DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 21. Juni 2009
Das Wort am Sonntag
Hilft nur noch eine Hyperinflation?
Die Umfragen belegen, dass immer mehr Deutsche heute instinktiv Furcht vor den weiteren Folgen der US - Finanzkrise und den Auswirkungen auf unser Land haben. Sie spüren es, dass da etwas nicht in Ordnung ist und uns die Berliner Regierungsmitglieder vermutlich vorsätzlich falsch informieren.
In der Bevölkerung wächst deshalb die Angst, da meistens die Vorstellungskraft fehlt, was noch alles auf uns zukommen könnte.
Die Situation ist für die Menschen unrealistisch und verworren.
Einige Politiker glauben sogar, dass uns plötzlich aus heiterem Himmel eine Hyperinflation drohen könnte, mit der Folge einer unsäglichen Währungsreform.
Diesen Ahnungslosen kann der DRSB e.V. die Angst nehmen, denn was in der jetzigen Situation realistisch zu erwarten sein wird, ist etwas vollkommen anderes als die unglücklichen Geschehnisse im Jahr 1923.
Deutschland befindet sich nicht im Zeitfenster eines verlorenen Krieges und muss auch keine Reparationsleistungen mehr an die Sieger zahlen. Der deutsche Staat ist deshalb von dem Problem befreit, durch eine Inflation immer mehr Geld in Umlauf zu setzen, so dass es immer weniger Wert ist und eine Warenverknappung provoziert.
Wenn also die so genannten Sachwerte im vollen Umfang vorhanden sind, ist auch der Markt noch intakt und man kann weiterhin im ausgeglichen Verhältnis Waren umsetzen.
Erst wenn das System durch die anhaltenden Fehler von
Merkel, Müntefering, Steinmeier und Steinbrück
kollabieren sollte, kann im heutigen labilen Geldwesen ein Neubeginn erforderlich werden.
Dazu müsste man aber die Realwerte entweder zerstören oder enteignen, um dadurch die Nachfrage nachhaltig zu torpedieren.
Und hoffentlich wird man den vorgenannten Akteuren diesen „Negativspielraum“ nicht mehr zugestehen.
Denn die Situation ist zwar schwierig aber nicht unlösbar.
Zurzeit herrscht in Deutschland eine sehr hohe Verschuldung des Staates vor. Auch viele Unternehmen in allen Größenordnungen sowie sehr viele private Haushalte sind überschuldet.
Hinzu kommen ein völlig gesättigter Markt sowie eine stetig schwindende Kaufkraft der Bürger und eine in der Auflösung befindlicher Mittelstand.
Hierüber hat der DRSB e.V. berichtet und rechtzeitig bereits 1992 vor den möglichen Folgen gewarnt.
Die vom Verein veröffentlichten Konzepte wurden zwar plagiiert, konnten aber, wie das traurige Beispiel von Hans - Adalbert Rürup zeigt, nicht nutzmehrend umgesetzt werden, weil parteipolitische Ideologien im Wege standen.
Viele zu Recht aufgeregte Bürger fragen:
Könnte uns eine Inflation jetzt helfen,
unser Marktsystem wieder zum stotterfreien Laufen zu bringen?
Für eine werthaltige Ankurbelung unserer Wirtschaft wäre eine Inflation oder sogar eine Hyperinflation denkbar ungeeignet, obwohl zum Beispiel die unsägliche Abwrackprämie noch immer ungebremst in eine solche wirtschaftlich sinnentleerte Richtung läuft.
Die Haupteffekte von
Inflation oder Hyperinflation
sind die Entwertung von Schuldlasten bei gleichzeitigem Verschwinden der gegenüberstehenden Vermögenswerte.
Dadurch wird zusätzlich die allgemeine Kaufkraft geschwächt, so dass eigentlich jede Art der Inflation nur kontraproduktiv wirken kann.
Im direkten Umfeld von Finanzminister Steinbrück soll das Gerücht die Runde machen, dass sich ein Staat durch eine schnell einsetzende Inflation entschulden könnte.
Genauso wie die Geschichten, die sich um die Armutsagenda und deren angeblich positiven Auswirkungen für die Bürger rankten, ist auch das Gerücht völlig abwegig und schlichtweg Blödsinn.
Möglicherweise konnte es der SPDler Steinbrück noch nicht so vollumfänglich realisieren, aber der deutsche Staat hat seit Einführung des Euros keinerlei eigenständige Währungshoheit mehr.
Außerdem ist die stetig anwachsende Staatsverschuldung als Anteil der gesamten Verschuldungslage das kleinere marktwirtschaftliche Problem.
Der deutsche Staat kann also weder eine Inflation noch eine Hyperinflation bei den relativ unabhängigen Notenbanken direkt verursachen.
Solch dubiose SPD - Traum - Vorstellungen könnten weder die Schuldenprobleme noch die wirtschaftspolitischen Desaster beseitigen.
Wie in den DRSB - Artikeln „Deflation eins bis fünf“ verständlich und anschaulich geschildert, schliddern wir immer tiefer in eine fette Deflationsphase ohne Gegenwehr oder Hilfe von den Berliner Politikern, die die verheimlichte, unbekannte Gefahr noch immer nicht so richtig begreifen können.
Bedauerlicherweise ist das Fatale an der momentanen Situation, dass weder Bürger, Journalisten oder gar Politiker sich vorstellen können, was noch alles passieren wird.
Es muss noch nicht einmal zum Schlimmsten kommen, denn schon der seit dem Jahr 2000 schleichende Kursrückgang an den Börsen hat die meisten Bürger um soviel Kapital gebracht, dass viele in der kommenden Zeit ihre Ausgaben erheblich reduzieren müssen.
Auch an dieser Stelle möchten wir vom DRSB e.V. mit einem weit verbreitetem Irrglauben aufräumen:
An den Börsen dieser Welt
wird kein Geld vernichtet, sondern lediglich umverteilt.
Das sichere Geld wandert erfahrungsgemäß zu den Anlegern, die sich tatsächlich gute Berater leisten können und auch zu den Gewinnern in Deflationszeiten gehören.
Diese meist sehr wohlhabenden Menschen geben in der Regel ihr Geld nicht sinnlos aus, sondern legen es gezielt an, so dass es weiter Zinsen erwirtschaften kann.
Die Verlierer bleiben in den meisten Fällen die Kleinanleger, die von Strukturvertrieben, Banken oder Fondsgesellschaften höchstwahrscheinlich unzureichend beraten wurden und nun ihr Erspartes verloren haben.
Ob nun fondsunterlegte Riesterrente, Riestersparplan oder Kapitalversicherung auf Fondsbasis, das Geld fehlt in den Taschen der Bevölkerung für Konsumgüter, Urlaubsreisen oder für den normalen Lebensunterhalt.
Langsam werden alle realisieren, dass jeder noch so harte Finanzcrash jede unerwartete wirtschaftliche Schockwelle niemals zu einer Inflation oder sogar zu einer Hyperinflation, sondern immer direkt zu einer ausgewachsenen
Deflation
führen wird.
Möglicherweise wird an den oftmals hochgelobten internationalen Business - Schulen das Thema vernachlässigt oder ausgeklammert, so dass viele Absolventen die Problematik erst gar nicht erfassen können.
An seriösen Universitäten jedenfalls gehört zum soliden BWL- oder VWL - Studium der Themenkreis
Deflation
zum standardmäßigen Ausbildungsinhalt.
DRSB
Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.