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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam
Leitung:

Udo Johann Piasetzky Hans - Josef Leiting Heinrich Sternemann

Düsseldorf, den 11. Oktober 2009

 

Das Wort am Sonntag

 

Prägt nur noch das Sein das Bewusstsein?

 

Zwei Wochen nach der Bundestagswahl 2009 steht fest, dass der Umgang der Gesundheitsministerin

Ulla Schmidt

mit ihrer Dienstwagen - Affäre der Sozialdemokratie großen Schaden zugefügt hat.

Bis heute war kein selbstkritisches Wort zu der mehrfachen Privat - Nutzung ihres Dienstwagens im Spanien - Urlaub zu hören.

Nach dem Motto

„Angriff ist die beste Verteidigung“

spuckte Ulla Schmidt weiter große Töne und versuchte die CDU / CSU sowie auch die FDP in den Wahlschatten zu stellen, als Verantwortliche für die Vernichtung des deutschen Sozialstaats.

Obwohl aus den meisten SPD - Kreisen heftige Kritik an Ulla Schmidt geübt wurde und der SPD - Kanzlerkandidat Frank - Walter Steinmeier die klare Empfehlung erhielt, keinen gemeinsamen Wahlkampftermin mit ihr zu absolvieren ignorierte, der Wahlverlierer - eigentlich wie immer - die Wünsche und Hinweise seiner Parteibasis.

Politikwissenschaftler und Meinungsforscher glauben deshalb, dass der Umgang der SPD mit der so genannten

Ulla Schmidt - Affäre

nicht nur der SPD im Wahlkampf geschadet hat, sondern darüber hinaus die Glaubwürdigkeit einiger Politiker beschädigen musste.

Auch wenn Ulla Schmidt rein formell betrachtet korrekt gehandelt haben sollte, so blieb an fader Nachgeschmack bei den Bürgern in unserer Heimat nachhaltig hängen.

Mehr Transparenz bei der Überprüfung der Politiker - Dienstfahrten durch den Bundesrechungshof scheint alleine schon deshalb von Nöten.

Wie schrieb der DRSB e.V. bereits schon über den SPD - Aussteiger Wolfgang Clement:

Politiker scheitern meist nicht an Ihren

politischen und persönlichen Fehlern, sondern wie sie

damit umzugehen pflegen“.

Prägt nur noch das Sein

das Bewusstsein der vermeintlichen Politik - Eliten?

Denn offensichtlich weitgehend unbemerkt von den öffentlichen Meinungsmachern ist in unserer Heimat eine stattliche Zahl von Evolutions - Politikern herangewachsen, die zusammen eine so genannte

Bewusstseins - Elite

heranbilden möchten, damit sie ihre Zukunft sanft, aber nachhaltig in ihrem

Gier - Sinn

prägen können.

Die „besondere“ Stärke dieser so genannten

Bewusstseins - [ Gier - Sinn ] Elite

besteht in der völlig unsensiblen Wahrnehmung dessen, was das künftige Bewusstsein in unserer Bevölkerung prägen soll.

Zu den beliebten Kernthemen der

Bewusstseins - [ Gier - Sinn ] Elite

gehören generell die Werte, vor allem aber die Lebenskunst und- gestaltung zum ausschließlichen Zweck der Optimierung der eigenen Lebensqualität.

So etwas geht allerdings bekanntlich nicht ohne Folgen ab, wie das Debakel in der SPD aufzeigt.

Das wiederum bringt die verbliebenen Anhänger einer obsoleten Ordnung auf den Plan, die jeden evolutionären Wandel ablehnen und durch fragwürdige Parolen mächtige Mehrheiten anstreben.

Da wird aus der politischen Farbenlehre Schwarz, Rot, Gelb oder Grün sehr schnell auch einmal ein Dunkelrot, Grau oder Braun.

Ein genauerer Blick auf ein solches Szenario lohnt sich deshalb allemal, denn wer weiß, vielleicht gehört schon bei den nächsten Wahl ein neues Farbenspektrum zur Normalität.

Nutzmehrend oder gar hilfreich sind solch dubiose Entwicklungen natürlich nicht, aber wieviel es schadet wird man heute noch nicht seriös messen können.

