Sie sind hier: » Archiv » Leitartikel 2009 » Mai 2009 » Leitartikel der Woche KW 19 » Drittes offenes Schreiben an Herrn Kai Diekmann Herausgeber Bild und Bild am Sonntag 
 

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf

Herrn

Kai Diekmann

Herausgeber

BILD und Bild am Sonntag

Axel Springer AG

Axel - Springer - Platz 1

D - 20350 Hamburg

 

Düsseldorf, den 07. Mai 2009

 

Drittes offenes Schreiben an

Herrn Kai Diekmann

Herausgeber Bild und Bild am Sonntag

 

„Verlierer des Tages“ - Bild.de vom 06. Mai 2009

Hier: Professor Dr. Dr. hc Hans - Adalbert Rürup

 

Sehr geehrter Herr Diekmann,

 

bekanntlich lesen die beiden Unterzeichner täglich die aktuellen und interessanten  Veröffentlichungen Ihrer Zeitung -  oftmals mit einem Schmunzeln und manchmal leider mit viel Unverständnis.

Am 06. Mai 2009 riefen Sie den früheren Chef der Wirtschaftsweisen, Herrn

Professor Dr. Dr. hc Hans - Adalbert Rürup,

völlig zu Recht zum Verlierer des Tages aus.

Denn wie die Süddeutsche Zeitung bereits am Vortag berichtete, hatte sich der heutige

- Chef - Ökonom des Strukturvertriebes AWD -

vermutlich mit Risikopapieren der amerikanischen Pleitebank Lehman Brothers verspekuliert.

Die Lehmann Banker haben allein in Deutschland mehr als 40.000 gutgläubige Anleger um ihre letzten Ersparnisse gebracht. Die meisten Anleger in Deutschland konnten die Risiken der amerikanischen Pleitebank nur schwer einschätzen.

 

Anders sollte es sich beim geistigen Vater der Riesterrente und den Rürupmodellen verhalten, denn von einem ordentlichen deutschen Professor, der darüberhinaus auch noch Chef der Wirtschaftsweisen war, dürfte man wesentlich mehr Erfahrung, Sachverstand sowie analytisches Verhalten erwarten.

Warum sollte also ein gut bezahlter deutscher Professor mit einem richtig bombigen  Jahreseinkommen, laut Pressemeldungen von rund 6 Millionen Euro, sein Geld leichtfertig in den USA verbrennen?

Möglicherweise zeigt das rürupsche Verhalten aber seine wahre Zockermentalität auf.

Oder ist es lediglich ein hinterhältiger Rürup - Trick, um eine Solidarität mit den Bürgern vorzutäuschen?

Schon mehr als 12 Millionen deutsche Bürger sollen gutgläubig ihr Geld in die so genannten Riester - Verträge gesteckt haben.

Dass diese Bürger mit dem Abschluss der Riesterrente in eine Berufsfalle getappt sind und darüberhinaus bei fondsunterlegten Riestermodellen womöglich zusätzliche Schädigungen zu erwarten haben, erwähnen Sie - bis heute -  mit keiner Zeile.

Möglicherweise konnte Hans - Adalbert Rürup durch seine kurze Tätigkeiten beim Strukturvertrieb des AWD hinzulernen.

Denn in seinem Antwortschreiben an unseren Verein - vom 16. November 2006 - teilte Hans - Adalbert Rürup auf die Frage nach der Berufsfalle noch mit

Zitat:

„Da ich nicht als Rentenberater tätig bin, sehe ich mich nicht in der Lage, Ihre Frage nach einer sinnvollen Altersvorsorge für einen jungen Arbeitnehmer, der sich in noch nicht bestimmter Zeit nach Beendigung der Meisterprüfung selbstständig machen möchte, zu beantworten“.

Zitat Ende.

Nach einer intensiven Schulung durch Carsten Maschmeyer [ Ex - AWD - Chef ] würde der rührige Professor diese Antwort heutzutage „so“ nicht mehr abgeben wollen.

 

Auch ist es wenig nutzmehrend für die Bürger, wenn der Ex - Wirtschaftsweise aktuell immer noch die Forderung aufstellt, dass die Riesterrente auch für Selbständige zu öffnen sei.

Da eine überparteiliche und unabhängige Zeitung keinerlei Werbung mit sauberem Journalismus vermengen sollte, gehen wir davon aus, dass die Veröffentlichung „Verlierer des Tages“ keine gewollte Schleichwerbung für den Strukturvertrieb aus Hannover sein sollte.

Denn Hans - Adalbert Rürup sowie einige verantwortliche Berliner Politiker wissen zwischenzeitlich genau, dass die Rürup - Forderungen ebenso wenig praxistauglich oder nutzmehrend sind, wie seine untauglichen Rentenmodelle.

Aus diesem Grunde wäre es an der Zeit, sehr geehrter Herr Diekmann, dass gerade Sie einmal über die wahren Hintergründe für eine Ernennung zum „Verlierer des Tages“ aufklären und schonungslos darüber berichten, was Ihre Leser tatsächlich in Zukunft von den Rürup - Abenteuern zu erwarten haben.

Hierzu sind wir sehr gerne bereit, Sie und Ihre Redakteure auf das schwierige und komplexe Thema vorzubereiten.

Weisheit konnte Rürup nicht vor Torheit schützen, aber Unwissenheit die Bürger auch nicht vor weiteren Verlusten.

 

Mit freundlichen und besten Grüßen aus Düsseldorf

Ihr

Ihr

Udo Piasetzky

Hans - Josef Leiting

Vorstandsvorsitzender DRSB e.V.

Steuerberater und Vorsitzender der

DRSB - Rentenkommission

 

 

 

 

DRSB e.V.
Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
(Verwaltungssitz)
eMail: drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Website: http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Impressum

Wer wir sind
Links

Spenden für ein nutzmehrendes
deutsches Rentensystem