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Mehr NETTO vom BRUTTO

Kommt wieder die Trennung von Staat und Kirche?

 

06. November 2010

 

Man liest es in Zeitungen, es steht auf Transparenten in Fußballstadien und jeder hätte es sehr gerne,

mehr NETTO vom BRUTTO!

Die Gemeinschaft der tatsächlichen Steuerzahler, also hauptsächlich abhängig Beschäftigte und aktuelle Rentenbezieher, finanzieren die öffentlichen Einrichtungen und Dienstleistungen für alle, die sie brauchen. Bäder, Krankenhäuser oder Schulen, das alles wird meistens öffentlich betrieben. Von den Steuermitteln, die für öffentliche Einrichtungen bereitzustellen sind, müssten eigentlich die horrenden Kosten für die Bürokratie abgezogen werden, um zu ermitteln, was für die eigentlichen Kernaufgaben übrig bleibt. Diese Bürokratiekosten sollten nach einem Verteilerschlüssel den großen Konzernen auferlegt werden. Nach der Ansicht von immer mehr Menschen in unserer Heimat wäre ein solches Prozedere mehr als gerecht. Mit dem Beginn der US - Finanz- und Wirtschaftskrise hinterfragen kritisch viele Menschen:

Wie und wo werden unsere Steuermittel eingesetzt?

Warum gibt es bei uns immer noch die Kirchensteuer?

Was leisten die Kirchen dafür?

Die Kirchensteuer gibt es in unserer Heimat erst, seitdem ein gewisser Adolf Hitler mit dem Vatikan das so genannte

Reichskonkordat

schloss. Genau durchleuchtet, war dies nichts anderes als ein Bestechungsgeschenk der Nationalsozialisten an den damaligen Papst.

Quasi ein historisches Schweigegeld.

Neun Prozent von der monatlichen Steuerlast der Steuerzahler ist ein gewaltiger Brocken Geld für jeden abhängig Beschäftigten. Geld wird knapper in den Taschen, so dass die Mehrheit glaubt, dass es an der Zeit wäre, dass die Kirchen wieder von ihren Anhängern festumrissene monatliche Beiträge selbst einnehmen. Möglicherweise gibt es dann auch wieder überall einen hauptamtlichen Priester und erkennbare Leistungen der katholischen und evangelischen Kirche. Vermutlich würden alle Gläubigen dann auch mehr Aufmerksamkeit geschenkt bekommen.

Das gesellschaftliche Umfeld

in unserer Heimat ist also reif für den echten Laizismus.

Wir haben zwar eine Trennung von Kirche und Staat, aber sie wird von den meisten Juristen mit dem Fachbegriff

hinkende Trennung

beschrieben und in der Bevölkerung auch so empfunden. Das deutsche Modell ist also kein echter Laizismus wie in Frankreich und den Niederlanden.

Die wahre Lehre vom Laizismus bedeutet sowohl die Verwirklichung der Trennung von Staat, Kirchen und Religionen als auch, dass sich Staat und Schulen weltanschaulich neutral verhalten sollen. Nur so können Menschen mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen in einer echten Wertegesellschaft zusammenleben, ohne dass Einzelne wegen ihres

Glaubens oder Unglaubens

bevor- oder benachteiligt werden. Jeder der sich zur katholischen oder evangelischen Kirche hingezogen fühlt, kann also seinen persönlichen monatlichen Beitrag zum Erhalt seiner Kirche leisten und deren Dienstleistungen dafür in Anspruch nehmen,

soweit sie noch vorhanden sein sollten und angeboten werden. Ein weiter Vorteil des Laizismus ist, dass jede Regierungskonstellation immer  in einer neutralen Position bezüglich der Weltanschauung ihrer Bürger wäre, ohne deshalb Religion oder Glauben abzulehnen oder einzuschränken. Noch besteht aber ein Proporz aus den Landeskirchen einerseits und der katholischen Kirche andererseits. Sogar der Calvinismus macht sich bemerkbar und scheint hinderlich zu werden.

