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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 24. Mai 2009

 

Das Wort am Sonntag

 

Masters of the Universe?

 

Die US - Finanzkrise brachte es schneller als erwartet ans Tageslicht, denn innerhalb wenigen Wochen überholten sich alte Gewohnheiten an den Finanzmärkten und stürzten die götzenhaft weltweit verehrten

Finanz - Gurus

ins Bodenlose.

Vermeintliche Firmenretter müssen selbst gerettet werden und so manch hochgelobter  Unternehmenssanierer entpuppt sich in Krisenzeiten als verrotteter Papiertiger.

Noch vor wenigen Wochen waren sie die Helden des Kapitalismus und hielten sich vermutlich für Halbgötter unserer Zeit.

Banker, Versicherungsmanager und Investment - Hellseher.

Hilflos, ratlos, und völlig ideenlos

suchen sie weltweit nach frischem stabilem Geld, denn ganze Hundertschaften von

Finanz - Gurus - Dynastien

stehen vor den Scherbenhaufen ihrer eigenen Unfähigkeit. Eine völlig fehleingeschätzte vermeintliche Finanz - Elite dankt ab.

Noch hocken einige von ihnen zerknirscht und um Reue ringend wie erwischte Straftäter in ihren Luxusbüros und hoffen auf schnelle Besserung.

In einigen Medien sind die Rechtfertigungen oder gar Entschuldigungen zu lesen. Doch was nützen diese inhaltlosen Lippenbekenntnisse den Bürgern, die diese

Raubritter der Moderne

um ihr Erspartes gebracht haben?

Was nützen diese inhaltlosen Lippenbekenntnisse den Bürgern, die diese

Raubritter der Moderne

um ihre Arbeitsplätze gebracht haben?

Bekanntlich bedauert jeder erwischte Straftäter, der vor Gericht gestellt wird, den Ausgang der Ereignisse zutiefst und meint, in den meisten Fällen damit nicht seine Straftaten, sondern die Tatsache, dass man ihn erkannt und gestellt hat.

Vergleichbar wirken die inhaltlosen Lippenbekenntnisse der gescheiterten

Finanz - Gurus.

Ob nun amerikanische, englische, französische oder gar deutsche Manager aus Banken, Versicherungskonzernen und der Industrie, sie alle hoffen auf die Gnade des Verständnises durch die Bürger sowie auf die Hilfe von Steuermilliarden von den Politikern.

Doch welcher Banker oder Versicherungsmanager bringt Verständnis auf, wenn ein arbeitsloser Bürger seinen Kredit oder seine Versicherungen nicht mehr bezahlen kann?

In solchen Fällen wird der Knüppel aus dem Sack geholt und ordentlich auf diese armen Menschen eingeschlagen. Viele erleben dann in der Gesellschaft eine seltsame Zeit der Unterschiede.

Natürlich waren die Banken, Versicherungskonzerne sowie Industrieunternehmen auf das kommende Finanzdesaster vorbereitet. Auch wenn einige Unternehmen die falschen Berater zur falschen Zeit hatten, erkannten gut ausgebildete, aufgeweckte Betriebs- und Volkswirte schon seit mindestens 18 Monaten, wohin die Entwicklung der internationalen Finanzmärkte laufen muss. Das Problem war nur, dass die Topmanager die kritischen und warnenden Stimmen nicht hören wollten. Dem DRSB e.V. sind viele Fälle bekannt geworden, in denen Topmanager in gezielten Mobbingattacken diese Frühzeitwarner regelrecht demontierten.

Einige DRSB - Leser erinnern sich vielleicht daran, dass die Verantwortlichen im Verein vor dem ungesunden, nutzlosen Aufblähen von Wirtschaftunternehmen deutlich warnten.

Zum Beispiel tobt der Amerikaner

Steve Ballmer

noch wenige Wochen vor dem Finanzcrash über die Bühnen dieser Welt und verkündete frenetisch seiner Anhängerschaft:

I've got four words for you: I love this company“!

Für Steve Ballmer womöglich unwiederbringliche Erlebnisse, denn zum ersten mal in der Geschichte von Microsoft muss dieser Protagonist jetzt 5000 Mitarbeiter rausschmeißen. Doch Ballmer ist nicht allein, wenn es darum geht, tausende von Arbeitsplätzen zu vernichten.

Der jahrelang gefeierte und in höchsten Tönen gelobte Chefsanierer von Nissan,

Carlos Ghosn,

muss bei Renault als verantwortlicher Chef nun 20.000 Arbeitsplätze streichen.

Wer sich jetzt zu früh freut, sollte sich einmal in unserem Land kritisch umschauen, dann wird er sehr schnell entdecken, dass die gefeierten Mega - Deals,  die Top - Fusionen sowie die gerne so dargestellten Neuordnungen der deutschen Wirtschaft eigentlich ein Fall für den Staatsanwalt sein müssten.

