DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Andreas Kallen • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 15. Februar 2009
Das Wort am Sonntag
Heil den deutschen Führern?
Die Ausübung von uneingeschränkter Macht war schon immer die Antriebsfeder für die meist selbst ausgerufenen Eliten, die sich zu einer
„Führerschaft“
berufen fühlen.
Angesichts der stetig zunehmenden Kluft zwischen armen und reichen Bürgern in Deutschland stellen sich viele Betroffene die Frage:
„Wer ist eigentlich in Deutschland in der Lage mit seinen
Entscheidungen den Armutsprozess spürbar zu beeinflussen oder ihn sogar gezielt zu steuern?“
Direkt darauf angesprochen weisen Politiker, Medien und Topmanager jede Verantwortlichkeit weit von sich weg und besitzen sogar die Dreistigkeit, sich selbst als Opfer und Getriebene darzustellen.
Damit verhalten sie sich genauso wie die ehemaligen Schüler der
NPEA
- Nationalpolitischen Erziehungsanstalten -
die im Volksmund auch
Napola
- Nationalpolitische Lehranstalt -
genannt wurden.
Diese Internatsoberschulen, die nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 als
„Gemeinschaftserziehungsstätten“
eingeführt wurden, beendeten die meisten Teilnehmer mit der Hochschulreife.
Im Verbund mit den
AHS
- Adolf Hitler Schulen -
und den SS - Junkerschulen dienten diese Eliteschulen zur Heranbildung des loyalen nationalsozialistischen Führungsnachwuchses.
Die Hauptaufgabe der
NPEA
- Nationalpolitischen Erziehungsanstalten -
bestand in der Erziehung der jungen Menschen zu überzeugten Nationalsozialisten, die ertüchtigt an Leib und Seele ihren den Dienst an Volk und Vaterland versehen sollten.
Diese vorgeprägten jungen Menschen sollten die
kommende „Führer“ - Generation in Deutschland bilden.
Von 1933 an bis zum Kriegsbeginn dienten die Napolas als stark politisch akzentuierte Eliteschulen im Rahmen des allgemein bildenden höheren Schulwesens.
Im Laufe des Krieges und der stetig ansteigenden Verluste im deutschen Offizierskorps entwickelten sie sich diese Einrichtungen zu Nachwuchsschulen für SS und Wehrmacht. Das wurde auch dadurch dokumentiert, dass die Verwaltung der Napolas von der allgemeinen Schulverwaltung getrennt war.
Bis zum Kriegsende gab es 43 dieser Eliteschulen von denen drei speziell für den weiblichen Führungsnachwuchs gedacht waren.
Im Gegensatz zu den Schülern der
AHS
- Adolf Hitler Schulen -,
die überwiegend in die Waffen - SS eintreten mussten, rekrutierte sich der Offiziernachwuchs für die Wehrmacht aus den
NPEA
- Nationalpolitischen Erziehungsanstalten -.
Das Ende des zweiten Weltkrieges bedeutete für Deutschland und seine stetig herangezüchteten Eliten das sofortige Aus.
Der Begriff
„Führer“
war durch Adolf Hitler so negativ belegt, dass sich die USA gezwungen, sahen neue Elitestrukturen zu züchten.
In den alten Filmdokumenten sprechen deshalb die englischsprachigen Kommentatoren generell vom
German „Führer“,
um den englischen Begriff für Führer
„Leader“
von negativen Einflüssen frei zu halten.
Des Weiteren teilten die USA die europäischen Länder in vier große Gruppen ein.
In der ersten Kategorie wurden die Staaten aufgeführt, die sich nicht aktiv an Kriegshandlungen gegen die USA beteiligt hatten.
Irland, Portugal, Spanien,
die Schweiz sowie Schweden
wurden dort eingruppiert, obwohl zum Beispiel die Schweiz und auch Schweden eindeutig zu den Kriegsprofiteuren gehörten.
Denn die Volkswirtschaften beider Staaten unterstützten Deutschland mit der Lieferung von Rohstoffen, Industrieprodukten und besonders die Schweiz war mit der sicheren Abwicklung von finanziellen Transaktionen stets zu Diensten.
Es wird noch heutzutage sehr gerne der Deckmantel des Schweigens über diese gemeinsame Vergangenheit gelegt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass während des zweiten Weltkrieges rund 90% der schwedischen Exporte nach Deutschland geliefert wurden.
Der rege Verkauf von Eisenerzen aber auch fertige Kriegsmaterialien führte nach dem Krieg dazu, dass Schweden über eine gesunde wirtschaftliche Lage verfügte und sich den Luxus leisten konnte, ein wohlfahrtstaatliches politisches System zu installieren.
Zwischen den Familienkonzernen Bonnier, Johnson, de Wehtjes und Wallenberg sowie den Gewerkschaften und den sozialdemokratischen Politikern herrschte jahrzehntelang Einigkeit darüber, dass die bestimmenden Eliten ( Führer ) schwerpunktmäßig von den Familienkonzernen gestellt werden.
In der zweiten Kategorie wurden die Staaten aufgeführt, die die USA aktiv im Kampf gegen Hitlerdeutschland unterstützten.
Belgien, Dänemark, England, Frankreich und die Niederlande
gehörten zu den Kriegsgewinnlern und wurden zunächst vermeintlich von den Amerikanern verhätschelt.
