DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Andreas Kallen • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 25. Januar 2009
Das Wort am Sonntag
Deutschland,
ein Staat ohne Unternehmernachwuchs?
Weltweit hat kein anderes Land in den vergangenen 15 Jahren seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stetig so stark steigern können wie Deutschland.
Unter den zehn stärksten Wirtschaftsräumen belegt
Deutschland zusammen mit der Schweiz
den zweiten Platz und das obwohl seit Jahren die Bundes- und Landespolitiker die Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen kontinuierlich verschlechtern.
Auch das ständige unersättliche Geldabsaugen von US - Heuschrecken konnte die Moral der Selbständigen in Deutschland nicht brechen.
Wir neigen zwar
manchmal recht krass zum Pessimismus, aber nicht zur Resignation.
Sicherlich wären dauerhafte Steuersenkungen ein unverzichtbarer Bestandteil zur Konsumbelebung im Innland, doch im Wahljahr 2009 darauf zu hoffen, bleibt vermutlich nicht nur der „fromme“ Wunsch der CSU.
Ohnehin scheuen mit Blick auf das Wahljahr 2009 alle Parteien konkrete Aussagen zu machen oder sogar Forderungen zu stellen, die man ihnen negativ anlasten könnte.
Angesichts der von den USA ausgelösten Finanzkrise fällt die Sprachlosigkeit vieler Ökonomen auf, die noch vor wenigen Monaten Patentrezept über Patentrezept, für
„Alles“ und „Jedes“,
wohlfeil bereithielten.
Man sollte deshalb nicht mehr länger um den heißen Brei herumreden:
Die deutschen Professoren
Rürup, Raffelhüschen oder auch Sinn
lagen quasi auf breiter wissenschaftlicher Front mit ihren gemachten Prognosen neben dem Ziel. Bislang wurde auch von diesen Weisen kein besseres System gefunden als das der
„Sozialen Marktwirtschaft“.
Es ist dazu überflüssig von den paradiesischen Zuständen zu träumen und herumzufaseln, solange noch die reale Welt des deutschen Unternehmertums einen minimalen Rest unserer sozialen Ordnung aufrechterhalten kann.
Durchleuchtet man die veröffentlichten Systemtheorien von
Rürup, Raffelhüschen und Sinn,
so war Ökonomie lange Zeit eher ein dogmatisches als wissenschaftliches Fach.
Die Dogmatiker bauten und lehrten abstrakte Modelle, die auf Zukunftsannahmen beruhen. Allzu gerne gossen sie dabei ihre Überlegungen in Form von mathematischen Betongleichungen, die immer das bewiesen, was man vorher selbst implizit als Zukunftsannahme ins Modell genommen hatte.
So etwas nennt man auch einfach nur
„Selbstprophezeiung“.
Skeptisch reflektiert könnte man die Behauptung aufstellen, dass die empirische Forschung über längere Zeiträume nur noch eine Spezialdisziplin war, mit der man die Masse der deutschen Studenten nicht langweilen wollte.
Die US - Finanzkrise hat wie ein Erdbeben der Stärke 9 die Dogmatiker in ihren Grundfesten erschüttert.
Die meisten Menschen lieben es einen Blick in die Zukunft zu werfen. Sie wollen wissen, wie es weitergeht und suchen nach Orientierungspunkten.
Da schlägt sie dann wieder, die Stunde der Zukunfts- und Trendforscher.
Wer aber kann schon
vorausschauend sagen, was in 5, 15 oder 20 Jahren passieren wird?
Sollte man also solchen Prognosen trauen können?
Sind die meisten Zukunfts- und Trendforscher
nicht im Endeffekt lediglich rein illusionsbehaftete Scharlatane?
Noch in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts prognostizierten
Zukunfts- und Trendforscher
menschenleere Fabrikhallen, menschenähnliche Roboter für den Haushalt und von Sonnenenergie angetriebene Flugautos.
Bekanntlich hat sich davon nicht das Geringste realisieren lassen.
Wenn aber heutzutage ein Vater von 48 Jahren seinem 18jährigen Sohn erklärt, dass es 1989 noch kein schnurloses Haus - Telefon, kein Wikipedia oder Google gab, wird er direkt in die senile Senioren - Kiste gepackt, so ganz nach dem Motto:
„Wenn der jetzt weiter erzählt,
landen wir noch beim ersten Weltkrieg“.
