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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Christian Hindahl Heinrich Sternemann

Düsseldorf, den 05. Juli 2009

 

Das Wort am Sonntag

 

Auf dem Weg zum Armutsland

Ein wahres Märchen aus Deutschland?

 

 

Spannende Märchen beginnen mit den Worten:

„Es war einmal ……….;

und sie enden meistens vielsagend mit der alt bekannten Floskel:

„wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“.

Die jüngste Geschichte unseres Landes ist aber kein Märchen, sondern durchlebte Realität.

Dass es vielen Menschen heutzutage noch gut geht, verdanken sie nicht nur ihrer Leistung, sondern dem Aufbauwillen, der Disziplin und dem Mut der letzten Kriegs- und den ersten Nachkriegsgenerationen.

Denn mit einem erstaunlichen Gespür für die kommenden Bedürfnisse eines sozialen Marktes, legte eine verantwortungsvolle Wirtschaft sowie eine perspektivisch denkende Politik die Grundsteine für die von vielen Staaten bis heute bewunderte soziale Marktwirtschaft.

Trotzdem war Deutschland zu keiner Zeit ein Arbeiter- oder Bauernparadies, wie es die Deutsche Demokratische Republik [ DDR ] vorgab zu sein.

Seitdem die Mauer am 09. November 1989 brach, wissen wir alle, dass dieser Traum vom Arbeiter- und Bauernparadies ein Märchen war; wie gesagt:

„Es war einmal ……….!“

Doch auch die Illusionen von der wundersamen Luxuswelt des Westens, mit den

„Segnungen“ der Globalisierung,

befinden sich schon lange in der Entzauberungsphase.

Zurück also in die Vergangenheit?

Willkür statt Rechtsstaat?

Planwirtschaft statt sozialer Marktwirtschaft?

Zurück also zum Zentralismus?

Kann so etwas die Lösung sein?

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung [ DIW ] legte Anfang 2008 eine bemerkenswerte Untersuchung vor, derzufolge jetzt schon jeder vierte Deutsche zur armutsgefährdeten Schicht gehört.

Das DIW stellte fest, dass die über mehrere Jahrzehnte äußerst stabile Mittelschicht mehr und mehr zerbröselt und sich in wenigen Jahren ganz auflösen könnte, wenn nicht sofort gegengesteuert wird.

Die Mittelschicht leidet seit dem Beginn des Rot / Grünen Regierungsexperiments im Jahr 1998 unter extremen Auszehrungen.

Deutschland gerät dadurch in eine vollkommen instabile soziale Schieflage mit allen negativen Folgen.

Wortmächtige, aber recht machtlose Politiker versprechen zwar der Bevölkerung vor jeder Wahl Absurdes zu möglichen Verbesserungen, trotzdem nehmen stetig die Gemeinden und Städte zu, in denen die Arbeitslosenzahl zweistellig wird.

Dabei ist es völlig bedeutungslos, ob nun Gelsenkirchen 18% oder Dortmund „nur“ 15% Arbeitslosenquote hat, denn entscheidend sind die anwachsenden Zahlen der

Armutsschicksale,

die hinter der Statistik stehen.

Sie messen sich daran, was den Betroffenen trotz aller Werksschließungen und Massenentlassungen noch zum

kargen Leben

verbleibt.

Es geht also konkret um die Unfähigkeit der Politiker oder um die gierigen selbstverliebten Manager, die bei Siemens in Kamp - Lintfort oder bei Nokia in Bochum oder auch bei Opel in Rüsselsheim versagt haben und noch immer versagen.

Durch die Fehlleistungen dieses elitären Personenkreises wird auf Dauer das gesamte System unserer sozialen Marktwirtschaft in Frage gestellt und eröffnet den Populisten aus allen Lagern den Argumentationssumpf.

Das linke Lager streut fleißig die Gerüchte über die gefährlichen Nazis, die verdeckt im Untergrund ihr Unwesen treiben sollen, genauso wie das rechte Lager die kommunistisch gefärbte soziale Vergangenheit der Linksparteien als das größte Übel ansieht und regelmäßig geißelt.

Fakt ist aber auch, dass Politiker aus allen Parteien leider noch immer die Globalisierung glorifizieren und wider besseres Wissen die Behauptung aufstellen:

„Wer hochqualifiziert ist, findet dank

der Globalisierung überall auf der Welt einen gut bezahlten Job“.

Was nützen einem spitzenmäßig ausgebildeten Mechatroniker aus Deutschland solche Aussagen?

Selbst wenn er bereit sein sollte, mit seiner Familie Rüsselsheim zu verlassen, seinen kompletten Freundeskreis aufzugeben und neue Wurzeln zu suchen, in London, Shanghai oder gar in Detroit findet er keinen neuen Arbeitsplatz.

Denn in England, China sowie in den USA gibt es leistungswillige Arbeitskräfte im Überfluss, die händeringend einen sicheren Arbeitsplatz suchen.

Unsere Politiker sollten einfach mehr mit dem Taxi fahren, dann wüssten sie, wie viele hochqualifizierte Akademiker froh sind, ein paar Euro zum Überleben zu verdienen.

Was wirklich zählt, sind deshalb ausschließlich sichere

Langzeitarbeitsplätze in Deutschland,

die dafür Sorge tragen, dass auch geringer Qualifizierte ihr geregeltes Auskommen finden, ohne direkt den Weg in die Armut antreten zu müssen.

Bedauerlicherweise haben die Versprechen, Verlautbarungen oder Verheißungen der Politiker nicht das Geringste mit der Realität im Land zu tun.

Zu dieser grausamen Erkenntnis

kommen immer mehr Bürger in unserem Land.

Unsere Politiker forcieren durch das ständige Versagen den

Weg der Menschen zum Armutsland;

und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben unsere Politiker noch morgen mit ihren fetten Diäten und überzogenen Ruhestandsbezügen.

„ So enden zurzeit wahre Märchen in Deutschland“.

 

 

             

 

DRSB

 

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Stand: 05.07.09

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