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DRSB


Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky · Heinrich Sternemann · Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 10. Januar 2010

 

Das Wort am Sonntag

 

Porsche war nur der Anfang

 

Als in unserer Heimat die Arbeiter und Angestellten dazu verführt wurden, Aktien zu kaufen von Unternehmen, die ihren Wert dadurch steigerten, dass sie Firmengebäude, Firmengelände und andere Vermögenswerte verkauften, Arbeiter sowie Angestellte entließen, da begann der Siegeszug des fragwürdigen so genannten

Shareholder - Value.

Im Laufe von nur wenigen Jahren führte diese „neue“ Businessphilosophie dazu, dass das wichtigste Produkt vieler Firmen nur noch deren Gewinn zu sein schien.

Produktqualität oder Langzeitstrategie waren mit einem Schlag mega - Out und lediglich die Gewinnsteigerung galt als Leistungsnachweis für Manager.

Das Wohlergehen vieler Firmen und deren treuen Mitarbeitern trat in den Hintergrund und wurde zum Abfallprodukt degradiert.

Wer als „moderner“ Manager dieses „Gewinnspiel“ nicht mitmachen wollte wurde desavouiert und in den meisten Fällen durch „willigere“ Kollegen ersetzt.

Wer also die Verantwortung für seine Familie trug und eventuell noch sein Eigenheim abzahlen musste schwieg zu dem Profit - Procedere an den Börsen, damit seine Karrierebestrebungen nicht abrupt zum Stillstand kamen.

So wurden aus

Opfern“ „Mittäter

gemacht, die durch allzu fadenscheinige Erfolgsgeschichten an den Börsen systematisch und nachwirkend sichere Langzeitarbeitsplätze in unserer Heimat vernichteten.

Schneller Gewinn wurde von diesem Moment an nur noch durch rigorosen Stellenabbau und Restrukturierungen erreicht.

Vermutlich gewissenlose Sanierer [ siehe Ex - Mekki Wolfgang Bernhard ] stiegen zu wirtschaftlichen Stars auf und wurden von Bankmanagern und Börsianern wie

Helden des Kapitalismus

gefeiert. In den meisten der vom DRSB e.V. untersuchten Fälle kamen und gingen diese „Helden“ wie charakterlose Söldner des schnöden Geldes vor.

Oftmals hinterließen amerikanische Beratungsunternehmen [ McKinsey etc. ] ihre „Duftmarken“, denn betriebsfremden Söldnern fällt das Durchboxen von brutalen Einschnitten wesentlich leichter, weil sie in der Regel keine oder nur wenige emotionale Bindungen zu den Firmen haben, die es ausschließlich im Sinne der Profitjäger, zu „sanieren“ gilt.

Wie der DRSB e.V. bereits berichtete verdienten Banken aus ihrer Sicht zu wenig an den Aktienverkäufen, so dass in der Zwischenzeit Arbeiter und Angestellte dazu animiert werden ihre Ersparnisse in Fondssysteme zu stecken.

Durch diese Anonymisierung der gesamten Geldflussfaktoren wird folgendes erreicht:

1.

Höhere Vertriebs- und Handlingskosten sind besser zu kaschieren.

2.

Durch unterschiedliche Fondsmodelle

[ Hedgefonds etc. ] verschleiert man den Arbeitsplatzvernichtungseffekt dieser Kapitalanlagen.

3.

Treuglaubende Fondsanleger

können nicht mehr erkennen, dass durch ihre

sicher geglaubte Geldanlage womöglich der eigene Arbeitsplatz für alle Zeiten wegrationalisiert wird.

Denn Fondsmanager haben keinerlei Interesse möglichst viele Menschen in unserer Heimat in Arbeit und Brot zu halten oder sogar die Qualität der Produkte zu steigern

[ siehe hierzu zum Beispiel den stetigen Niedergang von Opel ].

Viel lieber versucht man mit verwerflichen Medientricks die gekauften Unternehmen für kurze Zeit extrem gut aussehen zu lassen, damit es in unserer Heimat die Strukturvertriebe einfacher haben Fondsanteile zu verkaufen.

Frühere Werte, wie zum Beispiel

Kundenzufriedenheit oder Langzeitqualität

sind durch die Medienkampagnen merkwürdig abstrakt und virtuell dargestellt geworden und werden häufig ins Lächerliche gezogen.

Das reine Vorgaukeln dieser Werte hat aber dazu geführt, dass zunehmend mehr Menschen das Gefühl nicht mehr loswerden, gezielt hinter das Licht geführt worden zu sein.

Werbesprüche wie zum Beispiel:

Lassen Sie doch Ihr Geld für sich arbeiten

verlieren rasant an Glaubwürdigkeit, denn wer mit seiner Geldanlage seinen eigenen Arbeitsplatz vernichtet, der wird mit den Bezügen aus den Hartz - Modellen kein eigenes Geld mehr für sich arbeiten lassen können.

Der ständige Umgang mit astronomischen Geldsummen trübt auf Dauer den Blick für die Realität.

Der Auf- und Abstieg des Managers

Wendelin Wiedeking

belegt eindrucksvoll die vorgenannte These.

