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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 26. August 2009

 

 

Die Zeit der Benzodiazepine

Eine durch das Versagen der Politiker ausgelöste Sucht?

 

Alkoholismus, Heroin- oder Kokainmissbrauch sowie Tablettenabhängigkeit sind die geläufigsten Begriffe, mit denen meistens die wachsenden Probleme der Suchtgefahr umschrieben werden.

Doch welche Ursachen

verstecken sich wirklich hinter den Suchtgefahren?

Durch die durch die USA ausgelöste weltweite Wirtschaftskrise, die immer bedrohlicher zu werden scheint, erleben viele Bürger, was Existenzangst tatsächlich bedeuten und bewirken kann.

Aus den Berichten von betroffenen Bürgern ist zu entnehmen, dass die gleichen Merkmale bei den meisten zu beobachten sind.

Nachts wälzt man sich schweißgebadet stundenlang im Bett umher und martert das Gehirn mit den Problemen

Arbeitslosigkeit, Hartz IV,

Raten für Haus, Auto oder Urlaubsreise.

Je prekärer die Arbeitsbedingungen werden, wie zum Beispiel durch 1 Euro - Jobs, Zeitverträge und Leiharbeit, desto heftiger werden die nächtlichen Angstattacken.

In den ersten Morgenstunden fühlen sich die Bürger aufgewühlt und zermürbt.

Oftmals werden Ehefrauen, Lebensgefährten und vor allem Kinder völlig grundlos für Belanglosigkeiten angebrüllt.

Obwohl es den meisten hinterher sofort leid tut, sind die Angebrüllten eigentlich die Opfer einer völlig verfehlten Wirtschaftspolitik.

Denn Ehefrauen, Lebensgefährten und Kinder sind nicht dafür verantwortlich, dass Langzeitarbeitsplätze systematisch vernichtet und durch prekäre instabile Beschäftigungsformen notdürftig ersetzt werden sollen.

Ein Teufelskreis der Emotionen beginnt sich zu drehen, denn wer morgens aufgewühlt und zermürbt seinen Dienst antritt, macht im Beruf auch den „einen“ oder „anderen“ Fehler.

Die Ausweitung von Mobbingattacken ist dafür der beste Beweis.

Wenn sicher geglaubte Arbeitsplätze Monat für Monat gestrichen werden, wächst die Existenzangst ins Unermessliche.

Und wer sich nächtelang schweißgebadet stundenlang im Bett umher wälzt, der sucht nach einigen solcher Horrornächte zunächst die Hilfe bei seinem Hausarzt.

Dieser versucht im Rahmen der ihm verbliebenen Möglichkeiten zu helfen und verschreibt in vielen Fällen erst einmal ein Schlafmittel.

Zwar werden durch die verordneten Schlafmittel die Auslöser der Angstattacken nicht beseitigt, doch nach der Einnahme der ersten Pillen erwachen die meisten Betroffenen morgens wie neugeboren.

Obwohl die Arbeitsplatzsituation unverändert ist oder sich gar verschärft hat, sind Angstschweiß und Schlaflosigkeit wie weggeblasen.

Das glauben zunächst viele Bürger, aber wenn die Medikamentenschachtel leer ist, benötigen sehr viele ein neues Rezept.  

Das stillschweigende Abkommen zwischen den Betroffenen und den Hausärzten, Arztbesuche in der Praxis so schnell wie möglich - im beiderseitigen Interesse - mit einem Rezept zu beenden, löst möglicherweise eine stille Sucht sowie eine Kostenlawine aus.

Nicht veröffentlichte Studien für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung belegen bereits seit Jahren das gesamte Ausmaß der stillen Sucht nach Tabletten.

Entgegen aller Vernunft, entgegen allen ärztlichen Verordnungen schlucken geschätzte eine Millionen Deutsche über Monate hinaus so genannte

Benzodiazepine.

Dass es sich dabei um rezeptpflichtige Medikamente mit einem hohen Suchtrisiko handelt, wissen die gutgläubigen Bürger nicht oder verdrängen das unkalkulierbare Risiko.

Hinzu kommt erschwerend, dass das ärztliche Wissen über die Suchtgefahr anscheinend nicht ausreichend verbreitet wird.

Denn das deutsche Gesundheitssysteme gemäß Ulla Schmidt ist mehr auf körperliche  Beschwerden und Medikamententherapie ausgerichtet, so dass ein Hausarzt mit womöglich hilfreichen Therapiegesprächen keinerlei Verdienst erwirtschaften kann.

Die gut verdienende Pharmaindustrie gaukelt höchstwahrscheinlich den Medizinern oftmals die Harmlosigkeit ihrer Produkte vor.

Ein weiteres Problem ist, dass immer mehr

Benzodiazepine

auf Wunsch der Patienten als „Privatrezepte“  verschrieben und damit mögliche Kontrollen der gesetzlichen und privaten Krankenkassen gezielt - durch Eigenzahlung - umgangen werden.

Wenn nach dem Konsum von drei bis vier Packungen Schlafmittel die Ängste, die Gereiztheit und die Schlafstörungen zurückkehren, möchten die meisten nicht mehr auf ihr ach so „tolles“ Schlafmittel verzichten und sind bereits in der Gefahrenzone der Sucht.

Der Griff zur Pillenpackung liegt dann näher, weil die meisten Bürger die fatalen Folgen einer Medikamentenabhängigkeit weder erkennen noch wahrnehmen können.