Dieser politische Prozess des „Andersfarbigwerdens“ wird beschleunigt, weil die scheinbar „tumben“

aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher

als Wählerpotential jahrzehntelange links liegen gelassen wurden.

Ein offensiver Umgang mit dem Brandthema

gesetzliche und private Altersvorsorge

oder eine ehrliche Offensive, verbunden mit konstruktiven Vorschlägen, wie man das Brandthema lösen könnte, wäre eine echte Chance für jede deutsche Partei gewesen.

Die scheint nun erneut vertan.

Denn zu den Kernthemen der Bürger in unserer Heimat gehören demnächst die bewusste Lebensgestaltung, Lebensqualität, Lebenssinn,

sowie die

sozialen Wertvorstellungen.

Es geht nicht darum, dass die Politiker in unserer Heimat immer glücklich und zufrieden werden, sondern darum, dass die Deutschen ihr gewohntes Leben in einem gesicherten sozialen Umfeld fortführen dürfen.

 

Die zukünftige Stärke von Politikern besteht deshalb in der sensiblen Wahrnehmung dessen, was unser künftiges Bewusstsein prägen kann.

Nur die wenigsten Bürger in unserer Heimat ahnen zu Beginn der neuen Regierungsperiode, wie sehr die Themen

Lebensgestaltung, Lebensqualität, Lebenssinn,

gesetzliche und private Altersvorsorge

sowie

soziale Wertvorstellungen

bald das Bewusstsein der ganzen Bevölkerung prägen werden.

Vorübergehend noch in den höheren Bildungs- und Einkommensschichten wird sich der eine oder andere recht unsanft und unspektakulär in einer anderen sozialen Welt wiederfinden.

Eine Gesellschaft ohne

Lebensgestaltung, Lebensqualität, Lebenssinn

und ohne verlässliche

gesetzliche und private Altersvorsorge

 

 

hat keine Zukunft.

Wobei ein wesentlicher Punkt entscheidend sein wird in unserer Demokratie:

Die Frage ist nicht, ob es

Lebensgestaltung, Lebensqualität, Lebenssinn

und

gesetzliche und private Altersvorsorge

geben wird, sondern welche.

Bemerkenswert ist dabei, dass die meisten Politiker es nicht realisieren, was sie da anrichten oder angerichtet haben.

Die so genannten

Ulla Schmidt - Affäre

ist eigentlich nur die Spitze des Eisbergs, den in Berlin bis heute niemand wirklich vollumfänglich wahrnehmen möchte.

Hand auf´s Herz:

Hatten Sie nicht auch schon einmal das Gefühl,  

dass da an vielen Ecken und Enden etwas oberfaul ist?

Sogar die treuesten Parteimitglieder in CDU / CSU, SPD, Grüne oder FDP berichten davon, dass das Wort

Bewusstseins - [ Gier - Sinn ] Elite

die Runde macht und immer gemischte Gefühle auslöst.

Denn tatsächlich heißt

Elite

 ja ursprünglich nichts anderes als die Auswahl der Besten.

In einem offenen Verhältnis zu Eliten

wird auch klar, dass sich wahre Eliten nicht durch Macht definieren,

sondern durch Können.

Und zu einer Elite zu gehören,

ist in diesem Verständnis nicht primär Privileg, sondern Verpflichtung.

Es muss etwas mit dem noch immer rätselhaften wissenschaftlichen Begriff des

Bewusstseins

zu tun haben, dass anscheinend nicht nur bei Ulla Schmidt das Sein das Bewusstsein prägen konnte.

Möglicherweise vertritt sie noch heute die Ansicht,

das sich Menschengruppen, die sich in ihrem Verhältnis zu den Produktionsmitteln unterscheiden zum Ausbeuten besonders eignen.

Möglicherweise vertritt sie noch heute die Ansicht,

dass die Ausbildung von Klassen mit der Arbeitsteilung beginnt und man sich zur Entstehung von Privateigentum lediglich fremder Arbeitskraft zur Ausbeutung bedienen muss.

Möglicherweise prägt das noch heute ihr Bewusstsein.

Man sollte deshalb nicht über die Bewusstseinslage unserer Politiker klagen, sondern man muss das Sein verändern.

 

 

             

 

DRSB

 

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Stand: 11.10.09

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