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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.  

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 22. März 2009

 

Das Wort am Sonntag

 

CDS

Die Geheimformel der risikofreudigen Geldverbrenner.

 

Der so genannte Neoliberalismus ist dem Grunde nach nicht liberal wie der Name es zunächst vermuten lässt.

Neoliberalismus bezeichnet viel zutreffender den wirtschaftlichen Zustand der Gesellschaft in der, die

Freiheit Weniger und die Unfreiheit Vieler

stetig zunimmt.

Jeder Tag, den die Finanzkrise länger andauert, entzaubert sich die irreale Welt an den Kapitalmärkten. Bank- und Verscherungsmanager wie auch Automobil - Bosse werden reihenweise als Zocker enttarnt und versuchen verzweifelt, ihre Haut zu retten oder sich einfach aus dem Staub zu machen.

Zurück bleiben in den meisten Fällen Milliarden - Schäden und - Schulden. Doch das Geld, welches diese charakterlosen Zocker verblasen haben, gehörte den vielen, meist kleinen Anlegern.

Das Finanzsystem steht weltweit am Abgrund, weil sich die Banken mit

Verbriefungen und Derivaten

nicht nur verhoben haben, sondern sich einige sogar damit selbst hinrichteten.

Diese Produkte sind eigentlich sinnvoll und nützlich.

Es kommt wie es kommen musste:

Bank für Bank und demnächst Versicherer für Versicherer entdecken in ihren dunklen Kellerräumen urplötzlich „ganz vergessene“ vollkommen wertfreie Finanzpapiere.

Diese

Dokumente des eigenen Versagens

lüftet man verständlicherweise nicht allzu gerne. Denn spätestens nach intensiver Sichtung erfolgt der sofortige Ruf nach dem Staat. Staat, das sind wir alle; Staat, das sind auch alle Steuerzahler und nur „die“ werden letztendlich wieder zur Kasse gebeten.    

Deshalb müssen Banken und Versicherer strengeren Regeln unterworfen werden, um ähnliche Krisen wenigsten zukünftig verhindern zu können.

Doch diese strengeren Regeln sollten ausschließlich von völlig unabhängigen Personen oder gemeinnützigen Vereinen kontrolliert werden. Verstöße gegen diese Regeln sollten auch den Verlust der angehäuften Vermögen der verantwortlichen Manager beinhalten, sonst zeigen sie keinerlei Wirkung.  

Es ist eigentlich ein recht seltsames Wort, das seit einigen Wochen in aller Munde ist:

Realwirtschaft.

Tagtäglich schwadronieren Journalisten, selbstausgerufene Experten und sonstige Besserwisser darüber, inwieweit diese Realwirtschaft schon von der Banken- und Finanzkrise betroffen sei.

Sie alle bezeichnen mit dem Begriff

Realwirtschaft

den ganzen Rest der Wirtschaft, also alles, was nichts mit der ins Trudeln geratenen Finanzwelt zu tun hat.

Oftmals kennen diese

Protagonisten des Geldverbrennens

die Welt der Realwirtschaft nicht, in der noch mit ehrlicher Arbeit täglich das Geld verdient wird.

Doch wenn Geldverdienen mit ehrlicher Arbeit und realen Kernprodukten die Realwirtschaft ausmacht, dann leben folglich die Gurus und Junkies der Finanzindustrie in einer irrealen Welt.

Diese Scheinwelt wird nicht auf einen Schlag verschwinden.

Zu viele Gurus und Junkies brauchen sie, um damit Geld zu verdienen. Verbriefungen komplett zu verbieten, wäre deutlich über das Ziel hinausgeschossen, denn schließlich könnten seriöse Banken nur noch einen Bruchteil der heutigen Kredite vergeben, wenn sie die Risiken eines Hausbaukredits 30 Jahre lang in voller Höhe in ihrer Bilanz behalten müssten.

Die direkte Folge davon wäre, dass die Darlehen für Bürger wie auch für alle Arten von Unternehmen unbezahlbar würden. Damit aber wäre niemandem gedient.

 

Es kommt also darauf an, die virtuelle Welt der Finanzmärkte so zu gestalten, dass sie den Bürgern und der Wirtschaft mehr nützt als schadet.

Der DRSB e.V. forderte schon 1989, dass Banken bis zu 25% des Kreditrisikos selbst behalten müssen und nur den Rest verbriefen und weiterverkaufen dürfen.

Damals wurden die Vorstandsmitglieder des DRSB e.V. als Kommunisten beschimpft und ihre Ausgrenzung von allen Wirtschaftsaktivitäten gefordert.

Nach dem Megacrash in der Finanzwelt fordern EU - Politiker nun 20 Jahre später genau dasselbe wie der DRSB e.V. bereits 1989.   

Denn nur durch das vom DRSB geforderte Sicherheitspolster entwickeln Banken ein stärkeres Interesse, auf die Bonität ihrer Schuldner zu achten.

Ein Heranzüchten von undurchschaubaren Kredit - Blasen, die nur heiße Luft beinhalten, wäre dadurch auszuschließen, denn die Analyse des Megacrash zeigt, dass die Investoren nicht wussten, welche Risiken sie tatsächlich eingingen.

Sie verließen sich meistens auf die Fehleinschätzungen der internationalen Ratingagenturen. Und diese gaben den dubiosen Finanz - Paketen durchweg nur Bestnoten.

Weltweit kauften die Investoren, wie vom Wahnsinn getrieben, und reizten damit die Banker zur Vergabe immer weiterer Kredite, die dann den Blick für die Realität völlig verstellten.

Hinzu kam, dass die CDS - Branche die natürlichen Finanzbremsen löste.

