DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Andreas Kallen • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 15. März 2009
Das Wort am Sonntag
Müssen die Schäden
ausschließlich die deutschen Bürger tragen?
Hat Seehofer den Bock zum Gärtner gemacht?
Als der Adelige aus Bayern ins Wirtschaftsministerium berufen wurde, herrschte eine seltsam anmutende Einigkeit über die Parteigrenzen hinweg:
Man beäugte und kommentierte
die überraschende Berufung des Adeligen sehr kritisch.
Der redefreudige FDP - Chef Guido Westerwelle äußerte sich, für seine Verhältnisse, extrem zurückhaltend über die Berufung von
Karl - Theodor zu Guttenberg
zum neuen Bundeswirtschaftsminister.
Zitat Westerwelle:
„Ich glaube nicht, dass der neue Wirtschaftsminister, der sein Amt in Wahrheit nur noch für wenige Monate auf Abruf antritt, die Dinge zum Besseren wenden kann.
Den Schaden trägt das Land“.
Zitat Ende.
Der Düsseldorfer Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann hält es aber sogar für möglich, dass ein junger, dynamischer Mann dem Kabinett von Angela Merkel der
CDU / CSU noch einmal Farbe verleihen könnte.
Mit seiner Meinung gehört Ulrich von Alemann einer kleinen Minderheit in Deutschland an, denn selbst der SPD - Vorsitzende Franz Müntefering hat die Umstände der Ablösung von Bundeswirtschaftsminister
Michael Glos
stark kritisiert.
Und nach Ansicht von Bündnis 90 / Die Grünen offenbart die Nominierung des Adeligen
als Bundeswirtschaftsminister eine dramatische Kompetenzlücke der CSU in der Wirtschaftspolitik.
Einen selbsternannten Außenpolitiker zu berufen, zeige, dass der CSU Häuptling Horst Seehofer mit dem Rücken zur Wand stehen muss, sagte die Vize - Fraktionschefin der Partei,
Christine Scheel.
Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Klaus Ernst, nannte die Berufung Guttenbergs eine
} schwere Hypothek für den Kampf gegen die Krise {.
Es gebe nichts, was Guttenberg für die Übernahme des Amtes qualifiziere, glaubt fest der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion.
Zitat Ernst:
„In dieser Regierung gehen Personalquerelen vor Fachkompetenz. Bisher habe sich Guttenberg nur als verspäteter Kalter Krieger hervorgetan. Deutschland zieht nun mit einem Wirtschaftsminister in die Krise, von dem keinerlei innovative Impulse zu erwarten sind“.
Zitat Ende.
So sehr sich auch die US - Hörigen deutschen Medien bemühen und den Adeligen aus Bayern zu jeder Gelegenheit präsentieren, kaum ein Bürger in Deutschland glaubt daran, dass der gelackte Atlantik - Netzwerker angesichts der Krise gerade das Wirtschafts-Ressort zwingend mit Kompetenz ausfüllen wird. Die meisten Deutschen halten die Berufung von Guttenberg zum Wirtschaftsminister für eine regelrechte Clownerie der CSU.
Viele sehen auch einen deutlichen Autoritätsverlust der noch amtierenden Kanzlerin Angela Merkel. Die Menschen im Land vertreten die Ansicht, dass die CDU jemanden braucht, der überzeugend, so wie einmal Friedrich Merz es tat, für die verlässliche deutsche Wirtschaftspolitik steht.
Bei
Karl - Theodor zu Guttenberg
sucht man ein solches Profil vergeblich, obwohl der Adelige mit seinen nassforschen Auftritten Anstrengungen unternimmt, damit er Glaubwürdigkeit gewinnen könnte.
Dass es nun ausgerechnet die Wirtschaftspolitik ist, mit der er sich in den nächsten Monaten intensiv auseinandersetzen möchte, ist nicht ohne Ironie.
Bis zu seiner plötzlichen Berufung war sein
„Steckenpferd“
die Außenpolitik.
Auf internationalen Konferenzen und bei Auftritten im Weißen Haus soll er eine glänzende Figur gemacht haben. Für einen Netzwerker der Atlantik - Brücke e.V. nichts Außergewöhnliches, denn diese, oftmals unerfahrenen, so genannten
„junge Führer“
[ young leader, wie sie im Atlantik - Brückenjargon genannt werden ]
dieser Organisation werden natürlich sehr gerne medienwirksam nach vorne gepuscht.
Seine stetig anwachsende Zahl der Kritiker umschreiben die Guttenberg - Talente wie folgt:
Guttenberg
hat eine schnelle Auffassungsgabe, kann unfallfrei sprechen und hat ein übersteigertes Selbstbewusstsein.
Guttenbergs bisherige Berührungspunkte mit betriebswirtschaftlichen oder gar volkswirtschaftlichen Vorgängen sind extrem übersichtlich.
Vorübergehend soll er in der Geschäftsführung der Guttenberg GmbH in München und Berlin tätig gewesen sein.
Dieser Betrieb beschäftigt sich mit Trockenbau und Isoliertechnik.
Auch soll zu Guttenberg sechs Jahre lang im Aufsichtsrat der Rhön - Klinikum AG gesessen haben. Über erreichte Erfolge ist jedoch nicht das Geringste bekannt. Wenn der DRSB e.V. verlässliche und überprüfbare Informationen dazu erhält, wird umgehend darüber berichtet.
Bis dahin teilt der Verein die geäußerten Ansichten des FDPlers
Rainer Brüderle,
der die Entscheidung als eine Art Notlösung hält.
Zitat Brüderle:
„In der Wirtschaftspolitik hat er sich bisher nie hervorgetan. Offenbar genügt es der Union, dass man lesen und schreiben kann, um Wirtschaftsminister zu werden“.
Zitat Ende.
Bis zur Bundestagswahl darf Guttenberg den Posten im Wirtschaftsministerium besetzt halten.
Denn, dass der Bundestagsabgeordnete
Karl - Theodor zu Guttenberg
in die Führungsgremien der
„Atlantik - Brücke“ sowie in das amerikanische „Aspen - Institut“
berufen wurde, erweckt zunehmend größtes Misstrauen.
In vielen CDU - Ortsvereinen wird die Entscheidung der Schwesterpartei heftig kritisiert. Zu Recht befürchten diese CDUler weitere Stimmenverluste bei den anstehenden Wahlen.
Nach dem schwelenden
Brauksiepe - Syndrom und den ständigen Verbalunfällen von Mißfelder
war die Bestellung eines adeligen Netzwerkers offensichtlich zu viel für die
CDU - Wähler. Quasi der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Aus den vorgenannten Gründen gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass die schwarzen Schwesterparteien CDU / CSU auch in der kommenden Legislaturperiode den Wirtschaftsminister stellen dürfen.
Bis dahin bleibt zu hoffen, dass der adelige Atlantik - Netzwerker und Aspen - Freak keinerlei größere nachhaltige Schäden verursacht, denn diese
Schäden
müssen später wieder allein die deutschen Bürger ausbaden.
DRSB
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