werden sehr leicht zu den willfährigen Fußtruppen der Demagogen.
Werden dadurch soziale Rebellen geformt?
Die Menschen in unserer Heimat schätzten die Beständigkeit.
Neues, Unbekanntes wird zunächst mit Argwohn betrachtet.
Peter Hartz
lässt grüßen, denn solange Viagra und Bordell - Besuche auf Kosten der Belegschaft sicher geglaubte Arbeitsplätze vernichten, solange bleibt sicher, dass nichts sicher ist.
Wenn Betriebsräte erpressbar bleiben und die Medien die wahren Ursachen verhüllen, befinden sich die Arbeitnehmer in der Defensive.
Schlimmer noch:
Durch Profitgier und Misswirtschaft der Manager steigt das Risiko an, dass weitere sicher geglaubte Arbeitsplätze in unserer Heimat verloren gehen.
Die meist leeren Worthülsen der Manager auf der Bilanz - Pressekonferenzen können das peinliche Unvermögen nicht mehr übertünchen.
Entdecken heißt sehen, was vorher niemand gesehen hat, und so kristallisiert sich langsam heraus, dass an diesen Schreckensszenarien hauptsächlich die meisten
Fondsgesellschaften
beteiligt sind, denn sie folgen in ihrer Produkt- und Anlagepolitik gern dem Trend an den Aktienmärkten und der ungezügelten
Profitgier.
So etwas fällt in wirtschaftlich guten Zeiten kaum jemandem auf, denn die professionellen
Sozialverwüster
versuchen in klimatisch angenehmen Zeiten, die Kleinanleger mit immer neuen Fondsideen und Gewinnversprechen zu ködern.
In Zeiten von wirtschaftlichen Schwächen dagegen überwiegen Kostenüberlegungen und da streichen diese Fondsgesellschaften gerne ihre Personaldecken sowie die Produktpaletten zusammen und verlegen gerne Arbeitsplätze in Billiglohnländer.
Die Leidtragenden dieser
Sozialverwüster
sind in erster Linie jene gutgläubigen Kleinanleger, die sich geblendet von gerissenen Finanz- oder Anlageberatern [ oftmals auch Finanzoptimierer genannt ] bewegen ließen, ihr Geld in fragwürdige Fondsideen zu investieren.
Gefolgt werden diese Leidtragenden durch die Menschen, die durch die profitgiere Geschäftspolitik der Fondsgesellschaften ihre Arbeitsplätze verloren haben.
Licht ist ebenso Energie
wie auch Information und hat das Potenzial zur Wahrheit.
Durchleuchten wir deshalb einmal die Szene der Fondsgesellschaften in Deutschland.
Alleine die
Allianz Global Investors
schloss im vorigen Jahr rund 109 wirtschaftlich defekte oder untaugliche Fondsmodelle.
Für 2010 wird sich die Anzahl der geschlossenen
Sozialverwüster
um mindestens 40 erhöhen, wenn alles ohne größere Probleme verläuft.
Aber auch die
DWS oder Deka
sowie viele andere Fondsgesellschaften dünnen in den kommenden Monaten ihr Angebot erheblich aus.
Die Fondsmodelle in unserer Heimat haben erfahrungsgemäß keine sehr lange Lebensdauer.
Bereits nach dem so genannten
„Salami - Crash“
[ Scheibchenweise Vernichtung der eingezahlten Kunden - Gelder ]
in den Jahren 2000 bis 2003 folgt vermutlich in diesem Jahr die zweite größere Schließungswelle in der Geschichte der so dargestellten deutschen Fondsindustrie.
Dies zeigt deutlich eine historische Analyse der Welle von Fondsauflagen und Fondsschließungen in den vergangenen zehn Jahren.
In der Aufschwungphase in den Jahren 2003 bis 2007 „beglückte“ die Fondsbranche die Welt mit zahlreichen neuen Fondsmodellen.
Sage und schreibe mehr als
598 Fondsmodelle
wurden in diesem Zeitfenster neu aufgelegt und mit medialen Feuerwerken gefeiert.
Dass aber im gleichen Zeitraum mehr als
338 Fondsmodelle
schließen mussten oder mit anderen Fondssystemen verschmolz wurden, darüber berichtete man nur wiederwillig mit „wenigen“ „mageren“ Zeilen.
„Erlaubt ist, was gekauft wird“.
So lautete das Credo der Fondsmanager, die auf der ständigen Jagd nach Profiten
niemals eine nachhaltige strategische Planung erkennen ließen.
Aus der Sicht der Anbieter unrentable Fonds werden auch heute noch rigoros blitzartig vom Markt genommen.
Allein zwischen Januar 2008 und Januar 2010 sind in den größeren Geldanlagemärkten auf dieser Welt erkennbar rund
261 Fonds
still und leise vollkommen vom Markt verschwunden.
Dieses schwache Durchhaltevermögen der Fondsgesellschaften hat Nachteile für alle Betroffenen.
In den USA zum Beispiel sind durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sehr viele Rentenfonds über den Jordan gegangen und haben dadurch viele Amerikaner zur
Altersarmut
verdammt.
In den gesellschaftlich betroffenen Kreisen kolportiert man sogar schon den bösen Spruch:
„Ein Fonds ist nicht gut, nur weil er ein Fonds ist“.
Zurzeit sind die Fondsgesellschaften damit beschäftigt, mit der Ausdünnung ihrer Produktpaletten wieder Land zu gewinnen.
Neue „fantastische“ Ideen, liegen noch auf „Eis“, weil sie noch nicht in die neue Marktphase passen wollen und kaum noch verlässliche Mengenvertriebsplattformen zu finden sind.
Die jahrelange ungebremste
Profitgier
der Manager hat sich herumgesprochen und verschreckt noch immer die große Masse der Kleinanleger.
Hinzu kommt, dass die Menschen in unserer Heimat registrieren, dass sie auch mit ihren Fondsanlagen die eigenen sicher geglaubten Arbeitsplätze vernichtet haben.
Mögliche Kleinanleger sollten deshalb verstärkt darauf achten, ob sich die Fondsgesellschaft, der sie ihr Geld anvertrauen möchten, länger als 13,7 Jahre auf dem Markt befindet und in dieser Zeit keine Unternehmen dieses Fonds geschlossen oder in Billigländer verlegt wurden.
Verweigert eine Fondsgesellschaft dazu durchschaubare und überprüfbare Auskünfte, dann sollten sich potentielle Kleinanleger andere Anlageformen suchen.
Nicht jene, die zögerlich Auskünfte
erteilen, sind zu fürchten, sondern jene, die ständig versuchen, gezielten Fragen auszuweichen.
DRSB
Wir kämpfen seit 22 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
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sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
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korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.