CDS

Diese simple Abkürzung steht für

Credit Default Swaps

oder auf gut Deutsch

Kreditausfallversicherungen.

Eigentlich sind Kreditausfallversicherungen eine sehr vernünftige und verlässliche  Sicherungseinrichtung.  Der Verkäufer verspricht dem Käufer eine Zahlung für den Fall, dass ein bestimmter Darlehnsnehmer zahlungsunfähig wird und Pleite geht.

Doch der ursprünglich seriöse CDS - Markt hat sich längst verselbständigt und völlig von seinem eigentlichen Zweck entfernt.

Seit einigen Jahren dienen die CDS - Kontrakte überwiegend nur noch als Wetteinsätze für Spekulationsgeschäfte zwischen den Banken.

Besonders die Investmentbanker machten mit CDS - Kontrakten dasselbe, was sie mit Aktien machten.

Haltlos spekulierten diese geldverbrennenden, charakterlosen

Gurus und Junkies

auf steigende oder fallende Kurse.

Schamlos nutzten sie den „Kick“ von CDS - Kontrakten aus, denn anders als Aktien oder Anleihen lassen sich CDS - Papiere grenzenlos vermehren, ohne dass dem irgendwelche realen Werte gegenüberstehen.

Der DRSB e.V. wertete die seit Jahren vorliegenden Informationen aus und schätzt das aktuelle Volumen dieses Pseudomarktes auf mehr als

140 Billionen US - Dollar.

Das dahinter stehende tatsächliche Risiko an Kreditausfällen beträgt vermutlich lediglich etwa rund

3 Milliarden US - Dollar.

Also Heißluft ohne Ende, die in der jetzigen Krise wie ein Brandbeschleuniger wirken kann.

Das größte Problem für den DRSB e.V. ist, dass diese Geschäfte im Verborgenen von Bank zu Bank abgewickelt werden und selbst der Deutschbanker

Josef Ackermann

den DRSB - Rechercheuren keinerlei Einblick gewähren möchte.

Ob nun Deutsche Bank, Commerzbank oder Hypo Real Estate, die Risiken sind bestens bekannt. Damit nicht noch mehr Wahrheiten in die Öffentlichkeit gelangen können, faseln die Manager der CDS - Branche von Selbstkontrolle und wollen die Schwächen eigenverantwortlich ausmerzen.

Bis Ende des Jahres soll es eine zentrale Handelsplattform für die

Kreditausfallversicherungen

geben. Damit wird der Markt nicht transparenter, sondern nur eine offizielle

Verschleierungsplattform

installiert.

Zur echten Selbstreinigung hilft ausschließlich die unabhängige, unbeeinflußte Kontrolle von außen, wie sie der DRSB e.V. seit Jahren zum Schutz der aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher konsequent praktiziert und fordert.

Denn es kann nicht angehen, dass man zum Beispiel bei der

Hypo Real Estate

Woche für Woche neue Mega - Finanzlöcher entdeckt und nach weiteren Steuergeldern schreien muss. Das geht ausschließlich zu Lasten des so genannten kleinen Mannes.

Früher verdienten sich die Menschen ihren Lebensunterhalt mit der Produktion von Gütern und Leistungen und Banker versuchten, mit Kerngeschäften gutes Geld zu verdienen.

Heute hat man im Vergleich dazu den Eindruck, dass sie mit dem Handel von Derivaten, die oftmals zweifach, dreifach und in ganz krassen Fällen sogar hundertfach überzeichnet waren, das megaleichte Geld verdienen möchten.

Noch ist der so genannte Derivate - Markt mit den risikobehafteten CDS - Kontrakten quicklebendig, obwohl diese Wettart den Sog nach unten täglich beschleunigt.

Viele Vertreter der Finanzindustrie verteidigen aus purem Eigennutz dieses Marktszenario zum Schaden aller Bürger.

Je länger die Finanzkrise dauert, desto größer werden die Gefahren.

Hedgefondssysteme, Banken und sonstige Finanzhäuser greifen schon seit Wochen zu dem allerletzten Hilfsmittel.

Das Wundermittel heißt wie immer in einem solchen Desaster:

Leerverkäufe.

Und genau an diesem Punkt beginnt die  Verschärfung der internationalen Finanzkrise.

Was bringt die Zukunft?

Nicht die Börsen, nicht die Derivate und auch nicht die Marktwirtschaft sind das Übel, sondern fehlende echte Kontrolle, denn die meisten oberfaulen Finanzpapiere sind außerhalb der Bilanzen geparkt worden, um deren Risiken vollständig zu verschleiern.

Dass das niemand bemerkt haben will, ist unglaubhaft.

Der DRSB e.V. legte schonungslos diese Praktiken offen und beschrieb mit dem

viel beachteten DRSB - Artikel

Offshore

anschaulich für Jedermann die Geldvernichtungssysteme.

Da sich die Banken immer an die geltenden Gesetze gehalten haben wollen und sollen, kann man daraus nur folgern, dass eine korrupte neoliberale Mafia von Lobbypolitikern dies absichtlich und vorsätzlich zugelassen hat.

Während die meisten deutschen Bürger zunehmender Überwachung ausgesetzt werden, haben gewisse Kreise anscheinend Freibriefe der Politik erhalten.

Was Deutschland deshalb dringend benötigt, ist das Aufdecken von Korruption sowie strafrechtliche Maßnahmen, die den Durchgriff auf das Privatvermögen der handelnden Personen ermöglichen.

Nur durch ein Bündel der beschriebenen Systeme kann der

Casino - Kapitalismus

von Banken und Versicherern final sein Ende finden.

 

 

             

 

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