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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 12. April 2009

 

Das Wort am Sonntag

Die inneren Feinde

 

Wer als deutscher Bürger seiner Verantwortung gerecht werden möchte, indem er für soziale Politik, echte Freiheit und wahrhafte Demokratie eintritt, der sollte schon genau wissen, wo, wann und welche Hindernisse den Weg versperren könnten.

In totalitären oder auch autokratischen Staaten liegen solche Hemmnisse offen erkennbar zutage und sind den meisten Bürgern geläufig. Dort arrangiert man sich in vielen Fällen mit den Machtausübenden und sucht in der Regel seine eigenen kleinen Vorteile.

In demokratischeren Staaten blühen und gedeihen Hindernisse und Hemmnisse meist eher im Verborgenen. Sie werden von aufrechten Bürgern, wenn überhaupt, dann erst zu spät erkannt und erfüllen deshalb in den meisten Fällen ihre Aufgabe weit besser als in totalitären oder in autokratischen Staaten, denn da werden sie erwartet und sind bekannt.

Dabei unterscheiden sich die Methoden der Behinderungen von

sozialer Politik, echter Freiheit und wahrhafter Demokratie

weder in so genannten Demokratien, noch in totalitären oder autokratischen Staaten.

Der Grund dafür ist immer derselbe:

Es geht darum,

die große Bestie,

wie das Volk von Alexander Hamilton bezeichnet wurde, innerhalb der sehr eng gezogenen gesellschaftlichen Grenzen zu halten.

Der Mob, aus der Sicht der Eliten, soll im Grenzbereich zwischen Politik und Geschäft nicht dominant ausufern. Die Angst der Eliten spielt dabei eine große Rolle, denn der reibungslose Ablauf der eigenen, nutzmehrenden Transaktionen soll nicht gestört werden. Aus der Sicht der Eliten, die oftmals in Netzwerken, vergleichbar wie dem organisierte Verbrechen, verbunden sind, ist das Wesen aller wirklich guten Geschäfte, die absolute Diskretion.

Das beharrliche Schweigen ist ein Geschäftsprinzip, das man im Süden von Italien mit dem Wort

omertà

umschreibt.

Dieses so genannte süditalienische omertà - Prinzip ist auch in Deutschland bestens bekannt und findet sehr häufig in parlamentarischen Untersuchungsausschüssen seine Spiegelung.

Dort umschreibt man das süditalienische omertà - Prinzip mit dem viel besser zutreffenden deutschen Wort

Erinnerungslücke.

Ob nun der Ex - Mekkie Zumwinkel oder der noch amtierende Bahnvorstand Mehdorn, sie alle beherrschen die deutsche Variante des süditalienischen omertà - Prinzips.

Da in einem echten demokratischen Staat physische wie auch psychische Gewaltanwendung ausgeschlossen wird, enden selbst hart strukturierte Befragungen im absoluten Nichts.

Da Politik und Wirtschaft aus ganz unterschiedlichen Beweggründen immer an einem Strang ziehen, behaupten sie frech, dass es so etwas wie Netzwerke gar nicht gibt. Man will schließlich keine schlafenden Hunde [ das Volk oder den Mob ] wecken.

Gleichgültig ob calvinistisch, mosaisch oder atlantisch gefärbt, die Netzwerker haben die Strategie der Angst erkannt, bereits lange bevor die amerikanische Abschreckung zu einer pseudoreligiösen Doktrin wurde.

Die Eliten in den Netzwerken haben in Sachen der Abschreckung eine sehr lange Erfahrung und überdehnen äußerst selten ihre Möglichkeiten, damit man im Bereich des Glaubwürdigen bleiben kann.

Niemand der erfahrenen Netzwerker würde jemanden so stark bedrängen, dass es den Bedrängten oder besser gesagt den Bedrohten in den Untergang zwingen könnte.

Wozu auch?

Man nimmt den Sand im Getriebe zur Kenntnis und möchte in Ruhe seinen lukrativen Geschäften nachgehen.

Die Devise heißt also:

Kooperation statt Konfrontation.

Die selektive Wahrnehmung von bestimmten Teilen der Justiz hat dabei einen nicht zu unterschätzenden Nutzwert.

