Sie sind hier: » Archiv » Leitartikel 2010 » Januar 2010 » Leitartikel der Woche KW 2 » Die Hoffnung wächst Deutsche Assekuranz zwischen Bangen und Hoffen 
 

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 13. Januar 2010

 

 

Die Hoffnung wächst

Deutsche Assekuranz zwischen Bangen und Hoffen

 

Der beschwerliche Marsch aus der Krise ist für Totgesagte oftmals einfacher, als es zu vermuten bleibt.

Totgesagte feiern meistens ein strahlendes Comeback. Besonders stark wurden die deutschen Versicherungsgesellschaften 2009 von den Verbraucherschützern aus Hamburg und Stuttgart in die Zange genommen und gebeutelt.

War es das für die LV - Branche?

Denn nach den zum Teil unqualifizierten Angriffen der voreiligen Verbraucherschützer im letzten Jahr setzten Analysten kaum noch auf das Überleben der LV - Branche.

Jetzt zählen plötzlich und unerwartet die deutschen Lebensversicherer zu den größten Gewinnern.

Vom extremen Zocker zum Finanz - Strategiehelden?

Wer als Folge der US - Finanz- und Wirtschaftskrise erwartete, dass sich die Leistungsfähigkeit verschlechtert, der hat sich zumindest bei den so genannten

Überschußbeteiligungen

weitgehend täuschen müssen.

Von Resignation keine Spur, denn es fällt bei den meisten Lebensversicherungen wieder etwas für die treuen Kunden ab.

Trotz der anhaltenden US - Finanz- und Wirtschaftskrise

bringen die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften ihren treuen Kunden überraschend stabile Zinssätze gut.

Dabei reicht nach den Recherchen des DRSB e.V. die Spannbreite der Gutschriften von

3,15% bis 4,90%.

Gemäß den Veröffentlichungen der Hamburger Verbraucherschützer [ Edda Castello ] ein Ding der Unmöglichkeit.

War es die Rückbesinnung

auf traditionelle Werte oder lediglich Glück im Unglück?

Denn im Vergleich zum Vorjahr sank die so genannte

Überschußbeteiligung

in der Versicherungsbranche lediglich um 0,1%, obwohl die Anlagezinsen für die deutschen Versicherungsgesellschaften krisenbedingt seit nun schon mehreren Jahren deutlich niedriger liegen.

Wie der DRSB e.V. bereits Anfang 2009 berichtete, beträgt die so genannte

Umlaufrendite

für festverzinsliche Papiere durchschnittlich 3%.

Das ist für jeden Lebensversicherungskonzern ein extrem kritisches Niveau, weil dies 0,4% weniger ist, als der durchschnittlich zugesagte Garantiezins von 3,4%.

Trotzdem hält die Mehrheit der deutschen Lebensversicherer ihre

Überschußbeteiligung

auch für das Jahr 2009 konstant.

Bedauerlicherweise musste der noch amtierende Branchenführer, die

Allianz,

die gut zu bringenden Zinssätze leicht absenken.

Aber es gibt auch durchaus hoffnungsfrohe Lichtblicke, denn die

DEVK

steigerte die Überschußbeteiligung von 4,3% und 4,4%.

Gänzlich anders sieht es da schon bei der

Delta Lloyd

aus, die ihre Gutschriftsmöglichkeiten von ehemals schon niedrigen 4% auf heute magere 3,25% absenken musste.

Und sogar die traditionell nachhaltig agierende

Gothaer Lebensversicherung und ihre „Tochter“ Asstel

wurden vermutlich von der US - Finanz- und Wirtschaftskrise voll erwischt, so dass man

die Konsequenzen aus dem Debakel ziehen musste und die Gutschriftsmöglichkeiten um 0,5% sowie um 0,6% auf noch akzeptable 4,0% zurückfuhr.

Was von den meisten selbstausgerufenen so genannten

Branchenbeobachtern

für völlig unmöglich gehalten wurde, ist aber durchaus als

Comeback der LV - Branche

einzustufen.

Wenn man von Seiten der Politik nun zusätzlich die deutschen

Lebensversicherungsgesellschaften

auch noch von der unsäglichen Kostenlast der untauglichen

Riester- und Rüruprenten - Modelle

befreien würde, brauchten sich die Menschen in der deutschen Assekuranz keinerlei Sorgen um ihre Arbeitsplätze zu machen.

Das „Tal der Tränen“ ist zwar noch nicht vollständig durchschritten, aber die im vorigen Jahr stark eingedämpfte Nachfrage nach einer

nutzmehrenden und bezahlbaren Altersvorsorge

mit laufenden Monatsbeiträgen ist nach wie vor latent vorhanden und das Licht am Ende des Tunnels ist vermutlich kein entgegen kommender ICE mehr.

Leider garantieren für neue LV- oder Rentenverträge die LV - Gesellschaften derzeit nur noch magere 2,25% und einige besonders Gefährdete spielen mit dem Gedanken auf eine weitere Absenkung auf „schlappe“ 1,75%.

Fast alle Lebensversicherer müssen aber noch für die so genannten

„alte Verträge“

bis zu 4% Zinsen gutbringen, so dass die treuen Kunden sich auch weiterhin freuen dürfen.

Zu einem langfristigen

Comeback der LV - Branche

gehören aber auch innovative und kostengünstige Beratungsformen. Und gerade hier scheint es so, als würde das unverwundbare Image der Lebensversicherungskonzerne in diesem Jahr Schaden nehmen können.

Denn ein wachsendes stabiles Neugeschäft mit einer respektablen Überschußbeteiligung wird es ab diesem Jahr bei den meisten LV - Gesellschaften nur durch einen weiteren Verzehr der verbliebenen Finanz - Puffer geben können.

Wer also am langfristigen

Comeback der LV - Branche

beteiligt sein möchte, der überprüft schon recht bald seine Verwaltungs- und Vertriebskosten und sieht zu, dass man den Menschen in unserer Heimat bereits ab 2010

nutzmehrende und bezahlbare Altersvorsorge

anbieten kann.

Die US - Finanz- und Wirtschaftskrise hat hoffentlich den verantwortlichen Managern in der deutschen Assekuranz deutlich gemacht, dass die extrem risikobehaftete erhöhte Streuungsquote für Finanz - Engagements bei Banken nicht zu rechtfertigen war

und die unrealistisch hohen Vertriebskosten für Strukturvertriebe sich wiederum  extrem schlecht auf die Überschußbeteiligung auswirken.

 

 

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 22 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.



             

 

Stand: 13.01.10

DRSB e.V.
Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
(Verwaltungssitz)
eMail: drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Website: http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Impressum

Wer wir sind
Links

Spenden für ein nutzmehrendes
deutsches Rentensystem