DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Andreas Kallen • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 08. März 2009
Das Wort am Sonntag
Lüften oder Entwässern?
Gefahren hinter versiegelten Wänden
Hat ein Mensch im Winter kalte Füße, dann schützt er sich vor der Kälte, indem er dicke Socken anzieht.
Zieht er aber über die dicken Socken noch eine Plastiktüte, so bekommt er anschließend trotz der Kälte Schweißfüße, da die Feuchtigkeit nicht nach außen entweichen kann.
Vergleichbares passiert, wenn man lange Zeit bei Regen einen undurchlässigen Regenschutz trägt und anfängt, darunter zu schwitzen.
Normalerweise zieht niemand bei einem Dauerregen zwischendurch den Regenschutz aus, denn dadurch bestünde die Gefahr von dem Regen durchnässt zu werden.
Genau das aber passiert demnächst bei einem nach der
Wärmedämmstoffverordnung
zugekleistertem Haus, wo die in den einzelnen Räumen der Wohnung entstandene Feuchtigkeit durch Duschen, Kochen, Waschen oder Ausdünstungen der Bewohner nicht mehr entweichen kann und im Mauerwerk stecken bleibt.
Die Folge ist so einfach wie banal.
Das Mauerwerk wird mürbe und verrottet.
In der Wohnung bildet sich gesundheitsgefährdender Schimmel.
Schon heute wird gerne den Mietern einer solchen Schrottimmobilie die Schuld zugewiesen.
Der Vorwurf an die Mieter ist dann immer der gleiche:
Sie lüften nicht richtig!
Diese Behauptung ist kein fataler Irrtum sondern nur ein hinterlistiger Trick, um den Mietern die Schuld an dem Dämmstoffdesaster zuzuweisen.
Denn unter dem Begriff
„Lüften“
versteht man landläufig das Hereinlassen von frischer Luft in die Wohnung.
Sollte man jedoch aufgrund der Ursache der
Wärmedämmstoffverkleisterung
unter „Lüften“ das Herauslassen von Feuchtigkeit gemeint sein, um die Wirkung von Schimmelpilzbildung und die Verrottung der Bausubstanz zu vermeiden, müsste man das „Lüften“ konsequenterweise als
„Entwässern“
bezeichnen.
Für den Wohnungsmarkt werden bereits softwaregestützte Meßmethoden für Wohnungen entwickelt, um den „nachlässigen“ Mietern nachweisen zu können, dass sie ihre Wohnung falsch beheizen und belüften.
Konsequenterweise müsste es den Werbeunterlagen der Softwareentwickler heißen:
„falsch entwässern“.
Doch wie sollen sich zukünftig Mieter und natürlich auch Bürger von selbst genutzten Wohneigentum vor
Schimmelpilzbildung
zur Erhaltung der Bausubstanz schützen?
Denn während das Schwitzen beim Menschen mit einem Kunststoffüberzug frühzeitig einsetzt und in der Regel vermieden wird, dauert das
Vermodern und Verrotten von Immobilien
bis zu 18 Jahre.
In unserem Nachbarland Österreich hat man bereits wesentlich früher Erfahrungen mit der
Wärmedämmstoffverkleisterung
gemacht, denn hier gelten solch unsägliche Bestimmungen schon länger.
Diese Problematik ist bereits auf Fachtagungen von Bauingenieuren und Architekten ein dominierendes Thema.
Das Beispiel Österreich zeigt schon heute auf, dass diese
„geniale“ Wärmeschutztechnik
ein Haus bereits nach 7 Jahren völlig vermodern lässt, so dass es abgerissen werden musste.
Verantwortungsbewusste
Bauingenieure und Architekten
geben zu Bedenken, dass die Finanzierung und der Schuldendienst von Neubauten zum Teil über mehrere Generationen bedient werden muss, während die meisten isolierten Bauten aus Sicherheitsgründen schon nach 18 Jahre abgerissen werden müssten.
Deutsche Politiker könnten also von den reichhaltigen Erfahrungen und dem Fachwissen der Österreicher lernen und zu denken beginnen.
Bekanntlich halten aufgrund klassischer
Bauweise die so genannten Altbauten hunderte von Jahren.
Der Grund hierfür ist die solide Bauweise von älterem Mauerwerk, dass die innen entstandene Feuchtigkeit nach außen entweichen lässt und alle Wände dadurch trocken bleiben.
Altbauten erzeugen im Sommer wie auch im Winter ein sehr angenehmes Raumklima. Nicht alles was
„NEU“ oder „MODERN“
erscheint, ist besser als altbewährte Bausysteme und Bauweisen.
Wärmedämmstoffverordnung mit Wärmedämmstoffverkleisterungen
sorgen höchstwahrscheinlich dafür, dass die Banken auf ihren Krediten sitzen bleiben werden, wenn wegen des wirtschaftlichen Untergangs der Immobilie die Eigentümer die Kreditraten nicht mehr bedienen können.
Sehr schnell könnte dadurch für deutsche Banken ein ähnliches Szenario auf dem Immobilienmarkt entstehen und eine
Immobilienkrise
vergleichbar der in den USA auslösen.
Das Geld für weitere Rettungsschirme fehlt den Politikern doch schon heute, so dass in geschätzten 12 bis 15 Jahren ein gigantisches
Immobilien - Desaster
auf Deutschland zurast.
Nach den aufklärenden DRSB - Artikeln dürfte es Politkern und Medien äußerst schwer fallen, den deutschen Bürgern den schwarzen Peter der
Wärmedämmstoffverkleisterung
unterzujubeln und sie als Schuldige anzuprangern.
Die Gefahren hinter versiegelten Wänden
sollten nicht dazu führen, dass erneut die deutschen Bürger mit Steuererhöhungen und Rentenkürzungen die Zeche für dieses Politikerversagen tragen müssen.
Alle beteiligten Politiker sowie auch die Medien wären gut beraten, das
Wärmedämmstoff - Desaster
zu überdenken und sinnvollere Lösungen anzubieten, die nicht das Vermögen der Bürger vorsätzlich vernichten.
DRSB
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