Denn der heute 18jährige Sohn nimmt schon einmal gerne das Telefon mit ins Bad. Schularbeiten erledigt man bevorzugt mit Wikipedia und was man sonst noch so Wissen muss, findet man natürlich mit der alleswissenden Suchmaschine
Google.
Das beweist erneut, dass die meisten Zukunfts- und Trendforscher Geschichtenerzähler von erfundenen Innovationsstrategien sind und eher einer vermeintlich dubiosen Pseudowissenschaft zuzuordnen wären.
Denn wie tief die DRSB - Rechercheure auch gruben, es konnten keinerlei Hinweise gefunden werden, dass international bekannte
Zukunfts- und Trendforscher
bereits 1989 Hinweise darauf gaben, dass es einmal
schnurlose Haus - Telefone, Wikipedia
oder gar eine wunderbare Suchmaschine namens
geben könnte.
Auf die vollmundigen Versprechungen von den Fabriken die ohne Menschen wesentlich produktiver sind, werden deutsche Bürger genauso vergeblich warten müssen, wie auf die populärwissenschaftlichen Prognosen zu den angeblich nutzbringenden Altersvorsorge - Modellen von
Rürup, Raffelhüschen und Sinn.
Denn diese den deutschen Bürgern ständig eingehämmerten Botschaften sind weder methodologisch noch inhaltlich fundiert. Überspitzt formuliert könnte man auch von einer trivialen
Boulevardforschung,
ohne Nutzwert für die deutschen Bürger, sprechen.
Die meisten Menschen in Deutschland streben nach nutzorientiertem Handeln, das dominiert wird von der Sehnsucht nach Überschaubarkeit.
Man möchte vor allem
Gesundheit, sichere Arbeitsplätze, verlässliche Altersvorsorge, Weiterbildungsmöglichkeiten
und
Zeit haben für Menschen, die man liebt und die einem wichtig sind.
Die Einbindung in eine Gemeinschaft von Freunden sowie Arbeitskollegen steht nach wie vor deutlich erkennbar vor dem Wunsch mit seinem Kühlschrank Dialoge über den Wochen - Einkauf führen zu können.
Die Wissenschaft muss den Blick auf das Detail zurückgewinnen und sich vor Scheingewissheiten schützen. Deutsche Professoren gehören an und in ihre Universitäten und nicht ständig auf den Bildschirm der TV - Sender oder in Boulevardzeitungen.
Viele Probleme der Welt löst man einfach durch konzentrierte und zielorientierte Arbeit, so wie sie tagtäglich von deutschen Selbständigen geleistet wird.
Deutsche Mittelständler setzen zum Nutzen ihrer Kunden und Mitarbeiter auf strategische Kooperationen, statt mit dem Geld von US - Heuschrecken auf Fusionen und Übernahmen zu spekulieren, die ohnehin in den seltensten Fällen funktionieren oder funktioniert haben.
Die amerikanischen Auswüchse des
Finanzmarktkapitalismus
sind nachhaltig gescheitert und bedürfen der weltweiten strengen Regulierung, damit nicht zügellos weiter deutsche Arbeitsplätze nach Osteuropa oder gar Asien verlagert werden können.
Die US - Finanzkrise gibt nun allen Politikern die Chance einen lohnenden Kehraus zu machen und notwendige Bereinigungen in der Finanzwirtschaft durchzuführen.
Obwohl in Deutschland rein statistisch betrachtet jede Frau nur 1,4 Kinder zur Welt bringt, geht uns der Nachwuchs an leistungsfähigen und leistungswilligen Selbständigen nicht aus, die unter den bewährten Rahmenbedingungen der
„Sozialen Marktwirtschaft“,
sichere Arbeitsplätze und verlässliche Altersvorsorge
auch in Zukunft schaffen werden.
Diese Prognose wagen wir vom DRSB e.V.:
Deutschland,
der Staat mit hoffnungsvollem Unternehmernachwuchs,
kommt so Schritt für Schritt immer weiter.
DRSB
Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.