In wenigen Einzelfällen schlug die Staatsanwaltschaft auch schon erbarmungslos zu.

Der unerwartete Abstieg des vermeintlichen Ehrenmannes

Klaus Zumwinkel

war womöglich nur ein Vorbote für noch Folgende.

Denn es gibt sie scharenweise in Deutschland, diese angeblich ach so erfolgreichen Manager, die fremdes Geld zu Hauf verbrannten und gesunde Firmenimperien für extrem gute Bezahlung zerschlugen und ehemals sichere Arbeitsplätze am Fließband vernichteten.

Einer von ihnen ist  

Paul Achleitner,

der noch amtierende Finanzvorstand der Allianz, der sich zum Ziel setzte, die deutsche Bankenwelt völlig neu zu ordnen.

Denn Achleitner liebt die großen Auftritte und verkündete nach der Übernahme der Dresdner Bank:

Zitat

So, und jetzt nehmen wir uns die Sparkassen vor

Zitat Ende.

Dieser Ausspruch sorgte jahrelang für Unruhe in der Sparkassenwelt, weil man befürchten musste, dass dieser Allianzmanager es ernst meinte, denn er hatte die Milliarden Gelder der Versichertengemeinde im Rücken.

Am Ende des Größenwahns war Achleitner heilfroh, dass er das

Milliarden - Verbrennungs - Happening

mit Ach und Krach wieder mit der willfährigen Hilfe von Commerzbank - Chef

Martin Blessing

loswerden konnte. Zurück blieb ein Milliarden - Grab für die Versicherungskunden.

Genützt hat es der Commerzbank bis heute recht wenig, denn höchstwahrscheinlich kann sich Martin Blessing nur mit der kräftigen Unterstützung der Steuerzahler im Amt  halten.

Fazit auch hier wieder:

Arbeitsplatzabbau, Filialschließung

und

Personalkosteneinsparungen.

Immer mehr Bürger spüren es am eigenen Leibe, dass hier etwas aus dem Ruder gelaufen ist und fragen:

Was ist noch richtig und was ist völlig falsch?

Womöglich wurden die falschen Manager bejubelt oder die Geeigneten blieben im Verborgenen.

Doch unbestritten wurden viele Etikettenschwindler von den Medien jahrelang hochgeschrieben, die aus vollkommen untauglichen Managern die

Masters of the Universe

gemacht haben.

Doch wenn alle Zumwinkels, Reithofers, Mehdorns oder Ackermanns in Deutschland abgetreten sind, was kommt danach?

Das größte Problem wird sein, dass die Manager in der zweiten Reihe  nicht wesentlich anders agieren werden.

Denn ihre Charaktere werden in so genannten Eliteschulen seit nunmehr 20 Jahren auf Gleichschaltung getrimmt.

Eine komplette Manager - Generation ist mit einem verdrehten Gedankengut groß geworden.

Die europäischen Business - Schulen gleichen wie ein Ei dem anderen und haben die gleichen Lehrinhalte, die gleichen Ziele und züchten den gleichen Managertypen.

Die Absolventen dieser Schulen verfügen alle über dieselben Einstellungen und Weltbilder.

Viele von ihnen fühlen sich ohne jede Berufserfahrung schon auf den Business - Schulen als uneingeschränkte Herrscher der Wirtschaftswelt. Solch eine Fehlhaltung und Fehleinschätzung kann man nicht von heute auf morgen ablegen oder gar beseitigen.

Diese Trümmerbeseitigung wird mindestens 10 Jahre andauern, vorausgesetzt allerdings,  dass diese Protagonisten des Größenwahns keinerlei Unterschlupf in deutschen Wirtschaftsunternehmen finden können.

Führen nicht nur auf Grund von Fehleinschätzungen will erst einmal gelernt sein.

Zukünftige Managergenerationen sollten zunächst auf unterschiedlichen Positionen den Beweis antreten, dass sie mit echter Leistung auf der Karriereleiter nach oben klettern können.

Die Bilder, die sie heute noch von weltfremder Abgehobenheit und autistischem Größenwahn vermittelten, geben wenig Hoffnung auf baldige Besserung.

Weder Medienberichte von Entschuldigungen oder Reue helfen den geschädigten Menschen in Europa die ihre Arbeitsplätze verloren haben und verarmt sind, weiter, denn im Geheimen hoffen selbst die noch aktiven

Alt - Finanz - Gurus,

dass sie schon in Kürze wieder am großen Geldrad drehen dürfen und erneut als

Masters of the Universe

von den Medien gefeiert werden.

 

 

             

 

 

DRSB

 

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