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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 14. Juni 2009

 

Das Wort am Sonntag

 

Chinas Freundschaft mit Russland

 

Die US - Finanzkrise sowie deren wirtschaftlichen Auswirkungen auf Europa ermöglichen China nahezu unbemerkt von der Weltöffentlichkeit eine rege Reisediplomatie in Zentralasien, das fünf Länder umfasst, durchzuführen.

Früher lag der chinesische Reise - Schwerpunkt auf den Republiken der zerfallenen UdSSR und späteren GUS - Staaten, wie zum Beispiel Kasachstan, Kirgistian Turkmenistan oder Usbekistan.

Die vorgenannten Staaten haben durchaus für China strategische Bedeutung, weil sie quasi wie eine Pufferzone zwischen China, Indien und Russland liegen und über reichlich Bodenschätze und Rohstoffe verfügen.

In den ersten Jahren der chinesischen Volksrepublik waren Chinesen und Russen „dicke“ Freunde, weil die damalige Sowjetunion für die chinesischen Kommunisten das große Vorbild war.

So wurde alles kopiert was Russland vormachte:

China verstaatlichte die Schlüsselindustrien und kollektivierte die gesamte Landwirtschaft. Die Russen halfen den Freunden und schickten massenweise Aufbau- und Strukturhelfer in das sozialistische Bruderland.

Um 1960 herum stritten Russen und Chinesen um den besten und richtigen Weg zum Kommunismus. Angereichert durch wirtschaftliche Rivalitäten und kleingeistige Eifersüchteleien gerieten sich die Landesführer Chruschtschow und Mao an die Köpfe.

Vor Zorn bebend zog der Russe Chruschtschow 1960 alle Aufbauhelfer sofort ab.

Was darauf folgte, waren 30 Jahre der politischen Eiszeit und der zeitweisen kriegerischen Auseinandersetzungen am Grenzfluss Ussuri Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Erst nach dem Auseinanderfallen der UdSSR vollzog man in China den Übergang zur Marktwirtschaft und startete den Versuch, eine besondere asiatische Demokratieform zu etablieren.

Parallel dazu scheiterte das russische Liebeswerben in Westeuropa, da die USA jeden Annäherungsversuch der Russen sofort torpedierten. Durch das negative Agieren der Amerikaner trieb man Chinesen und Russen aufeinander zu. Eine weitere treibende Kraft der Wiederentdeckung der ehemaligen Freundschaft war die vorherrschende politische und wirtschaftliche Vernunft.

Russland

verfügt über eine moderne Rüstungsindustrie, die den Chinesen die benötigten Waffensysteme liefern kann und Russland hat Erdöl und Erdgas in rauen Mengen.

China

dagegen bunkert seit Jahren gigantische Mengen US - Dollar und westeuropäische Währungen und verfügt so über das nötige „Kleingeld“, um Waffensysteme, Erdöl und Erdgas zu kaufen.

Außerdem kann China riesige Mengen an günstigen Konsumgütern liefern, die die russischen Bevölkerung benötigte und die Amerikaner nicht mehr bezahlen können.

So bildete sich im Laufe von 18 Jahren eine politische und wirtschaftliche Zweckgemeinschaft zwischen China und Russland.

Wandel durch Handel

ist das deutlich Sichtbare Zeichen zwischen beiden Staaten, so dass sich die Regierungschefs regelmäßig treffen und durch ein großes Bündel an Abkommen jedes Jahr ihre Basis verfestigen.

Ab 1999 ziehen beide Armeen sogar in gemeinsame Manöver, nachdem man einen Nichtangriffspakt schloss und auf einen atomaren Erstschlag gegenseitig verzichtete.

Diese völlige Neutralisierung einer möglichen russischen Bedrohung eröffnete China auf einen Schlag die notwendige Neuausrichtung der obsoleten Militärstruktur, denn seit dem ersten Golfkrieg im Jahr 1991 war es ein Schock für die Chinesen, mit ansehen zu müssen, über welches Bedrohungsarsenal an Waffen die USA verfügen.

Intelligente Maschinen und nicht mehr Menschen bestimmten schon damals den Ausgang des ersten Militärausflugs der Amerikaner im Irak.

Die Inszenierung dieses amerikanischen Hightech - Überfalls auf den Irak führte den chinesischen Offizierskorps vor Augen, wie extrem rückständig ihre Militärmaschenerie war.

Die Entspannung

Wandel durch Handel

ermöglichte den Chinesen ihre Militärstrukturen zu modernisieren und sich schwerpunktmäßig den spannungsgeladenen Gegenden im Osten zuzuwenden.

Aus der Sicht der Chinesen wartet im Südchinesischen Meer einiges an politischer Aufräumarbeit, denn die Beziehungen zu Japan oder Taiwan müssen völlig neu definiert werden.

Die strategische kooperative Partnerschaft zwischen China und Russland bringt somit für die Bevölkerung in beiden Staaten Vorteile und sichert Langzeitarbeitsplätze, obwohl durch die wirtschaftlichen US - Finanzdebakel in beiden Ländern die Arbeitslosenquote leicht weiter ansteigen könnte.     

Chinas Freundschaft mit Russland

wäre sicherlich auch ein nutzmehrendes Modell für Deutschland, denn

Wandel durch Handel

ist allemal besser als Ausbeutung durch Freunde.  

 

 

             

 

DRSB

 

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Stand: 14.06.09

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