DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Andreas Kallen • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 21. Dezember 2008
Das Wort am Sonntag
Alles nur deutsche Flopologie?
Die Deutschen in ihrer sprichwörtlichen Gemütlichkeit sollen nach der Ansicht einiger Medien wieder einmal drauf und dran sein, den globalen Wettlauf der Innovationen für Finanzen und Technik zu verschlafen.
Nachdem den Bürgern jahrelang eingehämmert wurde, dass man sich am Vorbild der Amerikaner zu orientieren und „bitteschön“ klaglos sein Geld dort zum Verbrennen abzuliefern habe, brachte das Jahr 2008 die Erkenntnis, dass diese Medien - Botschaften ausschließlich manipulative Fehlmeldungen waren.
Die gleichen Medienvertreter trommeln nun die neue Botschaft, dass die populäre Technologie demnächst in China zu suchen sei. Bürger und Politiker sollten rasch lernen, dass die Weiterentwicklung der deutschen Industrie fürchterlich viele Steuergelder benötigt, um da noch mithalten zu können.
Das Etikett der notwendigen Forschung wird erneut missbraucht als allgemeine Rechtfertigung für Subventionen.
Fern jeder Erkenntniskritik und völlig unbeleckt von Sachkenntnis werden wieder einmal vollkommen haltlose
Innovationstheorien
zum Stein der Weisen hochstilisiert.
Die amerikahörigen, ehemaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein - Westfalen,
Rau, Clement und Steinbrück,
haben auf Grund solch fragwürdiger Innovationstheorien das Ruhrgebiet als Industriestandort regelrecht hingerichtet.
Sie versuchten den Glauben zu verbreiten, dass sichere Industriearbeitsplätze durch Leiharbeitsplätze in Dienstleistungsbranchen überkompensiert werden könnten.
Ein Siegeszug dieser
RaCleSte - Botschaften
hat erst gar nicht stattgefunden und die hohen Arbeitslosenquoten im Ruhrgebiet legen auch in Zukunft noch vom Versagen dieser SPD - Troika ein trauriges Zeugnis ab. Industrielle Konjunkturzyklen haben regelmäßig weltweit stattgefunden. Auf Phasen der hochgelobten Billigproduktionen folgen schon heute erneut die Anforderungen an eine diversifizierte Qualitätsarbeit.
Einfach bekannte Markenprodukte in Billiglohnländern herstellen zu lassen, um sie dann teuer im reichen Europa zu verkaufen, funktioniert immer weniger. Irgendwann werden zum Beispiel die Anforderungen an die Langzeithaltbarkeit von deutschen Sportschuhen dazu führen, dass diese auch wieder von deutschen Facharbeitern in Deutschland produziert werden.
Auf das exzessive Ausreizen der so genannten
economics of scale,
der Rentabilitätssteigerung durch Kapazitätswachstum und Personalabbau folgt dann eine Gegenbewegung.
Genauso wie auf den Kunststoffboom eine Renaissance der Naturstoffe folgte, wird in Zukunft auf die Erfahrung der deutschen Facharbeiter zurückgegriffen werden.
Die vermeintlich visionären US - Reformer und Protagonisten der Kosteneinsparung durch gezielte Personalverlagerung- und Abbau werden dann zwangsläufig aussortiert.
Mercedes Facharbeiter haben über 100 Jahre lang bewiesen, dass sie qualitativ hochwertige Automobile bauen konnten; bis zu dem Zeitpunkt der Gründung des DaimlerChrysler - Konzerns.
Von da an herrschten die
Rotstiftakrobaten der economics of scale
und sorgten kräftig für nachlassende Langzeithaltbarkeit der deutschen Produkte.
Das ersparte Geld von Mercedes wird bekanntlich in den USA zum Überlebenskampf von Chrysler noch bis heute verbrannt.
Da bekommt wahrscheinlich der Daimler - Boss
Dieter Zetsche
demnächst etwas größere Erklärungsprobleme.
