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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Christian Hindahl Heinrich Sternemann

Düsseldorf, den 02. August 2009

 

Das Wort am Sonntag

 

Nur eine Hand voll Dollar?

 

Als im September 2008 die unerwartete Pleite der US - Investmentbank Lehman Brothers die weltweite Wirtschaftskrise erst richtig in Gang setzte, schätzten US - Experten den Rückgang der weltweiten Wirtschaftssysteme auf durchschnittlich 2% bis 3%.

Lange zeigten deshalb die Deutschen sowie viele Westeuropäer sich von der Wirtschaftskrise wenig beeindruckt. Denn bekanntlich ist Amerika weit weg.

Einige deutsche Wirtschaftsinstitute sahen in den zurückliegenden Wochen sogar den deutschen Wirtschaftspatienten auf dem Weg der Besserung.

Auch das amerikanische Banken weniger Milliarden US - Dollar verbrannt haben, als ursprünglich befürchtet, wurde zeitweise als positiver Aspekt in den Medien verkauft.

Zwar sehen sich die Deutschen sowie viele Westeuropäer nicht direkt Beteiligt an den Finanzmarktverwerfungen, doch die unvorstellbare Summe von

4.000.000.000.000 US - Dollar

[ In Worten: Vier Billionen US - Dollar oder umgerechnet dreikommaeins Billionen Euro ],

die der Internationale Währungsfonds als Verlust der Finanzwirtschaft verkündete, schreckte die Menschen auf.

Niemand hatte eine solch gewaltige Summe erwartet, die aus den Müll-, Gift- und Ramschpapieren bei Banken und Versicherungskonzernen entstanden sein soll.

Plötzlich geht auch in

OLD GERMANYundOLD EUROPE

die Angst um.

Machten sich noch Ende April 2009 55,4% der Bürger Sorgen wegen der Wirtschaftskrise, so sind es Ende Juli2009 bereits 62,7%.

So etwas bezeichnen seriöse Wissenschaftler als besorgniserregenden Anstieg.

Zunehmend rückt auch das Thema Arbeitslosigkeit in den täglichen Fokus der Bevölkerung.

Obwohl von den deutschen Parteien verdrängt und in Umfrageergebnisse sehr gerne unterbewertet, bereitet das Thema Altersrente vielen Bürgern Kopfschmerzen.

69,4%

der direkt Betroffenen glauben nicht mehr an die Sicherheitsverkündungen und Garantieversprechen der Politiker.

Das ist ein dramatischer Anstieg um 10,2% innerhalb von der letzten drei Monate.

Vormals wichtige Themen drängen erkennbar in den Hintergrund und werden vermutlich erst nach der Bundestagswahl wieder im Bewusstsein der Bürger auftauchen.

Soziale Sicherheit, Preisentwicklung oder Bildungspolitik

haben zurzeit nicht den höchsten Stellenwert, obwohl besonders in Kreisen der gesellschaftlichen Absteiger die Themengruppe um die soziale Sicherheit schon Werte um die 50% Marke erreicht haben.

Hier erwartet der DRSB e.V. einen deutlichen Anstieg, wenn sich die Betroffenen näher mit der so genannten Hartz - IV - Problematik auseinander setzten müssen.

Bereits ab September 2009 dürfte an deutlicher Anstieg zu erkennen sein.

Nach den Berichten der europäischen DRSB - Rechercheteams zeigt sich Europaweit ein vergleichbares Bild.

Naht also, wie in den Medien seit Wochen

propagiert und von Politikern ersehnt, die konjunkturelle Wende?

Sicherlich gibt es positive Signale dafür, dass sich die deutschen Exporteure langsam auf einem geringeren Niveau stabilisieren und auch wieder Zuwächse schaffen können.

Die noch funktionierende Struktur des deutschen Mittelstandes hat sich erneut bestens bewährt und zeigt, dass sie das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bleiben kann.

Selbst Handwerker und sonstige selbstständig Tätige halten sich erstaunlich gut über Wasser und beweisen dadurch wie zuverlässig und beweglich der Mittelstand in Krisenzeiten agieren kann.