Zum Beispiel hat in den Niederlanden der Kampf der unzähligen kleineren christlichen Gemeinschaften, wie

Mennoniten, Remonstranten oder Gereformeerde,

um Religionsfreiheit schon vor Jahrhunderten das gesellschaftliche Bild bereichert und aufgelockert. Hierbei sticht sofort ins Auge, dass die typischen laizistischen Staaten allesamt historisch katholisch waren. Höchstwahrscheinlich hat der Katholizismus den Laizismus im gesellschaftlichen Leben herausgefordert.

Warum trennen wir nicht Staat und Kirche richtig?

Warum ist unser Staat nicht laizistisch?

Diese und andere Fragen haben sich auch die Laizisten in der SPD gestellt und eine neue Arbeitsgruppe gebildet.

Der Arbeitskreis

Christen in der SPD

bekommt also Konkurrenz in der eigenen Partei. Denn die

Laizisten in der SPD

wollen eine strikte Trennung von Staat und Religion. Besonders gestört hat die Initiatoren die fehlende Kritik der SPD im Missbrauchsskandal der Kirche. Nach der Meinung der

Laizisten in der SPD

sollten die Kirchen auch die Theologenausbildung selber tragen und nicht der Steuerzahler damit belastet werden. Man empfindet die Kirche nicht als einen politischen Gegner, sieht aber auch in ihr keinen Kooperationspartner, der sich auf Dauer aufdrängt. Die meisten der circa 400 SPDler sind konfessionslos oder Juden, Moslems sowie Buddhisten. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Ingrid Matthäus - Maier aus NRW ist auch bei den

Laizisten in der SPD.

Und eine sachliche Debatte über Laizismus wäre sehr viel einfacher zu führen, wenn auch CDU und CSU nach Europa schauen würden.

Welche Berücksichtigung und Bedeutung findet

der Laizismusbegriff im Europäischen Verfassungsvertrag?

In der europäischen Gemeinschaft gibt es fast so viele verschiedene Religionssysteme und Religionsgeschichten wie Länder. Frankreich nimmt hier eine Sonderstellung ein.

Italien hat mit dem Vatikan ein Konkordat geschlossen.

Andere Staaten pflegen ihre eigenen Nationalkirchen, wie zum Beispiel die Anglikanische Kirche in England und die Presbyterianische Kirche in Schottland.

Angesichts dieser sehr unterschiedlichen Vielfalt lässt sich leicht nachvollziehen, wie schwierig es ist, sich auf einen gemeinsamen religiösen Bezug in den europäischen Verfassungstexten zu einigen.

Die vielzitierten christlichen wie auch jüdischen Wurzeln Europas sind natürlich nicht von der Hand zu weisen, doch gleichzeitig dürfen auch die heidnischen Wurzeln nicht in Vergessenheit geraten, die mit der griechischen und römischen Kultur überliefert wurden. Und auch die fernöstlichen Religionen, mit den großen buddhistischen Gemeinden, haben beispielsweise in Frankreich ihren festen Platz in der Gesellschaft gefunden. Agnostische und atheistische Bekenntnisse haben sich in Frankreich als nicht minder bedeutsam erwiesen und seit dem 18. Jahrhundert Denkströmungen hervorgebracht, auf denen die Französische Revolution aufbaute und die ein gemeinschaftliches Leben ohne Bezugnahme auf einen einzigen Gott für möglich halten.

Selbst die so genannte

Freimaurerei

ist in diesem Zusammenhang von gesellschaftlicher Bedeutung. Allerdings haben sich die Freimaurer ideologisch sehr unterschiedlich entwickelt und weisen in Frankreich traditionell eher antiklerikale Züge auf. In England manifestierten sie sich dagegen als spiritueller Deismus.

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belebt nicht nur die Diskussion um den Laizismus, sondern lässt die Gedanken an 9% mehr NETTO in der Tasche kreisen.

Kommt wieder die Trennung von Staat und Kirche?

Für immer mehr Menschen in unserer Heimat ein realistisches Zukunftsmodell, wie die Arbeitsgruppe der SPDler eindeutig zeigt.

  

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Stand: 06.11.2010

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