Wie erkennt man zum Beispiel

die lauernden Gefahren oder benzodiazepinhaltige Medikamente ?

Dutzende so genannte Beruhigungs- und Schlafmittel, wie zum Beispiel

Diazepam, Rohypnol, Tavor oder auch Valium

gehören zu der Gruppe der Benzodiazepine.

Diese zugelassenen, meist rezeptpflichtigen Medikamente enthalten sehr oft Wirkstoffe deren Namen auf

zepam oder zolam

enden.

Wie heißt es in der Pharmawerbung immer so „beruhigend“:

„Im Zweifelsfall fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker“.

Und Ärzte sowie Apotheker

werden und können helfen, wenn man sie gezielt unter Zeugen eingehend befragt.

Eine Grauzone der möglichen Suchtgefährdung sind die so genannten

Non - Benzodiazepine“,

denn die Wissenschaftler aus dem Bereich der Medizin sowie aus dem Bereich der Pharmazie streiten darüber schon seit Längerem.

Im Zweifelsfall sollte man einfach auch solche Pillen nicht ohne ärztliche Überwachung schlucken.

Wodurch kann eine Suchtgefahr ausgelöst werden?

Wie wirken Benzodiazepine?

In aufregenden Situationen wird im Nervensystem der Botenstoff GABA vermehrt ausgeschüttet und sorgt für eine Art von BIO - Beruhigung.

Die Wirkstoffe von Benzodiazepinen docken deshalb sofort an die GABA - Rezeptoren der Nervenzellen an und verstärken die beruhigende Wirkung blitzartig ohne direkt spürbare Nebenwirkungen zu zeigen.

Höchstwahrscheinlich haben Benzodiazepine große Ähnlichkeit mit der körpereigenen GABA - Substanz.

Das ist die schleichende Gefahr!

Fast jeder Körper gewöhnt sich sehr schnell an die zunächst hilfreiche Chemikalie, so dass bereits nach wenigen Wochen die Dosis erhöht werden muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Der Teufelskreis der Sucht beginnt.

So schnell kann eine Medikamentenabhängigkeit entstehen.

Nach der eindeutigen Ansicht von erfahrenen Psychotherapeuten sollten Benzodiazepine ausschließlich bei akuten Panikattacken oder in extremen Ausnahmesituationen verschrieben und eingesetzt werden.

Die befragten Fachärzte bezeichneten einstimmig schon eine Zehnerpackung dieser Medikamente als

Jahresdosis,

denn eine Einnahme über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen gilt in Fachkreisen bereits als bedenklich.

Benzodiazepine

Können, über längere Zeiträume eingenommen, sogar Stimmungsschwankungen oder Ängste auslösen und werden auch für erheblich abfallende Gedächtnisleistungen verantwortlich gemacht.

Apathie, Energieverlust sowie abfallende Gedächtnisleistungen

gehören ohnehin nach der Ansicht vieler Fachärzte zu den möglichen Nebenwirkungen.

Erfahrene Fachärzte,

Psychiater oder Psychosomatiker,

raten deshalb nach ersten Anzeichen einer Medikamentenabhängigkeit umgehend dazu die örtlichen Suchtambulanzen oder Suchtberatungsstellen aufzusuchen.

Das so genannte langsame, verträgliche Ausschleichen einer Medikamentensucht kann bei ambulanter Behandlung Monate und bei einem Klinikaufenthalt immerhin noch Wochen dauern.

Auf jeden Fall sollte das Ausschleichen ärztlich von erfahrenen Suchtmedizinern begleitet werden.

Obwohl in den meisten Fällen von Medikamentensucht die eigentliche Ursache eine sich stetig verfestigenden

Existenzangst

ist,  bezeichnen einige Medienvertreter dieses anwachsende Problem bereits voreilig als

„Die verordnete Sucht“

und versuchen in einer absolut verwerflichen Form Hausärzte oder andere Mediziner 

in die kriminelle Ecke der Drogendealer zu stehlen.

Über die tatsächlichen Auslöser der Schlafstörungen hüllt man sich in Schweigen.

Der ansteigende Druck in vielen Branchen und die Verunsicherung durch die prekären Arbeitsbedingungen in Deutschland erhöhen seit Monaten den Stress für die Bürger, so dass der Biorhythmus des Organismus keine Chance mehr erhält, zur Ruhe zu kommen.

Derweil werden täglich auf der politischen Bühne in Berlin die

Volks - Verdummungsstücke

Heile WeltundSichere Zukunft

mit großer Inbrunst gespielt.

Die vermeintlich Schuldigen für den ansteigenden Medikamentenmissbrauch haben die deutschen Medien schnell gefunden, so dass man sich über das eigene Versagen keinerlei Gedanken machen will. 

Doch die Aufklärungswelle schwillt an, denn das stille Leiden von hundertausenden Bürgern, die medikamentenabhängig sind, wächst zum politischen Tsunami an.

Die Zeit der Benzodiazepine

deckt somit auch das wirtschaftliche Versagen der Politiker auf, die es seit Jahren versäumt haben, sichere

Langzeitarbeitsplätze

zu erhalten oder neu zu schaffen.

Deshalb stehen erfahrene und verantwortungsbewusste deutsche Ärzte nicht vor der Frage:

„Bin ich noch Arzt oder bereits schon Dealer“,

wie es in einigen Medien darstellt und von Politikern kritiklos „sehr gerne“ hingenommen wird.

 

 

             

 

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Stand: 26.08.09

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