Doch angesichts der gewaltigen Summe von

4.000.000.000.000 US - Dollar

[ 4 Billionen US - Dollar oder umgerechnet 3,1 Euro ],

die vom IWF in den Raum geworfen wurden, glauben nur noch die allerkühnsten Optimisten in Europa, dass sich die Weltkonjunktur nach der gefährlich anhaltenden Schwächephase in den kommenden Monaten wieder völlig erholen wird und quasi wie der Phönix aus der Asche zu neuen Höhenflügen ansetzt.

Obwohl die deutschen Versicherungskonzerne weder Auslöser noch Hauptbetroffene der US - Wirtschaftsdesaster sind spüren sie deutlich die negativen Einflüsse der Verwerfungen auf den Finanzmärkten.

Dass zum Beispiel die deutsche AXA - Versicherung ihr stark beworbenes Anlagemodell

Twinstar Invest

freiwillig teilweise aus dem Markt genommen hat, lässt deutlich erkennen, dass die

US - Finanzkrise sowie die US - Wirtschaftskrise jetzt schon gravierende Spuren hinterlässt.

Ohnehin führen die Turbolenzen in den Kapitalmärkten und an den Börsen dazu, dass die gebeutelten, verunsicherten Bürger ihr Geld zusammenhalten und ihnen die Lust auf dubiose Altersvorsorgeprodukte vergangen ist.

US - Finanzkrise und US - Wirtschaftskrise

führen zu einer stetig nachlassenden Bereitschaft in der Bevölkerung, Gelder in langfristige Altersvorsorge zu investieren.

US - Finanzkrise und US - Wirtschaftskrise

legen Tag für Tag offen, welch große Schäden durch fragwürdige Vertriebsmethoden bei den Kapitalanlegern verursacht wurden.

US - Finanzkrise und US - Wirtschaftskrise

halten durch die rezessiven Folgen die deutsche Versicherungswirtschaft im Würgegriff und entlarven die Versäumnisse, dass man glaubwürdige, valide und taugliche Vorsorgesysteme zugunsten hochspekulativer Vorsorgeprodukte sträflich vernachlässigt hat. 

Seriöse Finanzwissenschaftler warnen deshalb eindringlich vor übertriebenem Optimismus, dass der deutsche Wirtschaftspatient schon auf dem Weg der Besserung sei, denn es fehlen der deutschen Versicherungswirtschaft vertrauensbildende Vertriebssysteme sowie nutzmehrende Altersvorsorgeprodukte.

Die Rezession sei noch nicht ausgestanden und für Euphorie ist es viel zu früh, weil

weitere herbe Rückschläge nicht auszuschließen seien.

Wohin der freie Fall führt zeigen die Verkaufseinbrüche bei Hauptberufsvertretern, Versicherungsmaklern und besonders bei Strukturvertrieben.

Der DRSB e.V. begrüßt und unterstützt, dass die Kollegen von den Fachzeitschriften und Fachmagazine für die Versicherungswirtschaft, wie zum Beispiel

AssCompact oder Kurs,

verzweifelt versuchen eine positive Stimmung im gesamten Umfeld der betroffenen Finanzdienstleister zu erzeugen, aber auch sie werden bedauerlicherweise den freien Fall der deutschen Versicherungswirtschaft nicht aufhalten können.

Im Gegenteil, allzu Euphorie entwickelt ein schleichendes Misstrauen der gebeutelten Vermittler und wirkt kontraproduktiv wie ein ungewolltes Narkosegift.

Denn nur mit einer

Handvoll Dollar oder Euro

wird man die gigantischen Verluste von 3,1 Billionen Euro nicht aus der Welt schaffen können. Das jetzt verloren gegangene Vertrauen wird schwerlich kurzfristig rückholbar sein.

Weder eine 180 Gradwendung noch eine 360 Gradwendung kann da Abhilfe schaffen.

  

Für eine

moderne, stabile und nutzmehrende Altersvorsorge

fordern immer mehr Bürger innovative, zuverlässige und glaubwürdige Altersvorsorgesysteme.

 

 

             

 

DRSB

 

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sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

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Stand: 02.08.09

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