Ermittlungen im Bereich der Netzwerke kosten viel Zeit, bürokratischen Aufwand und Geld und führen nur selten zu einer gerechten Verurteilung eines Netzwerkers, es sei denn, wie zum Beispiel im Fall des Ex - Mekkies Zumwinkel, es lassen sich die vermuteten Straftaten nicht mehr länger verschleiern. Hinzu kommt, dass gerissene Strafverteidiger praktisch jedes Verfahren so lange verschleppen können, bis die Justiz die Sache am allerliebsten sofort los wäre.

Ermittlungen im Bereich der Netzwerkorganisationen scheinen also zurzeit noch denkbar unrentabel.

Das könnte sich womöglich sehr schnell ändern, wenn

die große Bestie,

wie das Volk von Alexander Hamilton bezeichnet wurde, von den volkswirtschaftlichen Auswirkungen der angerichteten Schäden vollumfänglich in Kenntnis gesetzt wird.

Calvinistische, mosaische oder atlantische

Netzwerkorganisationen sind lediglich ein Geflecht von

casinokapitalistischen Zweckbündnissen.

Solange es den Eliten, oder sagen wir besser den Netzwerkern nützt, solange sie gemeinsame Interessen haben und reichlich Geld auf dem Rücken der Bürger verdienen, solange arbeiten sie zusammen und decken sich gegenseitig.

Sobald diese gemeinsamen Interessen aufdeckt werden oder nicht mehr deckungsgleich zu bringen sind, sorgt der entstehende Konflikt für die Selbstzerfleischung und anschließende Selbstauflösung des Systems.

Die schon fast rührenden Geschichten von der Ehre, vom gemeinsamen Kodex oder von den ehernen Traditionen sind die reinsten Märchen.

Das Beispiel des Ex - Mekkies Zumwinkel zeigt, dass man zwar vorgeblich zusammenhalten will, aber wenn es brenzlig wird, nur noch die eigenen Interessen absichern möchte.

Jeder ist sich - gerade in den Netzwerkorganisationen - selbst der Nächste.

Fällt ein Stein um, beginnt der unaufhaltsame Dominoeffekt.

Quasi wie durch ein Wunder füllen sich plötzlich

Erinnerungslücken,

wenn man die eigene Haut retten möchte. So war es bei Zumwinkel und so wird es in allen weiteren Fällen sein, wenn bekannt wird, wie extrem volksschädlich das Handeln der Akteure war und sogar noch immer ist.

Möglicherweise müssen sich demnächst tatsächlich Managertypen wie zum Beispiel Forster, Ackermann oder Mehdorn für ihre erkennbar volksschädlichen „Taten“ verantworten und mit eigenem Vermögen haften.

Seit der ersten echten demokratischen Revolution der Moderne im England des 17. Jahrhunderts war den Machtausübenden vorrangig daran gelegen, dass der Pöbel, also die Volksmasse oder

die große Bestie,

jederzeit überprüfbar und im Zaum zu halten war.

Vier Jahrhunderte weiter hat sich an dieser Auffassung der Machtausübenden nicht das Geringste geändert.

Die selbsternannten Eliten in den Netzwerken mit ihren erhabenen Idealen fühlen sich noch immer berufen und ermächtigt, ihre eigene Auffassung von Stabilität und Verteilungsgerechtigkeit zu praktizieren.

Die berechtigten Interessen des Gemeinwesens missachten diese Netzwerker und betreiben permanent deren Zerschlagung.

Wie begrenzt dieser Denkhorizont ist zeigt, die anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise, die von den neoliberalen Initiatoren der Macht ausgelöst wurde.

Soziale Politik, echte Freiheit und wehrhafte Demokratie

können in einem solchen Klima nur in äußerst eingeschränkter Form überleben.

Die eigene Bevölkerung unter Kontrolle zu halten, wird vor allem dann immer problematisch, wenn die Regierungspolitik auf eine heftige und engagierte Opposition trifft.

Wenn der Pöbel, der Mob, also die Volksmasse oder

die große Bestie,

ihre Marginalisierung und Passivität überwindet und die inneren Feinde, mit der Hilfe der Schulen, der Universitäten und der Kirchen erkennt und konsequent bekämpft, und wenn auch noch die Medien mitspielen, weil sie realisieren, von wem sie tatsächlich geführt werden, dann könnte der Weg frei werden für eine richtig gute

soziale Politik, echte Freiheit und wahrhaftige Demokratie

in

Deutschland.

 

             

 

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