Für die vorgenannten Staaten änderte sich, was das Elitentum anbetraf, bis 1947 erst einmal so gut wie gar nichts. Mit dem Beginn der antikommunistischen Ideologie wurden auch in diesen Staaten schlagartig Brückennetzwerke installiert und zur systematischen Elitezüchtung eingesetzt.
In der dritten Kategorie wurden die Staaten der Sowjetunion sowie die Staaten des späteren Warschauer Paktes aufgeführt. In diesen Staaten war es den USA versagt, auf die Züchtung von ihnen willfährigen Eliten Einfluss zu nehmen.
In der vierten Kategorie wurden die Staaten aufgeführt, die zu den Verlierern des zweiten Weltkrieges gezählt wurden.
Italien, Österreich und Deutschland
wurden mit Kontrollsystemen überzogen, wobei die größte Angst der Amerikaner vor den Deutschen auch zur massivsten Überwachungsstruktur, die die Welt je gesehen hatte, führte.
Die Homogenität der Elitezüchtungssysteme ist deshalb in Deutschland noch heute klar erkennbar. Mangelnde sektorale Mobilität wurde im Laufe von Jahrzehnten durch Brückenaustauschmodelle so stark intensiviert, dass man sich in Washington bis zum letzten großen Finanzcrash der Loyalität des gesamten deutschen Volkes sicher war.
Das Herzstück der amerikanisch dominierten Elitezüchtungssysteme ist in Westeuropa die
AAYPL
Atlantic Association of Young Political Leaders,
die in dem DRSB - Artikel
> Das Brauksiepe - Syndrom <
bereits durchleuchtet und beschrieben werden konnte.
Aufmerksamen Lesern wird jetzt wahrscheinlich verständlicher warum in den alten
US - Filmdokumenten die englischsprachigen Kommentatoren vom
German „Führer“,
sprechen, wenn sie den Führer Adolf Hitler meinen. Denn der englischen Begriff für Führer
„Leader“
findet sich im deutschen Ableger der
AAYPL
Atlantic Association of Young Political Leaders
wieder, den es zu beschützen galt. Die vermeintlich elitären Mitglieder der deutsche Sektion vermeiden es deshalb von
„Jungen politischen Führern“
zu sprechen und benutzen ausschließlich die englische Sprachbezeichnung. Es wäre ja auch zu dumm, wenn aus Versehen einmal diesen selbst ernannten
jungen deutschen Führern
alles gute gewünscht würde. Quasi sehr viel Heil.
Wie die überwiegende Mehrzahl aller selbst ernannten Eliten sind auch die
„Jungen politischen deutschen Führer“
von der
AAYPL
Atlantic Association of Young Political Leaders
vorrangig an der konsequenten Verfolgung ihrer eigenen Ziele und denen der USA interessiert.
Damit aber der Machtverlust in deutschen Parlamenten gegenüber der Exekutive nicht noch mehr zunehmen kann und dadurch der effektive Einfluss der Mehrheit der deutschen Bürger erheblich weiter eingeschränkt wird, muss der amerikanisch gesteuerte Unterlaufungstrend gestoppt und umgekehrt werden.
Schon seit mehreren Jahren sinkt das Interesse an der Politik und Apathie, Passivität sowie Resignation kennzeichnen die Wahlbeteiligungen, besonders in den unteren Einkommensschichten.
Ist so etwas von den selbst ernannten „Führern“ womöglich gewollt?
Sollten echte deutsche Demokraten
über diese ( Fehl ) - Entwicklung nicht ohne weitere Verzögerung
einmal kritisch nachdenken?
Denn wer ausschließlich auf die Logik oder gar auf die Kraft der Argumente baut, erlebt, dass der deutschen Bevölkerung zum praktischen Widerstand noch der richtig zündende Impuls fehlt.
Appelle an die Vernunft sind nicht ausreichend, wo Pragmatismus, Lebenserfahrung und konsequentes Handeln erforderlich erscheinen.
20 Millionen aktuelle Rentenbezieher
sollten doch in der Lage sein, je nach persönlichem Geschmack und Neigung, zu kompakten Gruppen von 10 bis 20 Personen in die Ortsvereine der politischen Parteien einzutreten und durch ein geschlossenes Auftreten eine politisch vernünftige Umkehr einzuleiten.
Denn eine solch homogene Gruppe von Personen könnte mit Leichtigkeit quasi jeden Ortsverein dominieren.
So etwas wäre in der Tat eine echte Basisdemokratie
und könnte schwerlich von atlantischen Brückenorganisationen unterlaufen werden, wie es seither ständige Praxis ist.
Ein weiterer Abbau sozialer Systeme, die ständigen Einschränkungen kollektiver Leistungen und die Aushöhlung unserer Rechts- und Rentensysteme wären durch die aktuellen Rentenbezieher zu verhindern.
Denn Herkunft und Homogenität der selbst ernannten
„Jungen politischen deutschen Führer“
stehen in direktem Zusammenhang mit der anwachsenden sozialen Ungleichheit und Ungerechtigkeit in Deutschland und Europa.
Die vom DRSB e.V. festgestellte politische Faustformel lautet deshalb:
Je exklusiver und engmaschiger
diese selbst ernannten Führer auf nationaler Ebene agieren, umso größer wird tagtäglich die Kluft zwischen armen und reichen Bürgern.
DRSB
Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.