Genützt hat es dem amerikanischen Autobauer gar nichts, denn selbst der sehr großzügige Kenntnis- und Wissenstransfer aus schwäbischen Landen konnte den Niedergang von Chrysler nicht aufhalten, weil amerikanische Manager und Arbeiter das deutsche Qualitätsniveau zu keiner Zeit begreifen oder gar erreichen konnten.
Die zu erwartende unaufhaltsame Auflösung der amerikanischen Automobilwirtschaft belegt dies in nahezu beeindruckender Form.
Die deutsche Technikentwicklung ist seit Jahrzehnten mit einer recht ausgeprägten Dynamik versehen, die man nicht einfach mal soeben kopieren und übernehmen kann.
Selbst die Schleppnetzaktionen der
Atlantik - Brücke e.V.,
die an deutschen Fachhochschulen und Universitäten nach talentiertem
Ingenieursnachwuchs
fahnden, stoßen immer öfter ins Leere.
Deutsche Studenten wollen nicht mehr länger in so genannten „Austauschprogrammen“ mit der amerikanischen Popkornmentalität infiziert werden.
Karriere mit amerikanischer Protektion auf Kosten des eigenen Volkes:
NEIN DANKE,
lautet die neue Parole.
Die erfolgreichen deutschen Wege in der Technik haben zu jeder Zeit gravierende Spuren hinterlassen und werden im Zuge der zunehmenden Globalisierung dem deutschen Profil in der Weltwirtschaft eine vollkommen neuartige Schärfe verleihen.
Selbst die verfehlte geostrategische Ausrichtung, insbesondere der deutschen Automobilindustrie, kann diese Entwicklung nicht mehr aufhalten.
Obwohl Unternehmen, wie zum Beispiel BMW und Opel, die Auswirkungen des Versagens des Managements, zum Leidwesen der Mitarbeiter, noch deutlicher spüren werden.
Managertypen wie Reithofer, Forster, Winterkorn oder auch Zetsche wird man womöglich schon bald auf den Prüfstand zu stellen haben.
Im Falle des Arcandor - Konzerns konnte bekanntlich von den verantwortlichen Besitzern und Bankern noch rechtzeitig die Reißleine gezogen werden.
Möglicherweise kommt für BMW und Opel eine solche Rettungstat zu spät, denn die
Ex - Mekkies Panke und Forster haben vermutlich ganze Arbeit geleistet, trotz der ständigen Warnungen durch den DRSB e.V.
Derweil verheddern sich die Politiker der Berliner Koalition und schliddern von einem Krisenplan in den nächsten.
Vielleicht stellen diese Protagonisten des gesetzgeberischen Chaos irgendwann einmal fest, dass man mit Steuergeldern nicht alles heilen kann.
Denn mit den bereits verabschiedeten Reformen haben sie ihre amerikanisch gefärbte Sehnsucht nach der Selbstauflösung der deutschen Technikgeschichte mehr als deutlich dokumentiert.
Nicht nur weit blickende Technikhistoriker warnen vor dieser Entwicklung und mahnen zur sofortigen Umkehr.
Es wird auf jeden Fall sehr schwer werden für die Berliner Koalitionspolitiker, dem selbst gewählten
Fehlentscheidungs - Ghetto
zu entrinnen.
Die sklerotischen Parlamentstrukturen, die der DRSB e.V. mit dem Begriff
„Brauksiepe - Syndrom“
umschrieben hat, werden aber aufgrund der noch intakten Mittelstandsstrukturen nicht zu einer Isolation der deutschen Innovationssysteme führen.
Die blinde Nachahmung der fixen US - Ideen und der amerikanischen Trends findet ohnehin keine Anhänger mehr.
Die solide Verbindung von deutscher Technik- und Wirtschaftsgeschichte sowie die Rückbesinnung auf deutsche Kernkompetenzen können, bei hilfreicher politischer Begleitung, erneut zu einem geopolitisch ausgerichteten Wirtschaftswunder führen.
Zuverlässige deutsche Technik wird als Triebkraft der Zukunft die Eingrenzung der untauglichen US - Philosophien
economics of scale
gewährleisten können.
DRSB
Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
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sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.