DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 03. August 2009
Honorarberatung
Das Geschäftsmodell der Zukunft?
Die deutsche Verbraucherschutzministerin
Ilse Aigner
[ CSU ]
plant für Banken, Versicherungen und für die Finanzdienstleister die Trennung von Produktvertrieb und Beratung.
Dem Düsseldorfer Handelsblatt sagte die Ministerin
Zitat Auszug:
„Wir überlegen in der Tat, ob sich jemand Berater nennen darf,
wenn er gleichzeitig auch dem Vertrieb seiner Organisation dient. Wichtig für den Verbraucher ist Transparenz“.
Zitat Ende.
Unter dem Einfluss der EU - Regelung für den Wertpapierhandel [ MiFID ], die eine größere Transparenz der Kosten und Risiken bei Kapitalanlagen fordert, gewinnt das in anderen europäischen Ländern bereits weit verbreitete Modell der Honorarberatung von Finanzdienstleistern, Banken und Versicherungsgesellschaften auch in Deutschland an Bedeutung.
Von Monat zu Monat nimmt die Zahl der Bürger zu, die bereit sind, qualifizierte, nutzmehrende Beratungsleistungen zu honorieren, wenn man im Gegenzug vom Wegfall der Provisionen oder anderweitigen Gebühren profitieren könnte.
Dies zeigen die Umfragen des DRSB e.V. zum Thema der so genannten „echten“
Honorarberatung.
Fast jeder dritte Bürger kann sich schon vorstellen, dass von Bankangestellten und Versicherungsvermittlern eine Beratungsgebühr erhoben wird.
Lediglich 24,8% der Befragten lehnen, vermutlich aus Unkenntnis, noch immer ein honorarpflichtiges Beratungsmodell ab und erwarten darüber hinaus eine völlig kostenlose Beratung.
Generell verhalten sich die Deutschen aber zurzeit noch abwartend gegenüber der Alternative zu dem traditionellen, provisionsbelasteten Vertriebsmethoden von Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen.
In Bankkreisen wird das brisante Thema heiß diskutiert und stößt nicht überall auf Gegenliebe.
Ganz im Gegensatz zur deutschen Assekuranz,
die sich erstaunlich offen für innovative Vertriebswege zeigt.
Auch das Echo bei den deutschen Verbraucherschutzorganisationen scheint positiv zu sein, obwohl die Entgleisung der Verbraucherschützer aus Baden - Württemberg mit dem
Schmähvideo von Niels Nauhauser
die zu erwartende Neutralität der Verbraucherschutzorganisationen in Frage stellen muss.
Möglicherweise wollte man dadurch auf die Verbraucherschutzministerin Druck ausüben, zusätzliche Gelder für den vermeintlich objektiven Verbraucherschutz freizuschalten.
Obwohl die Praxis der Honorarberatung in Deutschland erst ganz am Anfang steht, scheinen die Politiker von
Bündnis 90 / Die Grünen
die Vorstellungen von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner zu begrüßen.
Man scheint zumindest in diesem Bereich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben.
Wenn verantwortungsbewusste Politiker von
Bündnis 90 / Die Grünen
für eine nutzmehrende Altersvorsorge das sinnvolle
DRSB - Mehrkreis - System
unterstützen, wären vermutlich aktuelle und zukünftige Rentenbezieher nicht mehr abgeneigt, dieser Partei ihre Stimme zu geben.
Wenn dann auch noch die Protagonisten von der
FDP
ihre unnötige kritische Haltung überdenken, könnte
Ilse Aigners neue Beraterwelt
[ Titel des Handelsblatt / Finanzzeitung vom 08. Juli 2009 ]
zum Nutzen aller Bürger die nötige Mehrheit im Bundestag und Bundesrat finden.
Denn die meisten Bürger würden im Falle einer Honorarberatung unabhängigen Interessenvertretern am stärksten vertrauen.
Danach folgen die gesellschaftsgebundene Versicherungsvermittler sowie die örtlichen Sparkassen und Volksbanken.
Mit weitem Abstand erst gefolgt von Verbraucherzentralen und den Strukturvertrieben.
Das System der Honorarberatung ist angesichts des hohen Beratungsbedarfs gerade bei den komplexeren Themen wie etwa der Altersvorsorge grundsätzlich ein sinnvoller, nutzmehrender, fairer und zukunftsorientierter Ansatz.
Die besten Erfolgschancen in
Ilse Aigners neuer Beraterwelt
haben die Produktanbieter, die sich frühzeitig mit validen Beratungssystemen positionieren und die Kundenwünsche bei der Ausgestaltung und der Kundenansprache systematisch berücksichtigen können.
Was die
Honorarberatung
für die Bürger attraktiv machen wird, ist insbesondere die erhöhte
Neutralität, Qualität und Objektivität
sowie die Möglichkeit, unnütze Kosten wie Provisionen oder Gebühren einzusparen und dadurch die Aussicht zu erlangen, höhere Kapital - Renditen erzielen zu können.
Viel Erfolg also, liebe Frau Aigner, für Ihre neue Beraterwelt.
DRSB
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