DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Hans - Josef Leiting • Heinrich Sternemann
Düsseldorf, den 04. Oktober 2009
Das Wort am Sonntag
Die Rückkehr der sozialen Unsicherheit
Wie vom DRSB e.V. bereits Ende 2008 prognostiziert wird nach der Bundestagswahl die Zahl der Arbeitslosen wieder sprunghaft anwachsen und mit ihr die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust.
Das ist das zu erwartende Ergebnis einer kühl kalkulierten Wirtschaftspolitik und der dahinter versteckten Ideologie der Vermehrung der Existenzangst.
Dieses Konzept der neoliberalen Ideologie hat Methode und wird heute noch vermittelt als
Schocktherapie der Chicagoer Schule.
Wer regelmäßig Angstattacken
bekommt, lässt sich schon durch Kleinigkeiten schocken und aus der Bahn werfen.
Wer regelmäßig Angstattacken
bekommt, lässt sich schneller in unnötige Konfliktsituationen drängen und wird dadurch blitzartig zum Intrigenopfer.
Wer regelmäßig Angstattacken
bekommt, versucht verzweifelt durch Streitereien sein Recht zu erhalten und wird bedingt dadurch leichter angreifbar.
Wer regelmäßig Angstattacken
bekommt, wird zum schnell Mobbing - Opfer und als Zerreißprobe für die Kollegen abgestempelt.
Wer regelmäßig Angstattacken
bekommt, solidarisiert sich in vielen Fällen mit den Mobbing - Akteuren und wird dann selbst zum Täter, bis er selbst aus der Sicht der Mobbing - Akteure „überflüssig“ wird.
Die Folgen können auf der DRSB - Internetseite nachgelesen werden und sind immer die gleichen [ siehe unter der Rubrik Links ]:
Angst, Demotivierung,
Konzentrationsstörungen, Misstrauen, Nervosität
und der völlige
Selbstvertrauensverlust.
Mehr als 34% der bekannten Mobbingopfer müssen psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen und werden deshalb auch noch als „Weicheier“ verschrien und herabgewürdigt.
Dieses Zerrbild in unserer Heimat wird noch immer genährt und befeuert durch die rasant fortschreitenden so genannten prekären Arbeitsverhältnisse wie
Mini- oder Ein - Euro - Jobs, befristete Beschäftigungen
sowie hauptsächlich durch die unterschiedlichsten Formen der
Sklaven- oder Leiharbeit.
Noch vor wenigen Wochen hörte man aus den Reihen der Führungskräfte, also aus der Mitte der Bevölkerung, die meist im Brustton der Überzeugung gesprochenen Worte:
„Alles Quatsch, so was kann mir nicht passieren“.
Oder noch viel besser im neoliberalen Originalton:
„Das betrifft mich nicht, weil „mein“ Netzwerk bombensicher hält“.
Nur wer Sorgen hat,
der kann immer schlechter schlafen.
Nur wer Sorgen hat,
kriegt seinen Kopf nicht mehr frei und rastet auch zuhause öfter einmal aus.
Nur wer Sorgen hat,
vergisst sehr schnell die Wahrnehmung seiner Rechte als Arbeitnehmer.
Nur wer Sorgen hat,
und von seinen Vorgesetzten getreten wird, der tritt in seinem Frust auch gerne einmal nach unten.
Was vor wenigen Wochen noch so aussah, als beträfe es hauptsächlich Arbeiter und Angestellte aus den unteren Gesellschaftsschichten, hat nun die Vertreter der so genannten gesellschaftlichen Mitte kalt erwischt.
Denn mit den stetig wachsenden Zugewinnen der oberen gesellschaftlichen Schichten und den seit Jahren anhaltenden Verlusten der unteren gesellschaftlichen Schichten sind die Mittleren aus dem Gleichgewicht geraten und rutschen nun auch systematisch in die Existenzangstzone ab.
Nach Studienergebnissen aus den mittleren und oberen Gesellschaftsschichten haben mehr als 50% die schleichende Angst vor dem sozialen Abstieg ins Niemandsland.
Unerwartet und plötzlich entstehen in dieser - bis jetzt loyal zum System stehenden Gesellschaftsschicht - erhebliche Zweifel daran, dass die Grundprinzipien einer integrationsfähigen Gesellschaft, wie zum Beispiel
Fairness, Gerechtigkeit oder Solidarität
noch wirklich vorhanden sind.
Denn wer selbst unter Druck gerät, verstärkt seine Auffassungsgabe und schärft die Wahrnehmung für die ihn betreffenden Realitäten.
Sogar die fatale Neigung, schwächere Glieder unserer Gesellschaftskette durch nassforsche Sprüche abzuwerten, nimmt mit den selbst gemachten Erfahrungen der Existenzangst erheblich ab.
Auch wenn auf einigen Etagen der deutschen Banken völlig verfrüht wieder die
Champagner - Korken
der teuersten Sorten knallen, begreifen langsam die direkt Betroffenen der Sozialängste die Ursachen- und Wirkungszusammenhänge zwischen wirtschaftlichen Sorgen, politischem Versagen und mangelder Zukunftsperspektiven.
Die politischen Entscheidungen der SPD, Bündnis 90 / Die Grünen sowie der CDU für die
[ Armuts- ] Agenda 2010, Hartz IV, die Mehrwertsteuererhöhung
wie auch besonders die
Lockerung des Kündigungsschutzes
sind damals ohne jegliche Rücksicht auf die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung beschlossen worden und zeigen in der anhaltenden Wirtschaftskrise ihr wahres Gesicht.
Natürlich sind solche Entwicklungen nicht ausschließlich den neoliberalen Ideologien oder Philosophien zuzurechnen, aber sie sind nach wie vor der Hauptauslöser für die vorherrschende Situation in unserer Heimat.
Wenn aber die meisten Bürger in unserer Heimat von Arbeitslosigkeit bedroht werden oder schon arbeitslos geworden sind und verlässliche Perspektiven auf sichere Langzeitarbeitsplätze zur Fehlanzeige mutieren, dann braucht die deutsche Bevölkerung neue Hoffnung auf eine baldige Besserung und Orientierung an verlässlichen Werten.
Denn nur dann kann das Phänomen - oder besser gesagt das Gespenst - von der
Rückkehr der sozialen Unsicherheit
besiegt werden.
DRSB
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für
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sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
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