Als der damals aufrechte Manager das kleine Automobilunternehmen Porsche übernahm schienen die schwäbischen Sportwagenbauer zu klein zum Überleben zu sein.

Finanz- und Qualitätsprobleme waren damals die ständigen Begleiter der exklusiven Sportwagenschmiede.

Am Beispiel von Porsche durfte

Wendelin Wiedeking

beweisen wie man mit harter Arbeit, guter Qualität und ohne staatliche Subventionen erfolgreich eine kleine Automobilfirma zum Erfolg führen kann.

Mit seinem im Jahr 2006 erschienenen Buch

ANDERS IST BESSER

[ Ein Versuch über neue Wege in Wirtschaft und Politik ]

versuchte der westfälische Werteschaffer Wiedeking die ungewöhnliche Erfolgsgeschichte von Porsche den Menschen in unserer Heimat zu erklären.

Nachdem die kleine Sportwagenschmiede das wirtschaftliche Kuriosum schaffte, in einem Geschäftsjahr mehr Gewinn als Umsatz zu erzielen begann der dubiose Fall ins kaufmännische Nirwana.

Und plötzlich wirkte alles was der Autor

Wendelin Wiedeking

in seinem Buch beschrieb seltsam und absonderlich. Alleine schon seine Aussage zu Billiglohnländern

Zitat Wiedeking:

Wer an Billigstandorten produziert,

wird global keine Porsche - Preise ernten können

Zitat Ende

erscheint heute in einem völlig anderen Licht, denn das Image einer Automobilfirma wird nicht über die wechselnden Börsennachrichten definiert.

Das gilt besonders für Mercedes, BMW und Audi, die nach besten Kräften dabei sind durch ausländische Produktionsstandorte ihre Imagewerte zu ruinieren.

Glaubwürdigkeit und Werte heißen auf Dauer

MADE IN GERMANY.

Ganz offensichtlich sieht so etwas der neue oberste Porsche - Boss

Martin Winterkorn

vollkommen anders.

Statt als Unternehmervertreter seiner Plicht gerecht zu werden, die Interessen seines ihm anvertrauten Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern und der Gesellschaft zu stärken und dadurch einen Beitrag zum Gemeinwohl und als Steuerzahler zu leisten, wandelt Winterkorn auf den gleichen Wegen wie seine Kollegen von Mercedes und BMW [ Zetsche und Reithofer ].

Da lautet schon seit mehreren Jahren das Credo:

Kosten und Steuern vermeiden und Offshore produzieren.

Glaubwürdigkeit oder gar Werte in unserer Heimat schafft man dadurch nicht, aber der götzenähnlich verehrte

Shareholder - Value

lässt sich dadurch wundersam vermehren.

Soziale Verantwortung und Gewinnorientierung

gehen somit auch weiterhin bei Mercedes, BMW, Audi und VW getrennte Wege.

Durch das perverse Gaukelspiel

Manufactured

by

Mercedes, BMW, Audi oder VW

marschieren die vorgenannten Autokonzerne geschlossen in ihr Verderben.

Denn die Werthaltigkeit des Produktionsstandortes Deutschland wird systematisch abgewertet, so dass die Kunden auf der Welt nicht mehr bereit sein werden, deutsche Preise für vermeintlich deutsche Produkte zu zahlen.

Die Arbeitsplatzverluste bei Karman oder bei Opel zählen schon heute keinen Pfifferling mehr.

Das Denken von

Quartalsbericht zu Quartalsbericht

prägt das Handeln der amtierenden Automobilmanger so sehr, dass die Orientierung und das Gefühl für ethisch moralische Werte verloren gehen.

Wo bleibt da die Verantwortung,

den Menschen in unserer Heimat Perspektiven zu geben?

Diese Frage richtet sich auch an unsere Politiker die diesen extrem schädlichen Entwicklungen Vorschub leisten.

Die Topmanager der deutschen Automobilkonzerne verstärken täglich den Eindruck, dass die ihnen anvertrauten Menschen außer der Befriedigung der eigenen Profitgier nicht viel anderes erwarten dürfen.

Mit diesem Wissen wächst der Zweifel, dass die gefährliche Entwicklung zum Stillstand kommen könnte. Denn bekanntlich steht das Bestehende dem Kommenden immer im Wege.

Wo ausschließlich finanzielle Interessen im Spiel sind, hat die Wahrheit immer schlechte Karten.

Doch wenn der Glaube an Werte Schaden nimmt, erleidet auch die Moral auf Dauer irreparabel Schaden.

Börsianer- und Banker - Fantasien

erscheinen heute noch wichtiger als Werte und Moral.

Heutzutage sind die Investmentbanken größer und mächtiger, als jemals zuvor. Jeder verantwortungsbewusste Politiker müsste deshalb für deren sofortige Zerschlagung eintreten, bevor die Politiker ihre eigene, vom Volk verliehene Macht verlieren.

Was beim medialen Licht der Scheinwerfer wahr erscheint, verblasst aber im wärmenden Tageslicht der Sonne.

Gesellschaftliche Veränderungen fangen bekanntlich immer mit Außenseitern an, die spüren und wissen, was notwendig ist.

ANDERS SCHEINT BESSER ZU SEIN.

 

 

 

DRSB

 

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